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31. August 2005 | Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten

Zur Lage der Zeitungen in Deutschland 2005

Von Anja Pasquay

Deutschland ist ein Zeitungsland. Knapp drei Viertel der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (74,8 Prozent) lesen regelmäßig eine Tageszeitung, das sind 48,5 Millionen Männer und Frauen. Bei den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen liegen die Leserinnen mit 64,5 Prozent sogar ganz leicht vor den Lesern (62,6 Prozent). Dagegen werden Kaufzeitungen und überregionale Abonnementzeitungen stärker von Männern (26,6 Prozent beziehungsweise 7,2 Prozent) als von Frauen (16,8 Prozent beziehungsweise 4,3 Prozent) genutzt.

 

Nach Altersgruppen betrachtet, erreichen die Tageszeitungen ihre höchste Reichweite traditionell bei den 40- bis 69-jährigen Lesern, nämlich zwischen 77 und 85 Prozent. Von den über 70-Jährigen greifen gut 83 Prozent regelmäßig zur Tageszeitung, und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es gut 70 Prozent. Zwar wird von den jüngeren Altersgruppen im Vergleich weniger und weniger regelmäßig Zeitung gelesen, doch liegen auch hier die Reichweiten auf einem hohen Niveau: Von den 20- bis 29-Jährigen werden 60,3 Prozent durch die Zeitung erreicht, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin gut 49 Prozent.

 

Um das Interesse insbesondere der Jugendlichen und jungen Leute an der Zeitung zu wecken und zu halten, haben in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Verlage weit über 100 eigene redaktionelle Angebote für junge Leser entwickelt. Seither veröffentlichen die Zeitungen zum Beispiel regelmäßig Jugendsupplements mit ausführlichen Veranstaltungshinweisen oder spezielle Jugendseiten und offerieren diverse auf diese Zielgruppe zugeschnittene Internetaktivitäten. Gerade durch die Verknüpfung mit interessanten Online-Angeboten hoffen die Verlage, den internet-affinen Nachwuchs auch mit den Qualitäten der gedruckten Zeitung vertraut zu machen.

 

Gesamtumsatz wächst leicht

 

2004 konnten die Zeitungen beim Gesamtumsatz aus Anzeigen, Beilagen und Vertrieb im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Zuwachs verzeichnen, er stieg von 8,90 Milliarden Euro auf 8,99 Milliarden Euro an (+ 1 Prozent). Davon entfielen 8,47 Milliarden Euro auf die Tageszeitungen, die damit ein Plus von 0,8 Prozent erzielten.

 

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fielen 2004 besser aus als von vielen erwartet - das Bruttoinlandsprodukt wuchs preisbereinigt um 1,6 Prozent, nachdem es 2003 noch um 0,1 Prozent gesunken war. Die Inflationsrate blieb mit 1,6 Prozent niedrig (2003: 1,1 Prozent). Die Verlage konnten an diesem Wachstum allerdings nur unterdurchschnittlich partizipieren. Erstmals seit drei Jahren legten sie jedoch bei den Anzeigen wieder zu (+1,25 Prozent) - und übertrafen deutlich den Zuwachs bei den Vertriebsumsätzen (+0,58 Prozent). Gleichwohl steht nicht zu erwarten, dass die bis zum Jahr 2000 gültige Faustregel, wonach zwei Drittel der Umsätze im Zeitungsgeschäft mit Anzeigen und Werbung und ein Drittel mit dem Verkauf erzielt werden, neu belebt wird. Im Jahr 2004 stammten 55,4 Prozent der Erlöse aus dem Anzeigengeschäft, 44,6 Prozent aus dem Vertriebsgeschäft.

 

Entwicklung des Anzeigengeschäfts

 

Mit einem Werbeumsatz von 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2004 (+0,93 Prozent) bleiben die Tageszeitungen mit Abstand der größte Werbeträger. Die Werbeumsätze der Wochen- und Sonntagszeitungen stiegen von 222 auf 240 Millionen Euro (+7,77 Prozent); die Zeitungssupplements werden nicht mehr eigens ausgewiesen. Der Gesamtwerbeumsatz aller Zeitungsgattungen belief sich auf 4,74 Milliarden Euro (+1,25 Prozent). Der Werbemarkt in Deutschland wuchs leicht: Die durchschnittliche Umsatzsteigerung aller Werbemedien lag 2004 bei +1,6 Prozent. Der Anteil der Zeitungsbranche am Gesamtwerbeaufkommen stagnierte bei knapp 25 Prozent, im Jahr 2000 war er noch leicht auf 29 Prozent angestiegen.

 

Die Regionalzeitungen in West- und Ostdeutschland kamen 2004 bei ihren Anzeigenumsätzen auf zusammen 3,60 Milliarden Euro. Die Anzeigenumfänge wuchsen von Januar bis Dezember 2004 leicht 0,3 Prozent an: Dabei lagen die Zeitungen im Westen (+0,7 Prozent) deutlich besser als die im Osten, die -4,1 Prozent Umfangverluste verkraften mussten. Die Entwicklung der Nettoanzeigenumfänge verlief in den Anzeigensparten sehr unterschiedlich: Während die Stellenanzeigen (-6,0 Prozent) erneut überdurchschnittlich verloren, verzeichneten Kfz-Marktanzeigen (+3,9 Prozent), sonstige Anzeigen (+3,7 Prozent) und lokale Geschäftsanzeigen (+2,0 Prozent) ein deutliches Plus. Familienanzeigen (-3,6 Prozent), Reiseanzeigen (-3,7 Prozent), Veranstaltungen (-2,0 Prozent), Immobilien (-0,3 Prozent) und überregionale Anzeigen (-0,9 Prozent) blieben dagegen im negativen Bereich.

 

Im ersten Halbjahr 2005 sind die Umfänge bezahlter Anzeigen der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um -1,6 Prozent gesunken. Positiv behaupten konnten sich die Reiseanzeigen (+1,7 Prozent), Familienanzeigen (+1,4 Prozent) und Kfz-Marktanzeigen (+0,3 Prozent). Alle übrigen Sparten schlossen nach Umfängen von Januar bis Juni 2005 mit Verlusten ab: überregionale Anzeigen (-0,3 Prozent), lokale Geschäftsanzeigen (-2,0 Prozent), Immobilien- (-5,3 Prozent) und Stellenanzeigen (-0,6 Prozent) ebenso wie Veranstaltungsanzeigen (-3,9 Prozent) und sonstige Anzeigen (-3,1 Prozent).

 

Die Entwicklung des Geschäfts mit Prospektbeilagen verlief 2004 weniger gut als das Anzeigengeschäft; es gab Verluste von -0,3 Prozent. Im ersten Halbjahr 2005 fiel das Minus beim Beilagenaufkommen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum mit -0,5 Prozent Verlusten noch etwas höher aus.

 

Auflagen gehen leicht zurück

 

Die Zeitungen in Deutschland haben eine Gesamtauflage von 27,40 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstag (IVW: II. Quartal 2005). Davon entfallen auf Westdeutschland 24,17 Millionen, auf die neuen Länder gut 3,2 Millionen Exemplare. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies ein durchschnittliches Auflagenminus von 788.870 Exemplaren (-2,8 Prozent).

 

Während die Zeitungen im Westen -2,5 Prozent (-623.622 Exemplare) an Auflage verloren, ging der Verkauf im Osten um -4,86 Prozent (-165.248 Exemplare) zurück. Insgesamt beliefen sich die Verluste per saldo bei den lokalen/regionalen Zeitungen auf -1,93 Prozent, bei den Kaufzeitungen auf -2,93 Prozent, bei den Sonntagszeitungen auf -7,92 Prozent und bei den Wochenzeitungen auf -1,25 Prozent. Leichte Zuwächse verbuchten dagegen die überregionalen Zeitungen mit +0,63 Prozent oder 10.390 Exemplaren.

 

Die verkaufte Auflage aller Zeitungsgattungen gliedert sich in 21,6 Millionen Tageszeitungsexemplare, 3,83 Millionen Sonntagszeitungen und gut 1,9 Millionen Wochenzeitungen. Bei den Tageszeitungen entfallen 15,1 Millionen Exemplare auf die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen, gut 1,6 Millionen auf überregionale Blätter und gut 4,8 Millionen auf die Kaufzeitungen.

 

Stand: 8/2005

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