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Leseförderung und Qualitätssicherung

Als eine der ersten Organisationen hat der Verband Anfang 1980 auf eine gesellschaftspolitisch problematische Entwicklung hingewiesen: das rückläufige Leseinteresse großer Teile der Bevölkerung. Leseförderung wurde eine der neuen Aufgaben. Sie drückte sich unter anderem in der Gründung der „Aktion Lesen“ aus, zusammen mit den Verbänden der Buchund Zeitschriftenverleger, und in konkreten Leseförderungsprojekten wie „Zeitung in der Schule“. Um zentrale Werte der Medienkultur wie Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Verantwortung zu erhalten, müsse „die Qualität gesichert und der Zugang zu Qualitätsmedien für alle garantiert werden“ (Helmut Heinen). Auch die Initiative zur Gründung der Stiftervereinigung für die Presse, die Forschung für die Presse betreibt, ging vom BDZV aus. Die Qualitätssicherung steht im Zentrum der Arbeit der ZV-Akademie, einer 1991 als ZV Zeitungs-Verlag Service gegründeten Einrichtung des BDZV, die ein umfangreiches Fortbildungsprogramm und Fachpublikationen anbietet, und der Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage (ABZV), dem 1989 als Arbeitsgemeinschaft der deutschen Zeitungsverlage gegründeten journalistischen Bildungswerk der Zeitungen.

In seinen kommunikationspolitischen Einlassungen hat der BDZV stets die besondere Funktion der Presse für die Gesellschaft hervorgehoben. Er präzisierte allerdings im Lauf der Jahre, wie die „öffentliche Aufgabe“ der Zeitungen, ein leicht missverständlicher Begriff, zu deuten ist: ausschließlich im Sinn einer soziologischen Funktionsbeschreibung. Auf keinen Fall handele es sich um einen vom Staat an die Presse herangetragenen Auftrag. Also lieber „öffentliche Funktion“ statt „öffentliche Aufgabe“. In seiner unter dem Titel „Im Interesse der Zeitung“ publizierten Dortmunder Dissertation aus dem Jahr 1994 geht Volker Schulze, ehemaliger Hauptgeschäftsführer des BDZV, auf das berufliche Selbstverständnis der Verleger ein. Wenn auch die Satzung die Vertretung der ideellen und materiellen Interessen der Zeitungsverlage als primären Verbandszweck bezeichne, habe sich der BDZV seit jeher vorrangig oder doch zumindest gleichgewichtig als berufsständische Interessenvertretung der Zeitungsunternehmer verstanden: als Repräsentanz der Zeitungsverleger, der Inhaber und verantwortlichen Leiter der Zeitungsunternehmen. Vor allem ihre „publizistische Aufgabe“ zu wahren, sei, so Schulze, das ausdrückliche Ziel des Verbands.

In den Fokus rückt hier der Anspruch auf die geistige Führung der Zeitung. Ein Thema, das bereits in der Programmatik des alten Vereins Deutscher Zeitungsverleger eine Rolle spielte und bei den Journalisten heftigen Widerspruch auslöste. Es genüge nicht, hatte der VDZV-Vorsitzende Faber ausgeführt, dass der Verleger von den technischen und geschäftlichen Problemen etwas Außerordentliches verstehe, aber den „eigentlichen Geist seines Unternehmens, den redaktionellen Teil, ausschließlich seiner Redaktion“ überlasse. Seine Aufgaben lägen vielmehr in der „richtigen allgemeinen Orientierung des redaktionellen Teils“.