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20. Juli 2000 | Die deutschen Zeitungen in Zahlen und Daten

Zur Lage der Zeitungen in Deutschland 2000

Von Anja Pasquay

Vier Fünftel der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (78 Prozent) lesen regelmäßig eine Tageszeitung, das sind knapp 50 Millionen Männer und Frauen. Bei den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen liegen die Leserinnen mit 68,5 Prozent sogar ganz leicht vor den Lesern (67,7 Prozent). Dagegen werden Kaufzeitungen und überregionale Abonnementzeitungen stärker von Männern (25,4 Prozent beziehungsweise 6,8 Prozent) als von Frauen (17 Prozent beziehungsweise 4,4 Prozent) genutzt.

Nach Altersgruppen betrachtet, erreichen die Tageszeitungen ihre höchste Reichweite traditionell bei den 40- bis 69-jährigen Lesern, nämlich zwischen 82 und gut 86 Prozent. Von den über 70-Jährigen greifen mehr als 84 Prozent regelmäßig zur Tageszeitung, und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es knapp 75 Prozent. Zwar wird von den jüngeren Altersgruppen im Vergleich weniger und weniger regelmäßig Zeitung gelesen, doch liegen auch hier die Reichweiten auf einem hohen Niveau: Von den 20- bis 29-Jährigen werden fast 66 Prozent durch die Zeitung erreicht, bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin 55 Prozent.

Um das Interesse insbesondere der Jugendlichen und jungen Leute an der Zeitung zu wecken und zu halten, haben seit Beginn der 90er Jahre zahlreiche Verlage eigene redaktionelle Angebote für junge Leser entwickelt. Inzwischen veröffentlichen mehr als 70 Zeitungen zum Beispiel regelmäßig Jugendsupplements oder spezielle Jugendseiten. Aktuelle Informationen dazu sind hier auf der Homepage des BDZV (www.bdzv.de) abrufbar.

 

Gesamtumsatz steigt um 1,4 Prozent

1999 konnten die Zeitungen den Gesamtumsatz aus Anzeigen, Beilagen und Vertrieb im Vergleich zum Vorjahr von 19,50 Milliarden auf 19,78 Milliarden Mark steigern (+41,44 Prozent). Davon entfielen 18,73 Milliarden Mark auf die Tageszeitungen, die damit eine Umsatzsteigerung von 1,58 Prozent erreichten.

Als günstig lassen sich die Wirtschaftsdaten für die Branche nur in Westdeutschland beschreiben, dagegen verlief die Entwicklung für die Zeitungsverlage im Osten 1999 zum Teil verheerend. Am Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland, das preisbereinigt 1,4 Prozent erreichte (nach 2,8 Prozent 1998), konnten die Verlage im Gegensatz zum Vorjahr nur proportional partizipieren. Zwar stieg das Anzeigengeschäft, mit durchschnittlich zwei Dritteln immer noch Hauptumsatzträger, um 3,08 Prozent an; die Vertriebsumsätze gingen jedoch erstmals zurück (um -1,27 Prozent).

 

Entwicklung des Anzeigengeschäfts

Mit einem Werbeumsatz von 11,86 Milliarden Mark im Jahr 1999 (+3,38 Prozent) bleiben die Tageszeitungen mit Abstand der größte Werbeträger. Die Werbeumsätze der Wochen- und Sonntagszeitungen stiegen von 490 auf 510 Millionen Mark (+4,8 Prozent); die Zeitungssupplements hatten erneut ein Minus von rund 40 Millionen Werbemark (-20,55 Prozent) zu verzeichnen. Der Gesamtwerbeumsatz aller Zeitungsgattungen belief sich auf 12,51 Milliarden Mark (+3,08 Prozent). Die durchschnittliche Umsatzsteigerung aller Werbemedien lag 1999 bei +4,2 Prozent. Der Anteil der Zeitungsbranche am Gesamtwerbeaufkommen ging von 29,5 Prozent auf 29,3 Prozent zurück.

Die Regionalzeitungen in West- und Ostdeutschland erzielten 1999 eine Steigerung ihrer Anzeigenumsätze auf zusammen 9,42 Milliarden Mark. Dieses Ergebnis wurde auch durch eine Erweiterung der Anzeigenumfänge um 2,9 Prozent erreicht: Dabei lagen die Zeitungen in den alten Ländern (3,5 Prozent) deutlich vor den neuen Ländern, die sogar Umfangsverluste verkraften mussten (-2,0 Prozent). Von der insgesamt positiven Entwicklung der Nettoanzeigenumfänge waren bei weitem nicht alle Anzeigensparten betroffen: während überregionale Anzeigen (7,4 Prozent), Stellen- (22,2 Prozent), Kfz- (4,7 Prozent) und Familien-Anzeigen (1,8 Prozent) Zuwächse verzeichnen konnten, gab es dagegen ein Minus bei lokalen Geschäftsanzeigen (-3,8 Prozent), Immobilien- (-3,8 Prozent), Reise- (-0,2 Prozent) und Veranstaltungsanzeigen (-2,6 Prozent).

Im ersten Halbjahr 2000 sind die Umfänge bezahlter Anzeigen der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um +6,6 Prozent angestiegen. Positive Trends konnten insbesondere in der Anzeigenumfangentwicklung der überregionalen Anzeigen (alte Länder 36,2 Prozent/ neue Länder 21,2 Prozent) und der Stellenanzeigen (27,8 Prozent/ 15,7 Prozent) beobachtet werden.

Die Entwicklung des Geschäfts mit Prospektbeilagen verlief 1999 positiver als im Vorjahr mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent. Während in den alten Bundesländern das Beilagenaufkommen bei +1,5 Prozent lag, war in den neuen Bundesländern für den Zeitraum von Januar bis Dezember 1999 -3,3 Prozent zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr 2000 fiel das Beilagenaufkommen im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahreszeitraum mit +1,2 Prozent Zuwachs (alte Länder +1,2 Prozent/ neue Länder +1,0 Prozent) ähnlich aus.

 

Auflagen gehen leicht zurück

Die Zeitungen in Deutschland haben eine Gesamtauflage von 30,8 Millionen Exemplaren pro Erscheinungstag (IVW: II. Quartal 2000). Davon entfallen auf die alten Bundesländergut 26,7 Millionen, auf die neuen Länder gut vier Millionen Exemplare. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies ein durchschnittliches Auflagenminus von 338.426 Exemplaren (-1,1 Prozent).

Während die Auflagen in den alten Ländern mit -0,78 Prozent (-208.006 Exemplare) eher leicht verloren, ging der Verkauf in den neuen Ländern um -3,21 Prozent (-130.420 Exemplare) zurück. Insgesamt beliefen sich die Verluste per saldo bei den lokalen/regionalen Zeitungen auf -1,5 Prozent, bei den Kaufzeitungen auf -1,69 Prozent und bei den Wochenzeitungen auf -0,31 Prozent. Zuwächse verbuchten dagegen die überregionalen Zeitungen (+0,56 Prozent) und die Sonntagszeitungen (+0,21 Prozent).

Die verkaufte Auflage aller Zeitungsgattungen gliedert sich in 24 Millionen Tageszeitungsexemplare, knapp 4,5 Millionen Sonntagszeitungen und gut zwei Millionen Wochenzeitungen. Bei den Tageszeitungen entfallen 16,6 Millionen Exemplare auf die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen, 1,6 Millionen auf überregionale Blätter und 5,7 Millionen auf die Kaufzeitungen.

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