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10. Januar 1997 | Ausland

1996 weltweit 38 Journalisten ermordet

Das Internationale Presse Institut (IPI) in Wien hat für das Jahr 1996 weltweit Rückschläge bei der Wahrung der Pressefreiheit festgestellt. Im Vergleich zu früheren Jahren hätten sich die Bedingungen für eine freie und unabhängige Berichterstattung deutlich verschlechtert, beklagt das IPI in seinem am 5. Januar 1997 veröffentlichten Jahresbericht. Danach wurden im Vorjahr 38 Journalisten getötet. Die meisten dieser Morde seien nicht aufgeklärt worden. Der Bericht für 1996 enthält eine Bestandsaufnahme zur Pressefreiheit in 150 Staaten. Laut IPI versuchten im Vorjahr viele Regierungen verstärkt, die Medien zu beeinflussen, zu kontrollieren oder zum Schweigen zu bringen. Die Pressefreiheit war demnach vor allem in den Ländern des ehemaligen Ostblocks in Gefahr. Zensur der Medien und Schikanen gegenüber Journalisten durch die politische Führung werde in Kroatien, Serbien, Albanien, Rumänien, der Slowakei und Bulgarien ausgeübt. In Rußland seien sieben Journalisten ermordet worden; in Tadschikistan und Usbekistan jeweils ein Reporter. In Südamerika stellte das IPI vor allem in Argentinien, Mexiko, Kuba und Kolumbien eine wachsende Bedrohung der Pressefreiheit fest. In Afrika wurde Algerien als "Hölle auf Erden" für Journalisten beschrieben. Elf Reporter wurden 1996 laut IPI im Konflikt zwischen der Regierung und islamischen Fundamentalisten ermordet. Seit Mai 1993 gab es in Algerien insgesamt 60 Mordopfer unter Medienvertretern. Im nahen Osten hätten Saudi-Arabien und Kuwait kritische Berichterstattung zunehmend erschwert. Im Iran sei es lebensgefährlich, eine Petition für die Aufhebung der Zensur zu unterzeichnen, schreibt das IPI: Drei Journalisten und Autoren, die die Petition unterstützten, seien bereits ermordet worden. Bei der Beurteilung der Lage in der Türkei schloß sich das IPI der Menschenrechtsorganisation Amnesty International an. Danach ist das Land einer der gefährlichsten Orte der Welt für Journalisten. Im Vorjahr seien erneut Dutzende von Medienvertretern und Schriftstellern in Haft genommen worden. In Asien halte China an der Politik fest, daß Medien nur dazu da seien, den Staat zu unterstützen, heißt es weiter in dem Bericht. Laut IPI wurden in Thailand und Kambodscha zwei bekannte Journalisten ermordet. Selbst in westeuropäischen Ländern seien Journalisten in Gefahr. So wurde in Irland eine Reporterin umgebracht, die Machenschaften der Dubliner Unterwelt aufdeckte; in Schweden müßten sich drei Journalisten verstecken, weil sie von Motorradfahrer-Banden, über die sie berichtet hatten, bedroht würden.

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