Zeitungswebsites europaweit hoch im Kurs
Zu ähnlichen Werten für den deutschen Markt kommt auch die AGOF Ende vergangenen Jahres. Hierzulande erreichten die Zeitungen demnach mehr 53 Prozent der regelmäßigen Internetnutzer (Unique User). Das sind 38,2 Prozent der Gesamtbevölkerung; in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen steuern sogar 57,9 Prozent regelmäßig Zeitungsportale im Internet an. Die Zeitungen stellen damit zusammengenommen das mit Abstand größte und umfangreichste Nachrichtenangebot im Internet dar. Dabei bilden die Regionalzeitungen in der Vermarktungsgesellschaft OMS (Online Marketing Service, Düsseldorf) mit einer Reichweite von über 39 Prozent (19,6 Millionen Unique User) eine wichtige Säule.
Zum Wachstum der Online-Reichweiten trägt auch der Bedeutungsgewinn der sozialen Netzwerke, allen voran von Facebook, bei. Mindestens zehn Prozent der Besuche der Websiteaufrufe kommen laut ComSocre zwischenzeitlich direkt oder indirekt über Facebook, bei dem nach eigenen Angaben Mitte Januar 2012 über 800 Millionen Nutzer registriert waren. Das weltgrößte Social Network rangiert damit nur noch knapp hinter Google. Die Suchmaschine sorgt für gut zwölf Prozent des Verlagstraffics.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass immer mehr Verlage Präsenzen in Facebook, Twitter, Google+ und Co. unterhalten, wie auch die BDZV-Studie „Social Media als Herausforderung für Zeitungsverlage“ von Christian Hoffmeister zeigt. Danach sind 85 Prozent mit eigenen Angeboten in Social Media aktiv, und neun von zehn Befragten wollen dieses Engagement weiter auszubauen. Das Augenmerk liege dabei vor allem auf einer professionellen Präsentation in Facebook und Twitter, wo laut BDZV-Untersuchung jede Zeitung mit einer Auflage von mehr als 200.000 Exemplaren mit mindestens einem Account bereits präsent ist.
Mit ihren Aktivitäten in den Social Networks verfolgten die Zeitungen vor allem drei Zielstellungen: Trafficzufuhr auf die eigenen digitalen Angebote, Neukunden- und Lesergewinnung sowie die Steigerung von Online-Werbeerlöse. „Darüber hinaus steht aber auch immer öfter der direkte Austausch mit dem Leser und damit das Community-Management im Mittelpunkt“, so Studienautor Christian Hoffmeister. Deshalb würden vielerorts eigene Community-Redakteure einge-tellt, die Diskussionen auf den Plattformen moderieren und Themen für die Berichterstattung identifizieren sollen.
Die Untersuchung „Social Media als Herausforderung für Zeitungsverlage“ kann bei der ZV zum Preis von 38 Euro (für Mitglieder der BDZV-Landesverbände) bestellt werden, Nicht-Mitglieder zahlen 98 Euro. Darüber hinaus hat der BDZV in Zusammenarbeit mit Christian Hoffmeister die ergänzende iPad-App „Social Media als Heraus-forderung für Zeitungsverlage 2.0“ veröffentlicht. Diese ist im App-Store für 1,59 Euro herunterladbar und präsentiert zahlreiche nationale wie internationale Best-Practice-Beispiele von Zeitungsverlagen. In zahlreichen Schaubildern und zwei Filmen werden darüber hinaus Wirkungsmechanismen und Geschäftsmodelle im Social-Web erläutert.
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Berlin,03. Februar 2012 2/2012
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