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17. Dezember 1997 | Allgemeines

36,5 Stunden-Woche bleibt unverändert

Tarifabschluß nach 20stündigen Verhandlungsmarathon

Der BDZV und die Journalistengewerkschaften haben sich am 15. Dezember 1997 in Frankfurt am Main in der sechsten Runde auf neue Tarifverträge für Redakteure an Tageszeitungen geeinigt. Nach einem über 20-stündigen Verhandlungsmarathon wurde ein Kompromiß mit folgenden Eckpunkten erzielt

I. Gehaltstarifvertrag

 

1. Die Gehälter werden ab 1. Januar 1998 um 1,5 Prozent erhöht. Dies gilt auch für die ostdeutschen Bundesländer.

 

2. Für die Monate August bis Dezember 1997 erhalten die Redakteure eine Einmal-Zahlung in Höhe von 400 Mark. (Dies gilt nicht für Redakteure in den neuen Bundesländern)

 

3. Die Struktur des Gehaltstarifvertrages wird geändert. Die bisher fünfstufige Berufsjahresstaffel wird um zwei Stufen reduziert; die finanziellen Auswirkungen werden unter anderem durch Besitzstandsklauseln abgefedert.

 

II. Tarifvertrag über Altersversorgung

 

Die Beiträge zum Versorgungswerk der Presse bleiben unverändert. Die Beiträge zur Versorgungskasse werden fortgezahlt und in das Versorgungswerk überführt.

 

III. Manteltarifvertrag

 

1. Die Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall beträgt auch weiterhin 100 Prozent. Eine Anrechnung von Kuren auf den Urlaub findet nicht statt. Dafür beträgt - wie für gewerbliche Arbeitnehmer und Verlagsangestellte - die tarifliche Jahresleistung 95 Prozent eines Monatsgehalts.

 

2. Die zur Zeit geltende Arbeitszeitregelung von 36,5 Stunden pro Woche bleibt unverändert.

 

IV. Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalisten

 

Die Honorarsätze für diesen Personenkreis werden rückwirkend zum 1. August um 1,5 Prozent erhöht.

 

Die Laufzeit des Tarifvertrags über die Altersversorgung beträgt sechs Jahre, die des Manteltarifvertrages vier Jahre, die des Entgelttarifvertrages ein Jahr. Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 16. Januar 1998 vereinbart.

 

Der Verhandlungsführer des BDZV, Rüdiger Niemann, bewertete das Verhandlungsergebnis als vertretbaren Kompromiß. Das wichtigste Ergebnis sei die Fortschreibung der 36,5 Stunden-Woche, durch die deutlich werde, daß journalistische Arbeit nicht mit anderen Tätigkeiten verglichen werden könne. Positiv zu Buche schlage auch die praxisnähere Ausgestaltung der Berufsjahresstaffel. Im monetären Bereich habe der BDZV dagegen Zugeständnisse machen müssen, die im Hinblick auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht unproblematisch seien. Dies gelte besonders bezüglich der Gehaltsregelung für die neuen Bundesländer. Hier sei es leider nicht gelungen, die Gewerkschaft von dem dogmatischen Postulat der Tarifeinheit abzubringen. Der Abschluß dürfe aber, wie Niemann erklärte, nicht nur vor dem Hintergrund seiner materiellen Auswirkungen gesehen werden. Wichtig sei auch, daß beide Sozialpartner letztlich doch noch ihre Regelungskompetenz unter Beweis gestellt hätten. Dies werde sich auf die Reputation der Tarifautonomie in der Branche und der Bereitschaft der Zeitungsverlage zur Tarifbindung positiv auswirken.

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