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Theodor-Wolff-Preis

Journalistenpreis der deutschen Zeitungen am 5. September in Berlin überreicht/Zeitungsverleger besorgt über Attacken gegen Pressefreiheit

Die Zeitungsverleger verfolgen mit Sorge die Attacken gegen die Pressefreiheit in Deutschland. Gerade in jüngster Zeit sei dieses „äußerst sensible Gut“ durch Beschlagnahmeaktionen, Durchsuchungen und Telefonüberwachungen beschädigt worden, kritisierte Hermann Neusser, Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, heute anlässlich der Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in Berlin. Erst kürzlich habe es in Zusammenhang mit dem BND-Untersuchungsausschuss eine Serie von Ermittlungsverfahren gegen Journalisten gegeben, „die nichts anderes getan haben, als ihrer Arbeit nachzugehen, nämlich zu recherchieren, zu berichten und - wo immer notwendig – Missstände zu dokumentieren“. Neusser forderte mehr Sensibilität von der Politik und auch von den Ermittlungsbehörden sowie „klare gesetzliche Regelungen.“

 

 

Duo Zuckerbrot

Malte von Trotha, der Vorsitzende der Geschäftsführung der dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH, die gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger die Festveranstaltung ausrichtete, wies auf die Bedeutung von umfassender Recherche und fundierter Berichterstattung hin: „Informationen stehen heute scheinbar in beliebiger Menge und praktisch kostenlos zur Verfügung – das sagt aber nichts über ihre Qualität aus.“ Die Tageszeitungen bewiesen mit ihren für den Theodor-Wolff-Preis  eingereichten Beiträgen professionellen Journalismus auf höchstem Niveau; die dpa sei stolz darauf, sie dabei als verlässlicher Nachrichtenlieferant unterstützen zu können, sagte Malte von Trotha. 

Hermann Neusser würdigte die Artikel der Preisträger und die Qualität der eingereichten Artikel. Dies dokumentiere, dass „journalistische Qualität auch in kleineren Verlagen und im Lokaljournalismus zu Hause ist.“

 

Jörg Thadeusz und Dr. Wilm Herlyn

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ erhalten Sebastian Glubrecht („Süddeutsche Zeitung“, München) und Astrid Geisler („taz – die tageszeitung“, Berlin). Den Preis in der Kategorie „Leitartikel/Kommentar/Essay“ hat die Jury Nikolaus Blome („Die Welt“, Berlin) zuerkannt. Christoph Wöhrle („Berliner Morgenpost“, Berlin) und Marlon Gego („Aachener Zeitung“/„Aachener Nachrichten“) bekommen die mit ebenfalls 6.000 Euro dotierte Würdigung in der Sparte „Lokales“. Der Preis für das Lebenswerk geht an die Kolumnisten Sibylle Krause-Burger („Stuttgarter Zeitung“ und andere).

 

Die Preisträger

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868-1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im jüdischen Krankenhaus in Berlin.

 

Malte von Trotha und Hermann Neusser

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Dr. Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Bascha Mika (Chefredakteurin „taz – die tageszeitung“, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München), Werner Schwarzwälder (ehemaliger Chefredakteur „Südkurier“, Konstanz), Franz Sommerfeld (Chefredakteur „Kölner Stadt-Anzeiger“) sowie Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Frankfurter Rundschau“).

 

Die Preisträger

Die Rede von Hermann Neusser


05. September 2007
   





   
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