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15. Juli 2005 | Allgemeines

400 Jahre Zeitung

Festakt zur Ausstellung im Mainzer Gutenberg-Museum

„Ich lese Zeitung, weil ich Zeitung liebe“, schwärmte Kulturstaatsministerin Christina Weiss beim Festakt anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Schwarz auf weiß. 400 Jahre Zeitung – Ein Medium macht Geschichte“ am 9. Juli 2005 im Mainzer Gutenberg-Museum.

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck outete sich als Zeitungsliebhaber, der seiner Zeitung am liebsten mit Stift und Schere zu Leibe rückt, um alles Wichtige sofort präsent zu haben. BDZV-Präsident Helmut Heinen machte in der von Parteienforscher Jürgen Falter kurzweilig moderierten Gratulantenrunde darauf aufmerksam, dass die Zeitung ja viel mehr ist, als „bedrucktes Papier, das nachts bei schlechtem Wetter durch die Straßen getragen wird“. Die Leser vertrauten darauf, dass „ihre“ Redaktion für sie die richtige Auswahl aus den Ereignissen des Tages treffen, Zweifelhaftes kommentieren und Hintergründe erläutern werde. Diese Funktionen seien, machte Heinen deutlich, nicht zwingend ans Papier gebunden. Es gebe dank Internet und mobiler Dienste neue Vertriebswege. Wichtig sei das gekonnte Wechselspiel von gedruckter Information und Internetangebot. In diesem Zusammenhang wies der BDZV-Präsident auch darauf hin, dass beispielsweise Anfragen nach Probeabonnements der gedruckten Zeitung heute häufig via Internet in die Verlage gelangten. Vor diesem Hintergrund bestritt er auch, dass das vorhandene Online-Angebot die Auflage der Zeitungen minimiere.

Befragt nach ihrem „Vertrauen“ in die Medien, meinte Staatsministerin Weiss: „Einem allein traue ich nie.“ Ministerpräsident Beck hingegen bekannte, dass er „manchen Zeitungen mehr als dem Fernsehen“ traue, „aber nicht allen“.

Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel brachte die Erfindung der Zeitung als Massenmedium in Zusammenhang mit der Medien- und Gutenbergstadt Mainz. So sei in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt jeder sechste Arbeitnehmer in den Medien tätig. Besonders herzlicher Beifall galt schließlich dem letzten Redner des Vormittags, dem Ausstellungskurator Martin Welke. Der Pressehistoriker führte im Geschwindschritt durch die Geschichte, von der Erfindung der Zeitung durch den Buchdrucker Johann Carolus im Straßburg des Jahres 1605 bis hin zur Zeitungsproduktion und –rezeption der Gegenwart.

 

Zeitungen feiern mit

 

Anlässlich des 400-jährigen Jubiläums des Mediums Zeitung und der zentralen Ausstellung im Gutenberg-Museum in Mainz haben zahlreiche Verlage Sonderseiten oder Sonderausgaben gestaltet, unter ihnen die „Allgemeine Zeitung“ in Mainz, der „Rheinische Merkur“ in Bonn, die „Stuttgarter Nachrichten“ und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ sowie der Bonner „General-Anzeiger“. In Bonn wurden Anfang Juni aus Anlass des Jubiläums auch die Leser zum Gespräch auf einen Platz der Innenstadt geladen. Alle Ressorts waren vertreten – und dies nicht nur mit den verantwortlichen Redakteuren, sondern auch mit prominenten Gästen, der Sport beispielsweise hatte Rainer Calmund und Ulrike Nasse-Meyfahrt eingeladen, fürs Kabarettistische kamen Andreas Etienne, Rainer Pause und Norbert Alich; fürs Kölsche und Musikalische Wolfgang Niedecken (BAP). Auch die „Wormser Zeitung“ feiert das Jubiläum in der Stadt: Hier demonstrieren Redaktion und Anzeigenabteilung vom 11. bis zum 16. Juli, wie eine Zeitung entsteht und produziert wird. Redakteure führen ihre Interviews live. Die Passanten können zuschauen, wie eine Anzeige gestaltet und gesetzt wird. Und während am späten Nachmittag die Zeitungsseite am Bildschirm „wächst“, zeigt gleich nebenan eine Ausstellung in der Kaiser-Passage alte Setzmaschinen aus der Zeit des Bleidrucks.

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