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Medien Neuordnung in Deutschland

Ein Blick zurück: 1945, in der legendären „Stunde Null“ hatten die Sieger des Zweiten Weltkriegs die Medien-Neuordnung in Deutschland zur Chefsache gemacht. Genau genommen gab es diese Stunde nicht, denn schon am 24. Januar 1945 , als an einigen Fronten noch gekämpft wurde, erschien in Aachen die erste neue Zeitung; andere Nachrichtenblätter entstanden mit dem Vorrücken der alliierten Truppen in rascher Folge. Das „Stunde Null“-Schlagwort erfüllte eher das Bedürfnis von Chronisten nach plakativen, griffigen Formulierungen für ein aufregendes Kapitel der Zeitgeschichte. Alle Besatzungsmächte waren darauf aus, so der Dortmunder Presseforscher Kurt Koszyk, „so etwas wie eine Kopie der eigenen Verhältnisse zu reproduzieren“. Bis Ende 1949 erschienen in den westlichen Besatzungszonen 149 von der jeweiligen Militärregierung lizenzierte Zeitungen, in den Westsektoren Berlins 20. Ihr Auftrag: „Umerziehung“ des deutschen Volkes zur Demokratie. Eine Rückkehr zu dem „einst dominierenden Zeitungstyp der standpunktlosen Mischpresse“ sollte ausgeschlossen bleiben. Die Amerikaner erstrebten eine „überparteiliche, unabhängige“ Presse mit Herausgebern unterschiedlicher politischer Couleur; die Briten genehmigten meist „Parteirichtungszeitungen“; die Franzosen orientierten sich an einer Mischung aus beidem; die Sowjets beauftragten ausschließlich Parteien und Massenorganisationen mit der Herausgabe. Das war also die Situation, als die neue deutsche Presse das Laufen lernte – an der lenkenden Hand und unter den wachsamen Augen der Alliierten.