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14. Juli 1954

Am 14. Juli 1954 trafen in (dem heute zu Bonn gehörenden) Bad Godesberg als dem künftigen Verbandssitz, auf den sich Gesamtverband und VDZV geeinigt hatten, die Bevollmächtigten beider Dachverbände zusammen, um ein letztes Mal das in langwierigen Verhandlungen erarbeitete Konzept einer endgültigen Prüfung zu unterziehen. Das Ergebnis der Aussprache lautete „Übereinstimmung in den beiderseitigen Auffassungen“9. Auf diesem festen Fundament gründete die seit langem ins Auge gefasste und auf den nächsten Tag terminierte Delegierten-konferenz den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger als nunmehr alleinige Spitzenorganisation der deutschen Zeitungsverleger. Einstimmig nahm die Gründungsversammlung die kurz zuvor noch einmal von den Verhandlungskommissionen abgestimmte Satzung an.

Die paritätische Präsenz der beiden Verlegerorganisationen in der Delegiertenversammlung war gewährleistet durch Kompromiss: Danach sollte sich die Zahl der von den Mitgliedsverbänden für die Delegiertenversammlung zu bestellenden Vertreter nach der Höhe der Auflage und der Zahl der Mitgliedsverlage des Landesvereins beziehungsweise der Landesgruppe richten. Auf je 500.000 Auflage sollte ein Vertreter, auf je 30 Mitgliedsverlage ein weiterer entfallen.

Nicht in der Satzung festgelegt, wohl aber zwischen den beiden Verbänden vereinbart, war die Besetzung des Präsidiums mit je zwei Vertretern des VDZV und des Gesamtverbands. Die von ihren Organisationen vorgeschlagenen Persönlichkeiten wurden in einem Wahlgang – einstimmig – gewählt: zum Präsidenten Dr. Hugo Stenzel („Frankfurter Neue Presse“, Frankfurt am Main) und zu seinen Stellvertretern Emil Groß („Freie Presse“, Bielefeld), Lambert Lensing („Ruhr-Nachrichten“, Dortmund) und Dr. Fritz Blume („Jeversches Wochenblatt“). Der bis dahin amtierende Vorsitzende des VDZV, Dr. Walther Jänecke, wurde vereinbarungsgemäß zum – hauptamtlichen – Bevollmächtigten des Präsidiums bestellt, zum „Mittler zwischen Präsidium und Geschäftsführung, zwischen Bundesverband und Landesverbänden“.

Am 1. Oktober 1954 nahmen der Bevollmächtigte des Präsidiums und die Geschäftsführung in Bad Godesberg die Arbeit auf. Noch im selben Jahr konstituierten sich, teilweise auf bereits bestehenden Gremien gründend, mehrere Fachausschüsse des Bundesverbands. Ihre Tätigkeit erstreckte sich auf die Bereiche Anzeigen und Vertrieb, Soziales, Papier- und Wirtschaftsfragen. Die im Lauf der Jahre zunehmenden Einzelaufgaben des BDZV gaben den Anstoß zur Bildung weiterer Spezialausschüsse zu den Arbeitsfeldern Presserecht, Rundfunk und Fernsehen (später Presse und Elektronik, schließlich „Arbeitsgruppe Medien“), ferner für Publizistik und Wissenschaft sowie für Öffentlichkeitsarbeit.

Die Satzung des BDZV erwies sich in ihrer grundsätzlichen Konzeption als sinnvoll und praktikabel. Insbesondere das Verhältnis zwischen Bundesverband und Landesverbänden gestaltete sich komplikationslos. Die Landesverbände sind – wie in ihren Satzungen ausdrücklich hervorgehoben – „in bezug auf ihre Verbandsführung und auf die Wahrnehmung ihrer regionalen Interessen selbständig“10. Ihnen gehören – nach dem Prinzip der Freiwilligkeit – die Verlage der in den jeweiligen Verbandsgebieten erscheinenden Zeitungen an; zum Zeitpunkt der Gründung des BDZV zählten die Landesverbände insgesamt 508 Mitgliedszeitungen, die eine Auflage von 13,7 Millionen Exemplaren repräsentierten.

Der föderalistischen Struktur des Verbands trägt auch ein Gremium Rechnung, das sich aus den Mitgliedern des Präsidiums und den Vorsitzenden der Landesverbände zusammensetzt: das Erweiterte Präsidium, das 1963 an die Stelle des so genannten Hauptausschusses trat. Dem Erweiterten Präsidium obliegen insbesondere Unterbreitung von Vorstellungen des Präsidenten und seiner Stellvertreter, die Vorschläge an die Delegiertenversammlung für die Benennung von Vertretern in nicht verbandseigene Gremien, die Entscheidung über Anstellung und Entlassung von Geschäftsführern; zwischen den einzelnen Delegiertenversammlungen ist das Gremium in allen Fragen, die einen Aufschub nicht zulassen, zuständig und beschlussfähig.

Aufgaben und Ziele des BDZV

Die Aufgaben, die die Gründer dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger aufgetragen und in der Satzung niedergelegt haben, basieren auf den Erfahrungen, Bestrebungen und Zielen seiner Vorläuferorganisationen. Der BDZV bezweckt die Wahrung und Vertretung der gemeinsamen ideellen und wirtschaftlichen Interessen der Verlage. Sein vorrangiges Ziel ist es, die Unabhängigkeit der demokratischen deutschen Zeitungen zu wahren, für die publizistischen Aufgaben der deutschen Zeitungsverleger einzutreten, die Verlage gegenüber allen politischen Instanzen zu vertreten und für fairen Wettbewerb innerhalb der Branche Sorge zu tragen.

Zu den wichtigen Aufgaben des Verbands gehören darüber hinaus die Führung von Verhandlungen in sozialrechtlichen Angelegenheiten, der Abschluss von Tarifverträgen und die Förderung des Nachwuchses in Verlag und Redaktion. Traditionell zählt auch die „Pflege internationaler Beziehungen“ zur Verbandsarbeit.

Der in der Gründungsversammlung beschlos-sene Aufgabenkatalog entspricht, mit einigen notwendigen Ergänzungen, die im Lauf der Jahre in der Satzung fixiert wurden, den Anforderungen der Zeitungsverleger an ihre berufsständische Vertretung.

Um die Leistungen des Verbands verstehen und werten zu können, muss man sich vergegenwärtigen, dass sich die Presse in der Bundesrepublik nahezu gleichzeitig mit verschiedenen essenziellen und existenziellen Problemen konfrontiert sah:

 

  • der wirtschaftlichen Behauptung und Sicherung der Zeitungen nach ungleichen Startbedingungen,
  • der Bewältigung des durch die neue Wettbewerbssituation seit 1949 ausgelösten Konzentrationsprozesses,
  • der Verteidigung der Pressefreiheit,
  • der Herausforderung durch die Konkurrenz der elektronischen Medien, vor allem im Hinblick auf die Werbung,
  • und als Konsequenz: einer angemessenen Positionierung der Presse im entstehenden neuen Mediensystem.

 

> mehr :  Engagement für Pressevielfalt