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13. Januar 2006 | Ausland

2005 wurden 63 Journalisten getötet

Im Jahr 2005 sind laut der Menschenrechtsor­ganisation Reporter ohne Grenzen (RoG) 63 Journalisten und fünf Medienmitarbeiter während oder wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das seien zehn mehr als im Vorjahr, berichtete RoG. Gewalt und Zensur hätten deutlich zugenommen. Zum dritten Mal bezeichnete die Organisation den Irak global als das gefährlichste Land für Repor­ter. Weltweit sitzen derzeit 126 Journalisten und 70 Internetdissidenten im Gefängnis. Mit min­destens 1.006 zensierten oder verbotenen Me­dien im vergangenen Jahr ist die Zahl im Ver­gleich zu 2004 um mehr als 60 Prozent gestie­gen. Drohungen und gewalttätige Übergriffe ha­ben laut RoG mit 1.308 Vorfällen die bereits ho­hen Zahlen von 2004 (1.146) übertroffen. Einen leichten Rückgang dokumentierte die Organisa­tion dagegen bei den vorübergehenden Fest­nahmen – diese lagen 2005 bei 807 Fällen, im Jahr zuvor waren es 907. Allein im Irak kamen 24 Journalisten und fünf Medienmitarbeiter ums Leben. In den meisten Fällen seien die Angriffe auf das Konto von Terroristen und aufständischen Gruppen gegangen, erläuterte RoG; doch in drei Fällen seien auch US-Truppen beteiligt gewesen. Als besonders gefährlich für Journalisten hätten sich ferner die Philippinen, der Libanon, Nepal und China erwiesen: Nach China (32 inhaftierte Journalisten), sei Kuba das Land mit den meisten inhaftierten Journalisten (24). Besorgnis erregend seien aber auch die Prozesse gegen 131 politi­sche Gefangene in Äthiopien, unter ihnen etwa ein Dutzend Journalisten. RoG forderte hier „Transparenz“ und wies in diesem Zusammen­hang darauf hin, dass Äthiopien mit 17 Journa­listen hinter Gittern „das größte Gefängnis für Journalisten in Afrika“ sei.

Das Committee to Protect Journalists (CPJ) hatte bereits Mitte Dezember 2005 darauf hinge­wiesen, dass die USA auf der Liste von Ländern, die die meisten Journalisten inhaftiert haben, an sechster Stelle stehen – gleichauf mit der Militär­diktatur Birma (Myanmar). Die USA hielten dem­nach am 1. Dezember 2005 fünf Journalisten gefangen, vier Iraker und einen Sudanesen; ge­gen alle fünf sei bisher keine Anklage erhoben worden. Das Committee to Protect Journalists ist eine unabhängige Journalistenorganisation, die sich weltweit für Pressefreiheit einsetzt. Direktorin Ann Cooper sagte, es sei „besonders beunruhi­gend“, dass ausgerechnet die USA nun zu den Ländern gehörten, die Journalisten ihrer Arbeit wegen einsperrten.

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