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Junge Leser für die Zeitung von morgen

 

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und sein Engagement für Leseförderungsprojekte / Zeitung in der Schule

Bereits in den 70er Jahren wurde in den westlichen Industrienationen eine Tendenz deutlich, die sich bis heute noch verstärkt hat: Jugendliche und junge Leute griffen immer weniger und immer weniger regelmäßig in ihrer Freizeit zum gedruckten Wort - seien es Zeitungen, Zeit-schriften oder Bücher. Diese Entwicklung wurde bereits damals auch in Deutschland von den Zeitungsverlegern als potenziell bedrohlich empfunden, zum einen naturgemäß mit Blick auf kommende Leser- und Abonnentengenerationen, zum anderen aber auch, weil sie es als ihre Aufgabe und Verantwortung ansahen, mit Hilfe der Zeitung für den demokratischen Dis-kurs in möglichst allen Gesellschafts- und Bevölkerungsgruppen zu sorgen.

Vor diesem Hintergrund initiierte der BDZV 1979 gemeinsam mit dem Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) erstmals das Leseförderungsprojekt "Zeitung in der Schule". Die deutschen Zeitungsverleger konnten dabei auf erfolgreiche Le-seförderungsmaßnahmen ähnlicher Art in den USA, Norwegen und Schweden aufbauen.

Mittlerweile bieten die deutschen Zeitungsverlage seit gut 25 Jahren Leseförderungsmaß-nahmen in ihrem jeweiligen Verbreitungsgebiet an. Dabei wurde im Lauf der Zeit das Ur-sprungsprojekt fortentwickelt und differenziert. Allen Initiativen gemeinsam ist jedoch, Kin-dern und Jugendlichen, die im Elternhaus (Zeitung-)Lesen nicht als regelmäßige Beschäfti-gung im Tagesablauf erleben und keinen Zugriff auf Zeitungen haben, den Zugang zum Me-dium zu ermöglichen.

 

Verankerung in den Lehrplänen

Schulpolitik ist Angelegenheit der Bundesländer. Eine Analyse der Rahmenrichtlinien, die der BDZV bereits in den 70er Jahren erarbeitete, hatte ergeben, dass praktisch in allen Bundes-ländern in der Sekundarstufe I eine Beschäftigung mit den Medien als Gegenstand wie auch als Mittel des Unterrichts vorgesehen war. Von Seiten der Kultusministerien bestanden keine Einwände, die Zeitungslektüre in den Schulunterricht einzubeziehen, wenn auf direkte Wer-bung für das Medium verzichtet werde und Zeitungen vergleichend und kritisch genutzt wür-den.

 

Pilotprojekt 1979 in Düren

Das im Schuljahr 1979/80 darauf hin initiierte Pilotprojekt mit dem Zeitungsverlag Aachen in Düren war von Anfang an als für alle Verlage übertragbares Projekt geplant, das bei jungen Menschen das Interesse wecken sollte, Zeitung zu lesen sowie Informationen zu finden, zu verstehen, zu selektieren und zu bewerten. "Zeitung in der Schule" wurde ursprünglich für die Arbeit mit Tageszeitungen in den Klassen acht bis zehn aller Schulformen entwickelt.

 

Pädagogische Begleitung

Das Projekt hat drei medienpädagogische Säulen: Die Zeitung als Unterrichtsmaterial, die Langzeitarbeiten mit der Zeitung, das Recherchieren und Schreiben für die Zeitung. Wäh-rend des Projekts wird die Zeitung in unterschiedlichen Fächern zum wichtigsten Unter-richtsmaterial. Die Jugendlichen lernen, wie die Zeitung aufgebaut ist, wie man sie durch selektives Lesen den eigenen Interessen entsprechend als Informationsmedium nutzen kann, wie Zeitungen je nach Typ und Tendenz ein Thema anfassen und woher sie ihre In-formationen erhalten. Bei der selbstständigen Anfertigung von Langzeitarbeiten erfahren die Schüler, dass die Zeitung - anders als das Schulbuch - kontinuierlich und aktuell über die neuesten Entwicklungen in allen Lebensbereichen berichtet. Die Zeitung kommt aber nicht nur in die Schule, sondern die Schule kommt auch in die Zeitung: Durch das Recherchieren und Schreiben gewinnen die Schüler Einblicke in gesellschaftliche Lebensbereiche, mit de-nen sie im schulischen Lernen sonst kaum in Berührung kämen.

 

Unentgeltliche Lieferung in die Schulen

Bei dem "klassischen" Leseförderungsprojekt "Zeitung in der Schule" für die Sekundarstufe I erhielten die Schüler unentgeltlich drei Monate lang "ihre" Zeitung als Klassensatz in die Schulen geliefert. Heute wird die Projektdauer variiert. Nach den Wünschen und Möglichkei-ten der Lehrer ist beispielsweise auch ein einmonatiger Bezugszeitraum möglich.

 

Anbieter von Leseförderungsmaßnahmen

Neben dem vor 25 Jahren gemeinsam von BDZV und dem Aachener IZOP-Institut aus der Taufe gehobenen Projekt "Zeitung in der Schule" offerieren heute auch mehrere andere An-bieter - Promedia (Alsdorf), mct media consulting team (Dortmund), ZEUS - Zeitung und Schule (Essen), Raufeld Medien (Berlin) und das in Würzburg konzipierte "Klasse!"-Projekt der Holtzbrinck-Zeitungen - Leseförderungsmaßnahmen, die auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Verlage und Schulen zugeschnitten werden. Allen gemein ist, dass die Schüler vier bis maximal zwölf Wochen lang "ihre" Zeitung unentgeltlich täglich in der Schule erhalten und damit im Unterricht arbeiten. Einbezogen wird selbstverständlich auch das In-ternet, zumal Schulen wie Zeitungen in vielen Fällen eigene Sites für die Jugendlichen betreiben (eine Liste der Anbieter finden Sie am Ende dieses Textes).

 

Zeitung in der Grundschule

Immer mehr Leseförderungsangebote zielen, wie bereits erwähnt, aber auch schon auf die Grundschulkinder ab. "Zeitung in der Grundschule" (IZOP), "Klasse-Kids" oder der von Pro-media vertriebene "Lesepass", bei dem die ABC-Schützen ihre gerade erworbenen Fähigkei-ten in einem gleichsam "amtlichen Dokument" eintragen und nachweisen können, betonen stärker die spielerische Komponente des Lesenlernens. Die Zeitungen können dabei eigent-lich nur alles richtig machen, denn Schule wird jetzt noch als neu und aufregend von den Kindern empfunden, das Lernen selbst nicht als mühselige tägliche Fron. Das bestätigt auch die ein Jahr nach der PISA-Studie veröffentlichte internationale Grundschullesestudie (IGLU) 2003. Danach liegen die deutschen Grundschulkinder im ersten Teilnehmerdrittel und kön-nen mit ihren europäischen Altersgenossen bei der Lesefähigkeit gut mithalten.

Zeitung im Kindergarten

Zwischenzeitlich wurde auch ein erstes Projekt "Zeitungstreff im Kindergarten" erfolgreich abgeschlossen. 1.400 Vorschulkinder aus Marl und Umgebung nahmen an dem Pilotprojekt teil. Es soll angesichts des großen Erfolgs und der erheblichen Nachfrage fortgesetzt werden.

A.P.

 

Anbieter Zeitung und Schule:

IZOP Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren

Heidchenberg 11

52076 Aachen

Telefon: 02408/58890

Telefax: 02408/588927

E-Mail: izop@izop.de

Internet: www.izop.de

 

Klasse!

Zeitungsgruppe MAIN-POST

Chefredaktion

Berner Straße 2

97084 Würzburg

Telefon: 0931/6001348

Telefax: 0931/6001396

E-Mail: peter.krones@mainpost.de

 

mct media consulting team GmbH

Westenhellweg 52

44137 Dortmund

Telefon: 0231/55760015

Telefax: 0231/556642

E-Mail: mct@mediaconsultingteam.de

Internet: www.mediaconsultingteam.de

 

Promedia

Werner-Heisenberg-Straße 5

52477 Alsdorf

Telefon 02404/94070

Telefax: 02404/940720

E-Mail info@promedia-germany.de

Internet: www.promedia-germany.de

 

Raufeld Medien GmbH

Mehringdamm 57

10961 Berlin

Telefon: 030/6956650

Telefax: 030/69566520

E-Mail: mail@raufeld.de

Internet: www.raufeld.de

 

ZEUS - Zeitung und Schule

Journalistenschule Ruhr

Schederhofstraße 55 - 57

45123 Essen

Telefon: 0201/8041965

Telefax: 0201/8041958

E-Mail: info@zeusteam.de

Internet: www.zeusteam.de; www.learn-line.nrw.de

   





   
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