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Zeitungsverleger: Journalistengewerkschaften weit weg von wirtschaftlicher Realität in den Verlagen

Frankfurt, 1. November 2002

Die dritte Verhandlungsrunde über einen Gehaltstarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen zwischen Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sowie Deutscher Journalisten-Verband und verdi endete heute in Frankfurt/Main ohne Einigung. Die Verlegerseite kritisierte, dass die Journalistengewerkschaften die fatale Lage in der Zeitzungsbranche völlig ignorierten. „Die Verhandlungskommissionen von DJV und verdi sind in der wirtschaftlichen Realität der Zeitungsverlage überhaupt noch nicht angekommen“, sagte der Verhandlungsführer des BDZV, Werner Hundhausen. Deshalb sehe sich die Verlegerseite nicht in der Lage, ein konkretes Angebot zu unterbreiten. Nicht nachvollziehbar sei außerdem, so die Verlegerseite, dass die Gewerkschaften es kategorisch ablehnten, auch über andere Tarifmaterien dringend notwendige Gespräche zu führen. Hundhausen bekräftigte noch einmal deutlich, dass die Verlegerseite trotz der schwierigen Lage in den Zeitungshäusern keine Nullrunde anstrebe. Doch DJV und verdi müssten endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Anzeigenmärkte der Zeitungen um bis zu 30 Prozent eingebrochen seien. Diese Entwicklung halte weiter an und eine Besserung der Lage auf den Werbemärkten sei nicht in Sicht. Der Verhandlungsführer appellierte an die Journalistengewerkschaften, in die nächste Tarifrunde am 18. November in Düsseldorf „endlich mit realistischen Erwartungen zu kommen“.

 

Auf völliges Unverständnis beim BDZV stieß eine Protestaktion von Bildjournalisten am Rande der Tarifverhandlungen. Es gehe überhaupt nicht um eine Benachteiligung von Fotografen, sondern einzig und allein um eine Präzisierung des Begriffs „Bildredakteur“ vor dem Hintergrund der aktuellen Rechtslage, so ein Sprecher des BDZV.


01. November 2002
   





   
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