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10. Juli 2001 | Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten

Zur Lage der Zeitungen in Deutschland 2001

Von Anja Pasquay

Vier Fünftel der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (78 Prozent) lesen regelmäßig eine Tageszeitung, das sind knapp 50 Millionen Männer und Frauen. Bei den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen liegen die Leserinnen mit 68,2 Prozent sogar ganz leicht vor den Lesern (67,4 Prozent). Dagegen werden Kaufzeitungen und überregionale Abonnementzeitungen stärker von Männern (25,9 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent) als von Frauen (17,4 Prozent beziehungsweise 4,3 Prozent) genutzt.

Nach Altersgruppen betrachtet, erreichen die Tageszeitungen ihre höchste Reichweite traditionell bei den 40- bis 69-jährigen Lesern, nämlich zwischen knapp 82 und gut 86 Prozent. Von den über 70-Jährigen greifen 84,5 Prozent regelmäßig zur Tageszeitung, und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es fast 75 Prozent. Zwar wird von den jüngeren Altersgruppen im Vergleich weniger und weniger regelmäßig Zeitung gelesen, doch liegen auch hier die Reichweiten auf einem hohen Niveau: Von den 20- bis 29-Jährigen werden 66,1 Prozent durch die Zeitung erreicht, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin 55,4 Prozent.

 

Um das Interesse insbesondere der Jugendlichen und jungen Leute an der Zeitung zu wecken und zu halten, haben seit Beginn der 90er Jahre zahlreiche Verlage eigene redaktionelle Angebote für junge Leser entwickelt. Inzwischen veröffentlichen mehr als 70 Zeitungen zum Beispiel regelmäßig Jugendsupplements oder spezielle Jugendseiten. Aktuelle Informationen dazu sind über den Button „Jugend und Zeitung“ auf der Homepage des BDZV (www.bdzv.de) abrufbar.

 

Gesamtumsatz steigt um 6,6 Prozent

 

2000 konnten die Zeitungen den Gesamtumsatz aus Anzeigen, Beilagen und Vertrieb im Vergleich zum Vorjahr von 10,11 Milliarden auf 10,79 Milliarden Euro steigern (+ 6,6 Prozent). Davon entfielen 10,23 Milliarden Euro auf die Tageszeitungen, die damit eine Umsatzsteigerung von 6,89 Prozent erreichten.

 

Als gut bis sehr gut lassen sich die Wirtschaftsdaten für die Branche nur in Westdeutschland beschreiben, dagegen verlief die Entwicklung für die Zeitungsverlage im Osten auch während des „Ausnahmejahrs“ 2000 wenig erfreulich. Am Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland, das preisbereinigt drei Prozent erreichte (nach 1,4 Prozent 1999), konnten die Verlage im Gegensatz zum Vorjahr überproportional partizipieren. Vor allem das Anzeigengeschäft, mit durchschnittlich zwei Dritteln immer noch Hauptumsatzträger, legte um 7,82 Prozent zu; die Vertriebsumsätze steigen um immerhin 4,63 Prozent, nachdem sie 1999 sogar erstmals gefallen waren.

 

Entwicklung des Anzeigengeschäfts

 

Mit einem Werbeumsatz von 6,55 Milliarden Euro im Jahr 2000 (+8,08 Pro­zent) bleiben die Tageszeitungen mit Abstand der größte Werbeträger. Die Werbeumsätze der Wochen- und Sonntagszeitungen stiegen von 261 auf 278 Millionen Euro (+6,24 Prozent); die Zeitungssupplements hatten erneut ein Minus von rund 50 Millionen Euro (-7,81 Prozent) zu verzeichnen. Der Ge­samtwerbeumsatz aller Zeitungsgattungen belief sich auf 6,9 Milliarden Euro (+7,82 Prozent). Die durch­schnittliche Umsatzstei­gerung aller Werbemedien lag 2000 bei +5,6 Pro­zent. Der Anteil der Zeitungs­branche am Gesamtwerbeaufkommen stieg leicht von 29,5 Prozent auf 29,7 Prozent.

 

Die Regionalzeitungen in West- und Ostdeutschland erzielten 2000 eine Steigerung ihrer Anzeigenumsätze auf zusammen 5,08 Milliarden Euro. Dieses Ergebnis wurde auch durch eine Erweiterung der Anzeigenumfänge um 4,2 Prozent erreicht: Dabei lagen die Zeitungen in den alten Ländern (4,8 Prozent) deutlich vor den neuen Ländern, die sogar Umfangsverluste verkraften mussten (-1,9 Prozent). Von der insgesamt positiven Entwicklung der Nettoanzeigenumfänge waren bei weitem nicht alle Anzeigensparten betroffen: während überregionale Anzeigen (18,2 Prozent), Stellen- (26,5 Prozent) und Reiseanzeigen (3,0 Prozent) Zuwächse verzeichnen konnten, gab es dagegen ein Minus bei lokalen Geschäftsanzeigen (-1,0 Prozent), Immobilien- (-1,9 Prozent), Kfz- (-8,9 Prozent), Familien- (-0,7 Prozent) und Veranstaltungsanzeigen (-0,7 Prozent).

 

Im ersten Halbjahr 2001 sind die Umfänge bezahlter Anzeigen der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum allerdings nurmehr um 1,2 Prozent angestiegen. Positive Trends konnten insbesondere in der Anzeigenumfangentwicklung der Kfz-Markt-Anzeigen (West 12,2 Prozent/ Ost 17,3 Prozent), der Immobilien- (17,7 Prozent/ –7,1 Prozent) und der Stellenanzeigen (16,2 Prozent/ 4,4 Prozent) beobachtet werden. Extreme Verluste gab es dagegen bei den überregionalen Anzeigen (West –22,2 Prozent/ Ost –32,5 Prozent).

 

Die Entwicklung des Geschäfts mit Prospektbeilagen verlief 2000 ähnlich wie im Vorjahr; es gab einen leichten Zuwachs von 0,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2001 fiel das Beilagenaufkommen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum dagegen mit –7,7 Prozent Verlusten (alte Länder –7,7 Prozent/ neue Länder –7,4 Prozent) wesentlich schlechter aus.

 

Auflagen gehen leicht zurück

 

Die Zeitungen in Deutschland haben eine Gesamtauflage von 30,2 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstag (IVW: II. Quartal 2001). Davon entfallen auf die alten Bundesländer gut 26,4 Millionen, auf die neuen Länder gut 3,7 Millio­nen Exemplare. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies ein durchschnittliches Auflagenminus von 219.230 Exemplaren (-0,7 Prozent).

 

Während die Auflagen in den alten Ländern mit -0,24 Prozent (-64.304 Exem­plare) nur leicht verloren, ging der Verkauf in den neuen Ländern um -3,94 Pro­zent (-154.926 Exemplare) zurück. Insgesamt beliefen sich die Verluste per saldo bei den lokalen/regionalen Zeitungen auf –0,97 Pro­zent, bei den Kaufzeitungen auf –0,46 Prozent, bei den Wochenzeitungen auf –5,36 Prozent und bei den Sonntagszeitungen auf –0,06 Prozent. Zuwächse verbuchten dagegen die überregionalen Zeitungen (+4,75 Prozent).

 

Die verkaufte Auflage aller Zeitungsgattungen gliedert sich in 23,8 Millionen Tageszeitungsexem­plare, knapp 4,5 Millionen Sonntagszeitungen und 1,9 Millionen Wochenzeitungen. Bei den Tageszeitungen entfallen 16,4 Millionen Exemplare auf die lokalen und regiona­len Abonnementzeitungen, 1,7 Millionen auf überregio­nale Blätter und 5,7 Millionen auf die Kaufzeitungen.

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