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Zeitungen müssen redaktionelle Leistung und Qualität ausbauen!

Sechs Journalisten in Köln mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet

Über den Erfolg der Zeitungen in der digitalen Informations- und Kommunikationskultur entscheidet vor allem die Qualität der redaktionellen Leistung. Diese müsse noch weiter ausgebaut werden – gedruckt, online und mobil. Das erklärte der Vorsitzende des Kuratoriums Theodor-Wolff-Preis, Hermann Neusser, zugleich Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, anlässlich der Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis heute in Köln. 

Auch der Kölner Verleger Professor Alfred Neven DuMont rief seine Kollegen dazu auf, verstärkt Anstrengungen um die Qualität des Journalismus zu unternehmen und trotz zu erwartender wirtschaftlicher Herausforderungen nicht am Redaktionsetat zu sparen. Es gelte, junge Journalisten mit Schreibfreude und Begeisterungsfähigkeit in die Redaktionen zu bringen. Neven DuMont appellierte ferner in seiner Rede vor rund 300 Gästen aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Politik an die Zeitungsverlage, selbstbewusst ihre Interessen zu vertreten und verstärkt die Öffentlichkeit zu suchen. Der Verleger regte in diesem Zusammenhang eine Messe der Zeitungswelt als Leistungsschau der Branche über alle Produkte und Vertriebswege an. Die Zeit der vornehmen Zurückhaltung sei vorbei. Die Politik finde zwar regelmäßig schöne Worte für die Zeitungsbranche, um dann gleichwohl die politischen Rahmenbedingungen zu Lasten der Presse zu setzen. Bestes Beispiel sei der ungebremste Expansionsdrang von ARD und ZDF im Internet. 

 

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten. Die mit 6.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Sparte „Allgemeines“ erhalten  Mark-Joachim Obert („Frankfurter Rundschau“) und Thomas Kistner („Süddeutsche Zeitung“, München). In der Kategorie „Kommentar/Glosse/Essay“ wird der Preis Carolin Emcke („Die Zeit“, Hamburg) zuerkannt. Und Stephan Hermsen („Neue Ruhr/ Neue Rhein Zeitung“, Essen) sowie Miriam Opresnik und Özlem Topҫu („Hamburger Abendblatt“) erhalten die ebenfalls mit je 6.000 Euro dotierte Würdigung in der Kategorie „Lokales“. Der Verlag M. DuMont Schauberg war Gastgeber der diesjährigen Festveranstaltung im Kölner Wallraf-Richartz-Museum.

Bei dem zum 46. Mal vergebenen Preis handelt es sich um die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin. An der Ausschreibung hatten sich 357 Journalisten aus 103 Verlagen beteiligt.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Bascha Mika (Chefredakteurin „taz – die tageszeitung“, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München), Werner Schwarzwälder (Autor, Konstanz), Franz Sommerfeld (Chefredakteur „Kölner Stadt-Anzeiger“) sowie Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Frankfurter Rundschau“).

 

Die Preisträger


10. September 2008
   





   
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