Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

Förderung des Nachwuchses

In der Erkenntnis, dass nur qualifizierte Mitarbeiter gute Zeitungen gestalten können, baute der Verband planmäßig ein System fachlich geeigneter Aus- und Weiterbildungsangebote für Journalisten und Mitarbeiter in den Verlagen auf. Seit Ende der 60er Jahre bietet der BDZV Bildungsseminare an, die Journalisten Gelegenheit geben, ihr berufspraktisches Wissen zu ergänzen und Interesse für neue Fragestellungen zu wecken. 1987 riefen der BDZV und seine Landesverbände eine Arbeitsgemeinschaft Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage (ABZV) ins Leben, die sich vor allem der praxisbegleitenden Volontärsausbildung widmete, zugleich aber auch als institutionelle Klammer für Aus- und Weiterbildungskurse einzelner Landesverbände wirkte. Inzwischen zählt die ABZV, die 1999 als Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage e.V. Eigenständigkeit erlangte, zu den wichtigsten journalistischen Bildungsstätten in der Bundesrepublik. Jahr für Jahr veranstaltet die Akademie ein gutes Dutzend mehrwöchiger Grundlagen- und Aufbaukurse, in denen Berufsanfänger lernen, umfassend und vorurteilsfrei zu recherchieren, Nachrichten und Reportagen zu schreiben, Interviews zu führen und ihre Meinungen in Kommentar und Glosse zu verdichten. Fotografieren, Layouten, Presserecht und Presseethik stehen ebenfalls auf dem Bildungsprogramm. Daneben bietet die Akademie Journalisten, die schon längere Zeit im Berufsleben stehen, weiterbildende Fachseminare an, beispielsweise Konzepte für kreatives Schreiben, Anregungen für die lokale Kultur- und Wirtschaftsberichterstattung, journalistische Darstellungsformen im Internet oder Mitarbeiterführung in der Redaktion.

Etwa gleichzeitig mit dem Aufbau der Akademie für Journalisten entwickelte der Verband ein Aus- und Weiterbildungsprogramm für den verlagskaufmännischen Nachwuchs, das von der Zeitungsverlag Service GmbH, einem Tochterunternehmen des BDZV, angeboten wird. Zielgruppen der überwiegend mehrtägigen Kurse sind junge Menschen, die zum Verlags- und

Medienkaufmann/-kauffrau ausgebildet werden, und das mittlere Management in den Verlagen. Seit mehreren Jahren spricht die ZV GmbH mit Fachtagungen und Symposien auch das obere Verlagsmanagement an. Eine zweite „Säule“ der ZV Zeitungsverlags Service GmbH ist die Edition von Fachliteratur für Verlag und Redaktion. Inzwischen liegen rund vier Dutzend Titel vor.

50 Jahre Rat und Service

für die Zeitungen

50 Jahre nach Gründung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger zählt Deutschland zu den Ländern mit der größten Pressevielfalt. Tag für Tag werden gut 22 Millionen Zeitungsexemplare abgesetzt. Hinzu kommen 6,2 Millionen Wochen- und Sonntagszeitungen. Drei von vier Bürgern über 14 Jahre informieren sich regelmäßig aus der Zeitung. Bei jungen Menschen mit Abitur, Fachhochschul- und Universitätsabschluss liegt die Zahl der Zeitungsleser noch weit höher. In Haushalten mit einem Netto-Einkommen von mehr als 2.500 Euro erreichen die Zeitungen 80 Prozent der Bundesbürger. Diese hohen Werte stärken auch die Qualität der Zeitung als größter Werbeträger. 347 Tageszeitungen in Deutschland mit 1.551 lokalen Ausgaben sind ein Zeugnis für Pressevielfalt, um die uns die meisten Länder der Welt beneiden. Pressevielfalt im Interesse der Bürger zu erhalten und zu stabilisieren, sind die Zeitungsverlage auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten uneingeschränkt bestrebt. Dabei setzen sie nicht – wie viele andere Länder der Europäischen Union – auf staatliche Subventionen, sondern arbeiten nach dem Prinzip der Eigenwirtschaftlichkeit.

Allerdings haben sich die ökonomischen Bedingen der Zeitungsverlage in den letzten Jahren gewandelt – zum Teil grundlegend. Ausschlaggebend dafür ist zum einen die gesamtwirtschaftliche Lage: Die schon seit vier Jahren anhaltend schwache Konjunktur trifft alle am Wirtschaftsleben Beteiligten, vom Unternehmen bis zum Verbraucher. Sie lähmt Werbebereitschaft und Kaufinteresse, wirkt sich damit auf beide Märkte der Zeitungen, den Anzeigen- wie den Lesermarkt, nachteilig aus. Diese Entwicklung trifft zum anderen die Verlage ausgerechnet in einer Phase weit reichender struktureller Veränderungen. Ihre Hauptfaktoren: zugespitzter Wettbewerb durch die Vervielfachung werbefinanzierter Hörfunk- und Fernsehprogramme öffentlich-rechtlicher und privater Herkunft und die unbegrenzt expandierenden Angebote im Internet und deren sprunghafte Akzeptanz in der Bevölkerung. Teilweise dadurch bedingt sind zugleich Veränderungen im Mediennutzungs- und Leserverhalten. Sich diesen Herausforderungen zu stellen, Entwicklungen nutzbar zu machen, anderen gegenzusteuern, verlangt mehr denn je Risikobereitschaft und weitsichtige Unternehmensplanung.

Diese in erster Linie individuellen Entscheidungen kann und wird der BDZV durch vielfältige Serviceleistungen unterstützen. Zugleich wird der Verband alles daransetzen, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Verlage, dazu gehört auch eine Liberalisierung der Pressefusionskontrolle, zu erreichen.

Immer war es das vorrangige Ziel des Verbands, die Unabhängigkeit der Zeitungen zu wahren, die wirtschaftliche Existenz der Zeitungsverlage zu sichern und den publizistischen Anspruch der Zeitungsverleger zu vertreten. Nur durch Bündelung lassen sich die vielfältigen Verlegerin-

teressen gegenüber der Politik, den Gewerkschaften und anderen gesellschaftlich relevanten Gruppen durchsetzen; dies verlangt von den Mitgliedsverlagen ein erhebliches Maß an Solidarität. Nur ein BDZV, der die gesamte Branche repräsentiert, kann auch in Zukunft die Interessen der Zeitungspresse auf allen Ebenen – gegenüber Öffentlichkeit, Gewerkschaften und Politik – erfolgreich einbringen.

...

  1. Ausgabe 17 vom Juni 2004, S. 44.
  2. Hans J. Reinowski (1900 -1977), Verleger des „Darmstädter Echos“, von 1952 bis 1969 Vorsitzender des  Verbands Hessischer Zeitungsverleger, Frankfurt am Main.
  3. Heinrich Walter et al.: Presse als Aufgabe, Wiesbaden 1954, S. 191.
  4. (Arbeitsgemeinschaft für Pressefragen e.V.): Pressefreiheit und Demokratie, Flugschrift, vervielfältigt; abgedruckt in: Heinrich Walter et al., a.a.O., S. 193 - 194.
  5. Kurt Koszyk: Pressepolitik für Deutsche 1945 - 1949. Geschichte der deutschen Presse, Teil IV, Berlin 1986, S. 319.
  6. Die Darstellung folgt, wo nicht anders erwähnt: Volker Schulze: Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Düsseldorf 1985, S. 38.
  7. Protokoll über die Gründungsversammlung des Gesamtverbands der deutschen Zeitungsverleger vom  1. September 1949 im Verlegerhaus Bielefeld (nebst Anlagen) aus Akten des BDZV.
  8. Verein Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger (Hrsg.): Jahresbericht für das Vereinsjahr 1962. Darin: 10 Jahre Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger-Verein e.V., Düsseldorf 1963, S. 2.
  9. Niederschrift der Besprechung zur Vorbereitung der Gründungsversammlung, Anlage zu dem Protokoll der Gründungsversammlung des BDZV (unveröffentlicht).
  10. Dieser Passus findet sich gleichlautend in den Verbandssatzungen.
  11. Bundesverfassungsgerichtsentscheide (hinfort abgekürzt: BVerfGE) 20, S. 162 - 230.
  12. Zit. nach: Karl Hugo Pruys/Volker Schulze: Macht und Meinung. Aspekte der SPD-Medienpolitik, Köln 1975, S. 90 f.
  13. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (Hrsg.): Stellungnahme zu dem Referentenentwurf eines Bundes-Presserechtsrahmengesetzes vom 25. Juli 1974, maschinenschriftlich vervielfältigt, Bonn 1974.
  14. Publizistische Grundsätze (Pressekodex) vom 12. Dezember 1973 in der Fassung vom 14. Februar 1990 (regelmäßig abgedruckt in: Jahrbuch des Deutschen Presserats).
  15. BVerfGE 52, S. 283 ff.
  16. Rolf Richter: Kommunikationsfreiheit – Verlegerfreiheit. Zur Kommunikationspolitik der Zeitungsverleger in der Bundesrepublik Deutschland 1945 - 1969, phil. Diss., München 1973. Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung, Band 17, Pullach 1973, S. 148.
  17. Institute s.S. 427 in diesem Jahrbuch.
  18. Volker Schulze: Die Zeitung. Aachen 2001 – Brand, Eva; Peter Brand (Hrsg.): Die Zeitung im Unterricht. Aachen 2000 – Brand, Eva; Peter Brand (Hrsg.): Die Zeitung in der Grundschule. Aachen 2001 -– IZOP-Institut; Stiftung Lesen (Hrsg.): Zeitung für die Schule. Aachen, Mainz 2002.