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KidsVA: Kinder nutzen das Internet immer stärker – und sie lesen viel

„Kinder, die viele Zeitschriften lesen, benutzen auch viel das Internet“ sagt Ingolf Höhn, Mitglied der Geschäftsleitung beim Egmont Ehapa Verlag in Berlin. Diese Aussage gilt jedoch umgekehrt genauso: Kinder, die viel im Internet surfen, lesen auch viel, und zwar nicht nur Artikel im Netz, sondern auch Printmedien. Von Lesemüdigkeit also keine Spur. Das ist eine Erkenntnis der aktuellen 16. Kids Verbraucher-Analyse (KidsVA) 2009, die am 11. August 2009 in Berlin vorgestellt wurde.

 

 

Laut KidsVA lesen zwei von drei Kindern regelmäßig eine Zeitschrift. Besonders beliebt sind demnach Titel aus dem Hause Disney. Das Mickey Maus Magazin steht mit 631.000 Lesern und 11,1 Prozent Reichweite in der Rangliste der Kinderzeitschriften an erster Stelle, dicht gefolgt von Disneys Lustiges Taschenbuch mit 418.000 Lesern (Reichweite 7,3 Prozent) und dem wissenschaftlichen Kindermagazin „Geolino“ mit 368.000 Lesern und einer Reichweite von 6,5 Prozent. Für die Studie wurden im Auftrag der Verlagsgruppe Egmont/Ehapa in einer repräsentativen Stichprobe 1.627 Kinder und jeweils ein Erziehungsberechtigter zu Themen wie Mediennutzung, Spielwaren, Wünsche, Interessen sowie Freizeitaktivitäten und Finanzsituation befragt. Seit 16 Jahren in Folge analysiert KidsVA das Medien- und Konsumverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland.

Die Befürchtung, dass das Internet die Printmedien verdrängen könnte, wird durch die 16. Studie nicht gestützt. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass andere Medien, wie zum Beispiel das Fernsehen, im Konkurrenzkampf mit dem Internet zurückstehen müssen. „Medienaffine Kinder werden sicher auch weiterhin gerne lesen“, bestätigt Ingolf Höhn. Wie im Vorjahr lesen die Kinder aus finanziell besser gestellten Haushalten (über 3000 Euro Haushaltsnettoeinkommen) häufiger Zeitschriften als die in Haushalten mit einem geringeren Haushaltsnettoeinkommen.

Steigende Werte gibt es für die Nutzung des Computers. Zwei von drei Kindern haben Zugang zu einem PC. Dabei besitzen 16 Prozent sogar einen eigenen PC  und 50 Prozent dürfen einen PC mitbenutzen. „Der PC ist ein Alltagsgerät geworden für alle Bereiche des Lebens“, erläutert Höhn. Am häufigsten wird er zum Spielen (87 Prozent) und für das Internet (71 Prozent) eingesetzt. Jungen und Mädchen nutzen das Internet unterschiedlich. Mit 90 Prozent steht das Onlinemedium zum Spielen bei den Jungs weit an der Spitze. Mädchen schätzen eher die kommunikativen Qualitäten und liegen mit 66 Prozent beim Texte schreiben vorne.

Auch die Nutzung des Internets als Informationsmedium hat zugenommen. Die befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, dass sie es zu Recherchen für die Schule (84 Prozent) oder für die Freizeit (65 Prozent) nutzen, um E-Mails zu schreiben (60 Prozent) oder Online-Spiele zu spielen (57 Prozent). Aus Elternsicht bietet das Internet die Chance, als Lernmittel und als Unterhaltungsmedium zu fungieren. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind die Eltern sensibilisierter in Bezug auf die Gefahren des Internets. So haben 91 Prozent der befragten Erziehungsberechtigten Angst, dass ihr Kind Zugang zu falschen Seiten erhält (plus acht Prozent), und 83 Prozent  (plus acht Prozent) befürchten, dass ihr Kind von der Angebotsflut überfordert ist. Als Besorgnisfaktoren wurden auch Mangel an Bewegung (63 Prozent) und sozialer Teilnahme (60 Prozent) genannt.

 

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass das eigene Handy bei Kindern erst ab dem zehnten Lebensjahr üblich ist. Es dient inzwischen nicht mehr nur als Kommunikationsmedium. Das Handy wird auch zum Fotografieren (56 Prozent), Musik hören (44 Prozent) und Herunterladen von Klingeltönen (37Prozent), Logos (26 Prozent) oder Spielen (17 Prozent) verwendet sowie zum Ansehen von Videoclips (18 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr haben die Kinder 2009 weniger Taschengeld zur Verfügung (21,87 Euro KVA 09; 23,29 Euro KVA 08), das bevorzugt für Süßigkeiten (53 Prozent), Zeitschriften (40 Prozent) und Eis (34 Prozent) ausgegeben wird. 24 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, dass sie ihr Geld sparen; zumindest einen Teil des Geldes sparen 64 Prozent der Befragten. Die regelmäßigen Geldzuflüsse (Taschengeld, Feiertage, kleinere Verdienste) belaufen sich auf 626 Euro (2008: 662 Euro).


12. August 2009  23/2009
   





   
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