Werbegeschäft immer noch unbefriedigend
Anzeigenumfänge im ersten Halbjahr im Minus/Einbrüche bei Stellenanzeigen wegen Konjunkturflaute/Reiseanzeigen im Plus
Zahlen für den Juli 2002 gibt es bereits von Nielsen Media Research. Danach sanken die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen in den ersten sieben Monaten des Jahres kumuliert um 4,7 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro. Die Verluste blieben damit unter dem Durchschnitt aller Medien (-5,8 Prozent); allerdings bildet Nielsen nur einen Teil der Anzeigeneinnahmen der Zeitungen ab. Die größten Rückgänge hatte das Fernsehen mit –7 Prozent zu verzeichnen.
Die Zahl der Prospektbeilagen verringerte sich um 10,2 Prozent. Die Heftumfänge sind im Vergleich mit dem Vorjahreshalbjahr um 5 Prozent zurückgegangen; dabei stand dem erheblichen Minus beim Anzeigenumfang (-13.6 Prozent) eine geringe Reduzierung der Textumfänge (-0,5 Prozent) gegenüber. Betrachtet man allein den Juni 2002, so nahmen hier im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahresmonat die Heftumfänge um 2,4 Prozent zu. Verantwortlich hierfür war der erweiterte Textumfang (8 Prozent); die Anzeigenumfänge gingen um –8,4 Prozent zurück.
Wie schon im ersten Quartal 2002 ist nun auch im ersten Halbjahr zu beobachten, dass die Geschäftsentwicklung sich in den westlichen Bundesländern kaum noch von den östlichen unterscheidet: Während im Westen die Anzeigenumfänge der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen im ersten Halbjahr 2002 kumuliert 14,1 Prozent verloren, mussten im Osten Verluste von 14,5 Prozent verzeichnet werden.
Die negative Entwicklung der Anzeigenumfänge traf insbesondere hochauflagige Titel: Starke Verluste gab es in der Auflagenklasse 125.000 bis 200.000 Exemplare (-17,8 Prozent) und über 200.000 Exemplare (-19,5 Prozent). Weniger starke Verluste mussten Zeitungen mit einer Auflage bis 25.000 Exemplare verkraften: Sie hatten ein Minus von 9 Prozent zu verzeichnen.
Betrachtet nach Anzeigensparten waren mit weitem Abstand die Stellenanzeigen (-41,7 Prozent) für den Rückgang der Anzeigenumfänge verantwortlich. Es folgen überregionale Anzeigen (-13,8 Prozent), Immobilienanzeigen (-12,7 Prozent) und Kfz-Anzeigen (-9,5 Prozent); außerdem Sonstige (-8,2 Prozent), Veranstaltungs- (-7,2 Prozent), Lokal- (-4,0 Prozent) und Familienanzeigen (-2,2 Prozent). Die Reiseanzeigen liegen dagegen mit 5 Prozent im Plus.
Unterscheidet man die Rubrikanzeigenmärkte nach West und Ost, so sind zum Beispiel in den neuen Ländern die Verluste bei lokalen Anzeigen, im Kfz-Markt und bei sonstigen Anzeigen deutlich höher; dagegen fällt in den alten Ländern das Minus bei überregionalen Anzeigen, Stellenanzeigen und Veranstaltungen sehr viel größer aus.
Eine ausführliche Dokumentation der Anzeigenstatistik ist für Mitglieder der ZMG zu beziehen über ZMG, Urszula Wrzeciono, Telefon: 069/973822-48, E-Mail: planungsservice@zmg.de.
Download der Anzeigenstatistik 2. Quartal 2002
20. August 2002

















