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Theodor-Wolff-Preis für sechs Journalisten / 250 Gäste bei Preisverleihung in Bremen

 

 

Die hohe Qualität redaktioneller Leistung wird entscheidend für die Zukunft der Zeitung sein. Das betonte Hermann Neusser, Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, heute bei der Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in Bremen. Zwar gebe es immer mehr Inhalte kostenlos, doch für gute Zeitungen seien die Menschen bereit zu bezahlen. „In Deutschland sind das täglich immerhin 20 Millionen Abonnenten und Käufer und 49 Millionen Leserinnen und Leser.“ Dank der Einführung von Newsrooms und Newsdesks könnten die Zeitungen ihr crossmediales Potenzial immer besser ausschöpfen und die Ausgabekanäle Print, Online und Mobil weiter optimieren, führte Neusser aus. Solche Veränderungen griffen zwar tief in das über Jahrzehnte ausgeprägte Gewebe der Redaktionen ein und träfen bei den Journalisten auch auf Ängste vor dem Verlust der gewohnten Aufgabe. Doch seien die Innovationen in Technik und Organisation vor allem von Hoffnungen und Erwartungen begleitet: auf eine schnellere und bessere Vernetzung von Inhalt und Technik, „und ganz besonders auf noch bessere Texte, Bilder und Themen“.

„Presse- und Meinungsfreiheit sind Voraussetzung einer freien Gesellschaft“, erklärte Ulrich Hackmack, Vorstand Bremer Tageszeitungen AG, die gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) die Festveranstaltung ausrichtete, bei seiner Begrüßung der rund 250 Gäste aus Verlagen, Politik, Wirtschaft und Kultur. Jede Aktivität, mit der eine freie und unabhängige Presse gestärkt werde, sei daher unbedingt zu begrüßen. Das gelte gerade auch für die Verbreitung herausragender journalistischer Texte, wie sie heute in Bremen ausgezeichnet würden.

 

 

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten. Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Lokales“ erhalten Detlef Schmalenberg für seinen Artikel „Das Milliarden-Puzzle“ („Kölner Stadt-Anzeiger“) und Frank Buchmeier für seinen Beitrag „Eines Morgens an der Sonnenuhrhütte“ („Stuttgarter Zeitung“). Arne Perras („Süddeutsche Zeitung“, München) und Sabine Rennefanz („Berliner Zeitung“) bekommen die Würdigung in der Kategorie „Allgemeines“. In der Kategorie „Kommentar, Glosse, Essay“ hat die Jury die Auszeichnung Jana Hensel für ihren Beitrag „Vater Morgana“ („Zeit-Magazin“, Hamburg) zuerkannt. Der (undotierte) Preis für das Lebenswerk geht an Joachim Kaiser („Süddeutsche Zeitung“, München). An der Ausschreibung hatten sich 413 Journalisten beteiligt.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor-Wolff (1868 bis 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“), Wilm Herlyn (Publizist, Essen), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Christoph Irion (Chefredakteur „Reutlinger General-Anzeiger“), Bernd Mathieu (Chefredakteur, Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten), Bascha Mika (Publizistin, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München) und Franz Sommerfeld (Mitglied des Vorstands Mediengruppe M. DuMont Schauberg mit Zuständigkeit Redaktion, Köln).

 

 

 

Preisträger und Preisverleihung des Theodor-Wolff-Preises


08. September 2010
   





   
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