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20. Oktober 2011 | Reichweiten

72 Prozent lesen Zeitungen

Von Erik Staschöfsky

Im Jahr 2011 erreichen die deutschen Zeitungen – gedruckt, online und mobil – mehr Menschen als je zuvor. Kurzum, Deutschland liest Zeitung! Die Printprodukte werden von 72,4 Prozent (50,9 Millionen) der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren genutzt. 52 Prozent der Internet-Nutzer besuchen regelmäßig die Websites der Zeitungen (26 Millionen Unique User), bei den Portalen der regionalen Zeitungen sind es 39 Prozent (20 Millionen Unique User). Hinzu kommt eine stetig wachsende Zahl an Lesern, die über Smartphones und Tablet-PCs mit den Zeitungen in Berührung kommen. Die sich beschleunigende digitale Revolution und die Innovationskraft der Verlage im E-Publishingbereich eröffnen neue Potenziale, vor allem bei jungen Lesern. Denn sie sind es, die einen Großteil ihrer Zeit online verbringen.

reichweite zeitungen alter 2011Die Reichweiten der gedruckten Tageszeitungen bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Annähernd sieben von zehn Personen (68,4 Prozent) lesen laut Media-Analyse (ma) 2011 der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma) regelmäßig eine Zeitung. Das bedeutet, dass sich rund 48 Millionen Bürger vom Qualitätsmedium Tageszeitung informieren, unterhalten und bilden lassen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Reichweitenrückgang von 1,1 Prozentpunkten.

Die nachfolgende Detailauswertung der ma-Zahlen bestätigt die Stellung der Tageszeitungen als Universalmedium. So liegt die Reichweite der regionalen Abonnementzeitung bei 55,8 Prozent (39,2 Millionen). Somit beschäftigt sich mehr als die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren regelmäßig mit der Zeitung und den Themen ihrer Region. Ihre Leserschaft leicht vergrößern konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die überregionalen Zeitungen, die nunmehr 5,9 Prozent oder 4,1 Millionen Leser erreichen (2010: 5,5 Prozent). Hinzu kommen täglich etwa 14,3 Millionen Leser einer Kaufzeitung (20,3 Prozent), was gegenüber 2010 einen leichten Rückgang von 0,7 Prozentpunkten bedeutet. Angesichts dieser Verluste wird einmal mehr offensichtlich, dass die Reichweiten deutlich weniger stark als die Auflage der gedruckten Zeitungen zurückgehen. Die Tageszeitungen verzeichneten im zweiten Quartal 2011 einen Auflagenrückgang von 3,76 Prozent.

 

Wochenzeitungen vergrößern Reichweite


reichweite zeitungen gattungen 2011Die Wochenzeitungen haben eine regelmäßige Leserschaft von 1,75 Millionen, was einer Reichweite von 2,5 Prozent entspricht. Damit konnte diese Gruppe ihre Leserschaft gegenüber dem Vorjahr leicht vergrößern (ma 2010: 1,63 Millionen Leser, 2,3 Prozent). Dabei sind mit 2,6 Prozent doppelt so viele Leser in den alten wie in den neuen Bundesländern zu finden. Unterschieden nach Geschlecht, zeigt sich eine Dominanz der männlichen Leser (2,9 Prozent), im Vergleich dazu greifen 2,1 Prozent der möglichen weiblichen Leserschaft regelmäßig zu Wochenzeitungen.

Die Reichweite der Sonntagszeitungen liegt laut ma 2011 bei 17,9 Prozent, was etwa 12,59 Millionen Menschen entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Sonntagszeitungen ebenso wie die Überregionalen und die Wochenzeitungen an Reichweite zulegen (ma 2010: 12,3 Prozent beziehungsweise 12,3 Millionen Leser).

Deutliche Unterschiede in der Nutzung zeigen sich einmal mehr beim Ost-West-Vergleich. Während die Sonntagszeitungen in den alten Bundesländern von 19 Prozent genutzt werden, sind es in den neuen 12,9 Prozent. Zudem zeigt sich, dass Männer überdurchschnittlich oft Sonntagszeitungen rezipieren (23,8 Prozent), wohingegen nur 12,2 Prozent der Frauen erreicht werden.

Online-Zugewinne gleichen Printverluste (teilweise) aus

Doch nicht nur über ihre Printobjekte erreichen die Zeitungsverlage eine Vielzahl an Lesern. Daneben eröffnet das stetig wachsende Online-Angebot den Zeitungen neue Möglichkeiten und damit neue Leserschichten. Dies zeigt sich auch in den internet facts der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF). Demnach lesen regelmäßig 37 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren Artikel auf den Websites der Zeitungsverlage. Damit konnte die Zahl der Unique User um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Das Gesamtangebot der Zeitungen im Netz erreicht somit monatlich rund 26,1 Millionen Unique User in Deutschland (2010: 25,35 Millionen) und ist damit das reichweitenstärkste Internetangebot überhaupt. Die Portale der regionalen Abonnement-Zeitungen werden von 18,21 Millionen Unique Usern regelmäßig besucht. Werden ausschließlich die Onliner betrachtet, erzielen die Zeitungen insgesamt sogar eine Reichweite von 52 Prozent und bei den Portalen der regionalen Abo-Zeitungen eine Reichweite von 39 Prozent.

Werden Nutzergruppen nach Geschlecht und Alter untersucht, so zeigt sich, dass wesentlich mehr Männer (44,5 Prozent) als Frauen (29,9 Prozent) die Websites der Zeitungen ansteuern. Besonders aktiv sind dabei die 14- bis 29-Jährigen, die geschlechterübergreifend eine Reichweite von 57,3 Prozent aufweisen, ein Zuwachs von rund fünf Prozent zum Vorjahr. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu den gedruckten Ausgaben, wo die Zeitungen in dieser Altersgruppe 46,7 Prozent der potenziellen Leser erreichen. Den Zeitungen gelingt es somit, in dieser Generation einige Reichweitenverluste der Printprodukte durch die immer attraktiver werdenden Online-Angebote zu kompensieren.


Erfreulich entwickeln sich auch die Webreichweiten bei den 30- bis 49-Jährigen, unter denen 45,8 Prozent regelmäßig Nutzer der Zeitungsportale sind (2010: 43,1). Seltener besuchen hingegen die über 50-Jährigen die Zeitungswebsites (20,8 Prozent). Ähnlich wie im Printbereich erzielen die Zeitungen auch im Online-Segment die höchsten Reichweiten in den Haushalten mit einem Nettoeinkommen von über 2.500 Euro (44 Prozent). Bei den Haushalten mit einem mittleren Einkommen werden 34,1 Prozent und von denen mit weniger als 1.500 Euro verfügbarem Einkommen 31,8 Prozent erreicht. In beiden Segmenten konnten die Zeitungen Zuwächse von gut zwei Prozentpunkten gegenüber 2010 verbuchen.

Erstmals Crossmedia-Reichweite

Um der zunehmenden Bedeutung des Online-Bereichs gerecht zu werden, wird in der Verbreitungs-Analyse (VA) im Herbst 2011 erstmals für zehn regionale Tageszeitungen eine Crossmedia-Reichweite (Print und Online) ausgewiesen. „Damit sind wir in der Lage, unseren Anzeigenkunden detaillierte Informationen für crossmediale Kampagnen anzubieten“, erklärte Oliver Nothelfer von der WAZ-Mediengruppe. Neben diesen Einzelwerten veröffentlicht die VA zusätzlich einen Online-Gesamtwert für die Gattung der regionalen Tageszeitungen. Die neuen Reichweiten-Daten der VA sind methodisch an die ma online der ag.ma angepasst, sodass hierbei keine neue Währung entsteht. Vielmehr sollen die neuen Daten als Orientierungswert für die Wechselwirkungen zwischen Print- und Online-Zeitungen dienen, betont die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).

Am Pilotprojekt beteiligen sich: „Neue Presse/Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (Verlagsgesellschaft Madsack), „Rhein-Main-Presse“ (Verlagsgruppe Rhein Main), „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (Dierichs Verlag), „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“ (jeweils Mediengruppe M. DuMont Schauberg) sowie „Kölnische Rundschau“. Außerdem haben „Stuttgarter Zeitung“/„Stuttgarter Nachrichten“ (Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft), „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ-Mediengruppe), „Rheinische Post“ (Mediengruppe RP) sowie „Hamburger Abendblatt“ und „Berliner Morgenpost“ (beide Axel Springer AG) ihre Unterstützung erklärt.

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem BDZV-Jahrbuch "Zeitungen 2011/12". Den vollständigen Artikel finden Sie hier: Download Artikel "Reichweiten 2011".

Kontakt: BDZV, Erik Staschöfsky, Telefon 030/726298-233, E-Mail staschoefsky(at)bdzv.de.

Ort: Berlin

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