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Junge Leser für die Zeitung - eine Studie von IfD und BDZV

1992/93 führte das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des BDZV eine Grundlagenstudie durch, die in vier Stufen gegliedert war.Bestandteile waren in einem ersten Schritt eine repräsentative Bevölkerungsumfrage (2.008 Interviews) und als zweites eine schriftliche Befragung von insgesamt 178 Verlegern und 172 Chefredakteuren aus bundesdeutschen Tageszeitungsverlagen. Daneben wurden als drittes mündliche Intensivinterviews mit 100 Verlegern, Chefredakteuren und Jugendredakteuren von Tageszeitungen geführt und man befragte als vierten Schritt, ebenfalls mündlich, einen "repräsentativen Querschnitt von rund 900 jungen Menschen zwischen 14- und 29 Jahren" (Noelle-Neumann/Schulz 1993: 19), die aus den alten Bundesländern stammten.

Die Untersuchung belegte unter anderem den Erfolg von Projekten wie "Zeitung in der Schule". Jugendliche, in deren Elternhaus keine Zeitung gelesen wurde, nutzten nach der Teilnahme an einem Zeitungsprojekt deutlich häufiger die Tageszeitung als Jugendliche mit gleichem Hintergrund, die nicht an "Zeitung in der Schule" beteiligt waren. Ebenso abonnierten Jugendliche mit Projekterfahrung später zahlreicher die Zeitung als Jugendliche ohne Beteiligung an Schul-Initiativen von Verlagen. Zudem zeigte sich, dass Zeitungen, die sich aktiv um junge Leserinnen und Leser bemühten, auch erkennbar häufiger von jungen Menschen genutzt wurden - Engagement zahlt sich aus.

Im Rahmen der dritten Untersuchungsstufe wurden die Vorstellungen von Zeitungsmachern den potenziellen jungen Lesern präsentiert. Ein ‚lebendigeres, moderneres Layout', übersichtliche Gestaltung, eine einfache Sprache oder auch Veranstaltungskalender erschien beiden Seiten wichtig. Unterschiedlicher Ansicht waren Zeitungsmacher und Jugendliche, als es darum ging, ob man jungen Lesern spezielle Angebote in der Zeitung, wie beispielsweise Jugendseiten, machen sollte. Verleger und Chefredakteure sprachen sich eher dagegen aus und votierten für ein
‚integratives Konzept'. Die befragten Jugendlichen
stimmten demgegenüber stärker für eigene
Jugendseiten oder Beilagen. Ebenso war ihnen
bei Zeitungsthemen wichtiger als den Redakteuren,
dass die konkreten Auswirkungen auf ihre
jugendliche Lebenswelt skizziert werden.

 

Literatur:

Noelle-Neumann, Elisabeth / Rüdiger Schulz (1993): Junge Leser für die Zeitung. Bericht über eine vierstufige Untersuchung. Bonn: ZV, Zeitungsverl.-Service.

Noelle-Neumann, Elisabeth (1997): Wegweiser. Wie Jugendliche zur Zeitung finden. Bonn: ZV Zeitungs-Verlag Service.

   





   
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