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04. Oktober 2005 | Allgemeines

50 Lobbythemen auf der Agenda

Interne Mitgliederversammlung: BDZV gefordert wie nie zuvor

BDZV-Präsident Helmut Heinen wies anlässlich der Mitgliederversammlung am 26. September 2005 darauf hin, dass der BDZV mit rund 50 Themen auf der Lobby-Agenda gefordert sei wie vielleicht nie zuvor in seiner Geschichte.

Um hier erfolgreich gegenüber der Politik, aber auch gegenüber den Gewerkschaften und der Öffentlichkeit zu agieren, sei Geschlossenheit notwendig. Vor diesem Hintergrund sei es beson­ders erfreulich, dass der Dachverband zwei Ver­lage in Ostdeutschland, nämlich die „Lausitzer Rundschau“ in Cottbus und die „Märkische Oder­zeitung“ in Frankfurt an der Oder, als Mitglieder habe gewinnen können.

In seinem Bericht zur wirtschaftlichen Lage der Zeitungen führte BDZV-Vizepräsident Karlheinz Röthemeier aus, dass die Branche nach drei verheerend schlechten Jahren erstmals wieder ein kleines Umsatzplus erwirtschaften konnte. Allerdings erreichten die Umsätze heute gerade einmal das Niveau von 1994 – zu den Kosten des Jahres 2005. Bei den Einnahmen aus dem An­zeigengeschäft stehe die Branche auf dem Stand vom Ende der 80er Jahre. Röthemeier stellte ferner in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvor­sitzender der Deutschen Presse-Agentur das dpa-Projekt „Minds“ vor. Mit dieser Mobilfunk-Plattform unterstützt die dpa-Tochter Infocom Zeitungsverlage bei der Entwicklung und Verbreitung von Mobilfunkangeboten. Damit kön­nen die Zeitungen ihren Lesern lokale Schlagzei­len und Sportergebnisse, Abstimmungen und Gewinnspiele per SMS oder Einsendung von Mini-Leserbriefen direkt vom Handy anbieten.

Um die erfolgreiche Einbindung des Internets ging es auch in dem Bericht von BDZV-Vizepräsi­dent Richard Rebmann. Erstmals könne er sa­gen, dass auch die ersten deutschen Zeitungen Geld mit dem Internet verdienten. Der Einsatz werde sowohl von der Seite der Zeitungen als auch von Seiten der Werbekunden und der Wer­beagenturen immer professioneller. Zeitungen hätten auch im Internet eine tolle Reichweite. Das zeige eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF), wonach die unter dem Dach der OMS zusammengeschlossenen regionalen Zeitungsverlage mit Abstand das reichweiten­stärkste Content-Angebot hätten. Allerdings, schränkte Rebmann ein, bliebe noch viel Poten­zial bei der Vermarktung der Internetseiten der Zeitungen ungenutzt. Vor diesem Hintergrund sei es unbedingt notwendig, die Interessen der Bran­che unter dem Dach der AGOF zu vertreten. Rebmann kündigte einen Informationstag des BDZV rund um das Thema AGOF für Ende No­vember 2005 an.

Ein flammendes Plädoyer für die Wahrung der Pressefreiheit und die Arbeit des Deutschen Presserats hielt BDZV-Vizepräsident Kay E. Sat­telmair. Wenn der Presserat rüge, sagte er, gebe es kaum eine Redaktion, die dies gleichgültig lasse. Das Eingeständnis eines Fehlers beein­trächtige keineswegs den Ruf der Arbeit einer Redaktion, sie zeige im Gegenteil, dass die Be­richterstattung auch in einem derartigen Fall sou­verän, frei, offen und vertrauenswürdig sei. Nicht nur der Leser, argumentierte Sattelmair, werde sich mit seiner Zeitung gut aufgehoben fühlen, wenn er sich bei der Aufdeckung von Fehlern fair und verlässlich behandelt sehe, diese Verhal­tensweise nütze auch dem Ansehen des Deut­schen Presserats. Die Redaktionen machten auf diese Weise deutlich, dass sie die Selbstkontrolle als ein wichtiges Element zum Erhalt der Presse­freiheit auch täglich lebten.

Zu den anstehenden Tarifverhandlungen machte der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses, Werner Hundhausen, zugleich kooptiertes Mitglied im BDZV-Präsidium, deutlich, dass die Gehaltsforderungen der beiden Journa­listen-Gewerkschaften „realitätsfern“ sein. Aller­dings werde es in den Verhandlungsrunden nicht nur um die Gehälter gehen, sondern auch darum, die Strukturen des Gehaltstarifsvertrags auf den Prüfstand zu stellen und das Tarifwerk zu moder­nisieren. Hundhausen nannte in diesem Zusam­menhang insbesondere die nicht mehr zeitge­mäße Berufsjahrestaffel.

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