Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

14. August 2003 | Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten

Zur Lage der Zeitungen in Deutschland 2003

Von Anja Pasquay

Gut drei Viertel der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (76,2 Prozent) lesen regelmäßig eine Tageszeitung, das sind mehr als 49 Millionen Männer und Frauen. Bei den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen liegen die Leserinnen mit 65,5 Prozent sogar ganz leicht vor den Lesern (64,0 Prozent). Dagegen werden Kaufzeitungen und überregionale Abonnementzeitungen stärker von Männern (27,3 Prozent beziehungsweise 6,9 Prozent) als von Frauen (18,4 Prozent beziehungsweise 4,1 Prozent) genutzt.

 

Nach Altersgruppen betrachtet, erreichen die Tageszeitungen ihre höchste Reichweite traditionell bei den 40- bis 69-jährigen Lesern, nämlich zwischen rund 85 und knapp 80 Prozent. Von den über 70-Jährigen greifen fast 83 Prozent regelmäßig zur Tageszeitung, und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es gut 72 Prozent. Zwar wird von den jüngeren Altersgruppen im Vergleich weniger und weniger regelmäßig Zeitung gelesen, doch liegen auch hier die Reichweiten auf einem hohen Niveau: Von den 20- bis 29-Jährigen werden mehr als 63 Prozent durch die Zeitung erreicht, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin fast 54 Prozent.

 

Um das Interesse insbesondere der Jugendlichen und jungen Leute an der Zeitung zu wecken und zu halten, haben in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Verlage eigene redaktionelle Angebote für junge Leser entwickelt. Seither veröffentlichen mehrere Dutzend Zeitungen zum Beispiel regelmäßig Jugendsupplements mit ausführlichen Veranstaltungshinweisen oder spezielle Jugendseiten und offerieren diverse auf diese Zielgruppe zugeschnittene Internetaktivitäten. Gerade durch die Verknüpfung mit interessanten Online-Angeboten hoffen die Verlage, den internet-affinen Nachwuchs auch mit den Qualitäten der gedruckten Zeitung vertraut zu machen.

 

Gesamtumsatz geht zurück

 

2002 mussten die Zeitungen beim Gesamtumsatz aus Anzeigen, Beilagen und Vertrieb im Vergleich zum Vorjahr deutliche Verluste verkraften, er ging von 9,99 Milliarden Euro auf 9,42 Milliarden Euro zurück (-5,8 Prozent). Davon entfielen 8,83 Milliarden Euro auf die Tageszeitungen, die damit Einbußen von –6,03 Prozent erlitten.

 

Die schwache Konjunktur des Jahres 2002 wirkte bei den Zeitungsverlagen erneut besonders negativ aus. Am Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland, das preisbereinigt ohnehin nur 0,2 Prozent erreichte (nach 0,6 Prozent 2001), konnten die Verlage wie schon im Vorjahr nicht partizipieren. Vor allem das Anzeigengeschäft, bisher mit durchschnittlich zwei Dritteln Hauptumsatzträger, brach nach 13 Prozent im Jahr 2001 erneut um –12,06 Prozent ein; die Vertriebsumsätze stiegen um immerhin 3,61 Prozent, konnten die Verluste jedoch nicht wettmachen. Einen so starken Rückgang der Umsätze wie in den Jahren 2002 und 2001 hat es bei den Zeitungen in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gegeben.

 

Entwicklung des Anzeigengeschäfts

 

Mit einem Werbeumsatz von 4,93 Milliarden Euro im Jahr 2002 (-12,5 Prozent) bleiben die Tageszeitungen mit Abstand der größte Werbeträger. Die Werbeumsätze der Wochen- und Sonntagszeitungen gingen von 287 auf 268 Millionen Euro zurück; die Zeitungssupplements hatten ein leichtes Plus von rund einer Millionen Euro (2,36 Prozent) auf 68 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Gesamtwerbeumsatz aller Zeitungsgattungen belief sich auf 5,27 Milliarden Euro (-12,06 Prozent). Der Werbemarkt in Deutschland schrumpfte erneut: Der durchschnittliche Umsatzrückgang aller Werbemedien lag 2002 bei –7,5 Prozent. Der Anteil der Zeitungsbranche am Gesamtwerbeaufkommen fiel von 27 Prozent auf 26 Prozent, 2000 war er noch leicht auf 29 Prozent angestiegen.

 

Die Regionalzeitungen in West- und Ostdeutschland kamen 2002 bei ihren Anzeigenumsätzen auf zusammen 4,12Milliarden Euro. Die Anzeigenumfänge gingen von Januar bis Dezember 2002 um -12,3 Prozent zurück: Dabei lagen die Zeitungen im Westen (-12,4 Prozent) noch etwas schlechter als die im Osten, die –10,8 Prozent Umfangsverluste verkraften mussten. Von der insgesamt negativen Entwicklung der Nettoanzeigenumfänge waren nicht alle Anzeigensparten in gleichem Maß betroffen: während überregionale Anzeigen (-13,2 Prozent) und Stellenanzeigen (-40,7 Prozent) überdurchschnittlich verloren, verzeichneten Kfz- (-10,3 Prozent), Immobilien- (-10,8 Prozent) und Sonstige Anzeigen (- 7,9 Prozent) sowie Veranstaltungs- (-4,2 Prozent), lokale Geschäfts- (-2,6 Prozent) und Familienanzeigen (-1,8 Prozent) ein unterdurchschnittliches Minus. Die Reiseanzeigen lagen sogar mit 3,0 Prozent im Plus.

 

Im ersten Halbjahr 2003 sind die Umfänge bezahlter Anzeigen der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um –8,7 Prozent gesunken. Positiv behaupten konnten sich die überregionalen Anzeigen (2,9 Prozent) und die Familienanzeigen (0,3 Prozent). Alle übrigen Sparten schlossen nach Umfängen von Januar bis Juni 2003 mit Verlusten ab: Kfz-Markt-Anzeigen (-10,0 Prozent), Immobilien- (-12,4 Prozent) und Stellenanzeigen (-41,7 Prozent) ebenso wie lokale Geschäftsanzeigen (-0,4 Prozent), Reise- (-0,3 Prozent), Veranstaltungs- (-11,4 Prozent) und sonstige Anzeigen (-3,0 Prozent).

 

Die Entwicklung des Geschäfts mit Prospektbeilagen verlief 2002 ähnlich unbefriedigend wie das übrigen Anzeigengeschäft; es gab Verluste von -9,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2003 fiel das Minus beim Beilagenaufkommen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum mit –3,2 Prozent Verlusten (West –3,4 Prozent/ Ost +0,1 Prozent) etwas gemäßigter aus.

 

Auflagen gehen leicht zurück

 

Die Zeitungen in Deutschland haben eine Gesamtauflage von 28,76 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstag (IVW: II. Quartal 2003). Davon entfallen auf die alten Bundesländer 25,24 Millionen, auf die neuen Länder gut 3,4 Millionen Exemplare. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies ein durchschnittliches Auflagenminus von 829.349 Exemplaren (-2,8 Prozent).

 

Während die Auflagen in den alten Ländern –2,7 Prozent (-701.745 Exemplare) verloren, ging der Verkauf in den neuen Ländern um -3,5 Prozent (-127.604 Exemplare) zurück. Insgesamt beliefen sich die Verluste per saldo bei den lokalen/regionalen Zeitungen auf –2,14 Prozent, bei den überregionalen Zeitungen auf -2,24Prozent, bei den Kaufzeitungen auf –5,75 Prozent, bei den Sonntagszeitungen auf –3,80 Prozent. Leichte Zuwächse verbuchten dagegen die Wochenzeitungen mit 2,01 Prozent oder knapp 37.000 Exemplaren.

 

Die verkaufte Auflage aller Zeitungsgattungen gliedert sich in knapp 22,6 Millionen Tageszeitungsexemplare, 4,3 Millionen Sonntagszeitungen und fast 1,9 Millionen Wochenzeitungen. Bei den Tageszeitungen entfallen 15,8 Millionen Exemplare auf die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen, gut 1,6 Millionen auf überregionale Blätter und gut 5,1 Millionen auf die Kaufzeitungen.

 

Stand: 8/2003

zurück