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Verleger-Persönlichkeit

Diesen publizistischen Anspruch erneuerte der vor 65 Jahren wiederbegründete VDZV. „Händler mit bedrucktem Papier sind keine Verleger“, hielt er in seinen etwas spröde formulierten Richtlinien fest. Der Verband trete für die Pressefreiheit „im Sinne der die Zeitung in ihrer Grundhaltung bestimmenden und daher der Öffentlichkeit und dem Gesetz verantwortlichen Verleger Persönlichkeit“ ein. Knapper, aber mit gleichem Tenor, fassten ehemalige Lizenzträger ihre Auffassung von der Rolle des Verlegers zusammen: „Der Repräsentant der Zeitung ist der Verleger.“ Er „trägt als Herausgeber die Verantwortung für die grundsätzliche Haltung und Zielsetzung der Zeitung.“

An diesem verlegerischen Selbstverständnis hat sich auch 60 Jahre nach der Gründung des BDZV nichts geändert, auch wenn sich der Trend vom Verleger als Alleininhaber über den geschäftsführenden Gesellschafter von Personengesellschaften im Familienbesitz bis hin zu angestellten Verlegern in Kapitalgesellschaften beschleunigte. Der BDZV hat sich bei der Verteidigung seiner Position nicht zuletzt auf das Karlsruher „Spiegel“-Urteil vom 5. August 1966 berufen. Danach haben Verleger das Recht, die Binnenstruktur ihres Unternehmens selbst zu organisieren.

In der medienpolitischen Debatte, ausgelöst durch den Konzentrationsprozess und die Tendenz zur „Demokratisierung“ aller gesellschaftlichen
Bereiche, haben die BDZV-Delegierten am 2. Juli 1968 beschlossen, den Auftrag an den Verband, die publizistische Aufgabe der deutschen Zeitungsverleger zu wahren, in der Satzung zu verankern. Beide Facetten des Verlegerberufs – Verlagseigentümer oder Manager – werden in der Verbandspolitik gleichgewichtig vertreten. Professor Binkowski nannte in einem Vortrag während der Jahrestagung 1976 den Verleger einen „Unternehmer besonderer Art“. Und der BDZV-Zeitungskongress 1987 in Köln postulierte: „Die Verknüpfung der publizistischen und der wirtschaftlichen Verantwortung, die er [der Verleger] wahrnimmt, darf nicht aufgelöst werden.“ Dieser Appell hat auch 2014, sechs Jahrzehnte nach der Gründung des Verbands, seine Berechtigung.