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Tageszeitungen sind lokaler Anker in der digitalen Welt

18. Forum Lokaljournalismus in Dortmund: mutig, multimedia, meinungsbildend

Die Stärke der lokalen Tageszeitung ist ihre Glaubwürdigkeit. Experten diskutierten beim 18. Forum Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung in Dortmund über die Zukunft der Zeitung. Im digitalen Zeitalter mit immer schnelleren Informationen auf unterschiedlichen Kanälen ist die Tageszeitung nach wie vor der lokale Anker. Sie bleibt trotz starker Konkurrenz unverzichtbar, denn sie genießt unter allen Medien die höchste Glaubwürdigkeit. Deshalb haben vor allem die lokalen und regionalen Tageszeitungen eine Zukunft. Das bekräftigten die Experten in Dortmund.

 

 

„Mutig, multimedial und meinungsbildend“ – unter diesem Motto haben 150 Chefredakteure, Lokalchefs, schreibende Journalisten sowie Experten aus Politik und Forschung über die Zukunft der Zeitung diskutiert. Die Konkurrenz durch die elektronischen Medien, insbesondere durch das Internet, ist für die Lokalzeitungen sehr groß. „Der Lokaljournalismus muss sich auf seine Stärken und seine Grundtugenden besinnen – auf solide Recherche, professionelle Analyse und kritische Meinung“, betonte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale. Diese Qualitäten erwarte das Publikum von seiner Tageszeitung und sie sicherten am Ende auch deren Erfolg.

 

WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach

„Im Lokalen haben wir ein Alleinstellungsmerkmal. Eine Heimatzeitung im besten Sinne, weltoffen, aber im Kern lokal und stark, das ist unsere Kompetenz“, betonte auch Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe (Essen). Außerdem spiele die lokale Tageszeitung eine tragende Rolle für die Demokratie. Von der großen Bedeutung der Lokalzeitung ist auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überzeugt: „Die Bevölkerung will wissen, was in ihrer Gemeinde passiert. Die wichtigste Informationsquelle ist und bleibt die Lokalzeitung.“ Denn: „Im Lokalen ist der Journalismus unmittelbar. Hier kommt er den Bürgern am nächsten.“

Auf dem Expertentreffen wurde zudem deutlich, dass lokale und Regionalzeitungen seit Jahren zu Recht neben der gedruckten Tageszeitung auf sogenannte crossmediale Verbreitungskanäle setzen: So ist sind die Online-Ausgaben der Lokalzeitungen inzwischen für Hunderttausende Leser, Nutzer und Kunden ein wichtiger zusätzlicher Zugang zu den Angeboten der Zeitung (Vergleich Studie Professor Haller). „Zurück ins Herz der Leser“, dafür trat die britische Medienberaterin Sarah Shantin-Williams ein. Die Fachfrau für mediale Veränderungsprozesse beim Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien WAN-IFRA sieht auch in der Zukunft „wunderbare Chancen“ für professionellen Lokaljournalismus. Journalisten müssten heute flexibel auf den technischen Wandel und das geänderte Medienkonsumverhalten der Menschen reagieren.

 

 

Aus ihren Studien lasse sich aber zeigen, dass gerade Lokal- und Regionalzeitungen ein „enormes Potenzial haben – die von manchen totgesagte Zeitung lebt“. Das größte Pfund, das die Tageszeitung heute noch immer hätten, sei das immense Vertrauen, das Menschen aller Altersgruppen in Europa der Berichterstattungsqualität der Zeitung entgegenbrächten: „42 Prozent aller Menschen vertrauen vor allem der Zeitung“, sagte Schantin-Williams. Kein anderes Medium genieße diesen Rückhalt in einer Bevölkerung, „die durch den dramatischen gesellschaftlichen Wandel immer stärker verunsichert sei und eine Sehnsucht nach Verlässlichkeit“ habe.

Fotos: Jakob Studnar

Dortmund, 
19. Februar 2010  5/2010
   





   
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