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60 Jahre Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

Von Gernot Facius

 

Ein Mittwoch im Frühherbst vor 65 Jahren – ein Datum von historischer, revolutionärer Bedeutung für die noch junge freie Nachkriegspresse: Erst vor zwei Wochen hat sich in Bonn, der provisorischen Bundeshauptstadt, der erste Deutsche Bundestag konstituiert, und nun, am 21. September 1949, kommt vom Petersberg, dem Sitz der Alliierten Hohen Kommission, ein Signal, das eine enorme Dynamik in die sich entwickelnde Medienlandschaft bringt. Mit ihrem Gesetz Nr. 5 unter der prosaischschlichten Überschrift „Über die Presse, den Rundfunk, die Berichterstattung und die Unterhaltungsstätten“ gestatten die Hochkommissare der drei westlichen Besatzungsmächte jedem in der Bundesrepublik lebenden Deutschen (mit Ausnahme ehemaliger Nationalsozialisten, die von den Spruchkammern als „Hauptschuldige“ oder „belastet“ eingestuft worden waren), ohne vorherige Genehmigung Periodika oder Einzelschriften zu veröffentlichen. Der „Lizenzzwang“, in mehreren der Bundesländer schon Monate zuvor gelockert, nachdem das am 23. Mai verkündete Bonner Grundgesetz ausdrücklich die Presseund Informationsfreiheit garantiert hatte (Artikel 5), ist nun endgültig gefallen. Die Zeitungen in Deutschland-West können die Zügel der Sieger des Zweiten Weltkrieges abstreifen. Dank der „Generallizenz“ steht dem freien Spiel der (Markt-)Kräfte nichts mehr im Wege.

Die weitere Konsequenz: Durch die neue Freiheit werden die Verleger unterschiedlicher Herkunft und Richtung zum Nachdenken über eine optimale Vertretung ihrer berufsständischen Interessen gegenüber Staat und Gesellschaft gezwungen. Es gehen allerdings noch mehr als vier Jahre ins Land, bis es, nach zähen Verhandlungen, zur Gründung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) kommt: als alleinige Interessenvertretung.