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VRWZ ist jetzt ZVNRW

Der Verband Rheinisch-Westfälischer Zeitungsverleger (VRWZ) mit Sitz in Düsseldorf hat seinen Namen geändert: Seit dem 1. Januar 2000 firmiert er als Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen, kurz ZVNRW. Mit der Aufnahme des Bundeslandes in den Verbandsnamen solle dokumentiert werden, schreibt der Landesverband, dass "wir die Interessen der uns angeschlossenen nordrhein-westfälischen Tageszeitungsverlage vertreten". Parallel zur Umbenennung erhielt der ZVNRW auch ein neues grafisches Logo.


14. Januar 2000  1/2000

"Handelsblatt" erweitert Geschäftsführung

Philipp J. Fleischmann ist seit dem 1. Januar 2000 weiterer Geschäftsführer der Handelsblattgruppe-Zeitung GmbH in Düsseldorf. Die Tochtergesellschaft der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH (78 Prozent Verlagsgruppe Handelsblatt, 22 Prozent Dow Jones und Company Inc., New York) verlegt die Wirtschafts- und Finanzzeitung "Handelsblatt". Die Geschäftsführung der Gesellschaft besteht nun aus Heinz-Werner Nienstedt, Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt, und Philipp J. Fleischmann.


14. Januar 2000  1/2000

Zeitungsgruppe Main-Post erweitert Führungsspitze

Die Führung der Zeitungsgruppe Main-Post in Würzburg wurde, "um die erfolgreiche Entwicklung im Kerngeschäft zu sichern und zugleich den Anforderungen im New Media-Business zu entsprechen", am 1. Januar 2000 auf eine breitere personelle Basis gestellt: Neben den beiden Geschäftsführern Hans Gasser und Manfred Winterbach gehören nun der Geschäftsleitung an: Matthias Faller für den Bereich Anzeigen, Andreas Kunzemann für den Bereich Technik, Joachim Liebler für den Bereich Vertrieb und Knut Müller für den Bereich Finanzen und Neue Medien.


14. Januar 2000  1/2000

Rudolf Augstein "Journalist des Jahrhunderts"

Der Herausgeber des Hamburger Magazins "Der Spiegel", Rudolf Augstein, ist von der in Frankfurt erscheinenden Branchenzeitung "Medium Magazin" zum "Journalisten des Jahrhunderts" gekürt worden. Die Zeitschrift hatte 101 "bedeutende und prominente" Journalisten gebeten, Kollegen zu benennen, die "im oder für den Journalismus etwas Herausragendes geleistet haben". Augstein habe "mit deutlicher Stimmenmehrheit" gesiegt, erklärte das "Medium Magazin". Auf Platz zwei wählte die Jury den Journalisten Egon Erwin Kisch - "der Vater aller Reporter der Neuzeit". Auf Platz drei folgen Bob Woodward und Carl Bernstein, die bei der "Washington Post" den Watergate-Skandal aufdeckten.

Kontakt:
Medium Magazin
Annette Milz
Telefon 069/95297944.


14. Januar 2000  1/2000

Trauer um Harald Zeller

Harald Zeller, Altverleger der "Zevener Zeitung", ist am 27. Dezember 1999 in seinem 78. Lebensjahr verstorben. Zeller stand von 1952 bis 1992 an der Spitze des Verlags. 1972 schloss er sich mit der "Zevener Zeitung" der Redaktionsgemeinschaft Nordsee an. 1975 wurden drei der dort vertretenen Verlage Anteilseigner am Druck- und Verlagshaus Zeller.


14. Januar 2000  1/2000

"Göttinger Tageblatt" mit neuem Geschäftsführer

Günter Giffels ist seit dem 1. Januar 2000 neuer Geschäftsführer des "Göttinger Tageblatts". Giffels war zuvor bei Bertelsmann und der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr tätig. Herbert Flecken, der bislang die Geschicke des Göttinger Zeitungshauses leitete, wird sich, wie der Verband Norwestdeutscher Zeitungsverleger mitteilt, in Zukunft auf seine Aufgaben als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover konzentrieren.


14. Januar 2000  1/2000

Michael Fischer Geschäftsführer beim "Pfälzischen Merkur"

Michael Fischer ist seit dem 1. Januar 2000 neuer Geschäftsführer der Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft, die den "Pfälzischen Merkur" in Saarbrücken herausgibt. Fischer löst Dr. Thomas Rochel ab, der seinerseits zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH avancierte. Der "Pfälzische Merkur" ist eine 100-prozentige Tochter der "Saarbrücker Zeitung". Wie das Unternehmen mitteilt, bleibt Fischer über den neuen Verantwortungsbereich hinaus auch zuständig für die Verlagsleitung Vertrieb der "Saarbrücker Zeitung", ferner hat er die Objektleitung der saarländischen Sportzeitung "saar.amateur" und ist Geschäftsführer der Zustellgesellschaft Regio Print-Vertrieb GmbH.


14. Januar 2000  1/2000

Franz Pieper in Ruhestand

Franz Pieper, Verlagsleiter des Medienhauses Lensing in Dortmund ("Ruhr-Nachrichten", "Münstersche Zeitung"), ist nach 45-jähriger Berufstätigkeit zum 31. Dezember 1999 in den Ruhestand getreten. Pieper habe, schreibt dazu das Medienhaus Lensing, schon als Werbeleiter und seit 1978 als Anzeigenleiter "wesentlichen Anteil am Wachstum des Unternehmens" gehabt. Als Verlagsleiter habe er seit 1996 maßgeblich "die stetige, aber zurückhaltende Neugestaltung der Zeitungen" gefördert. Piepers Nachfolge hat Christoph Sandmann angetreten, der bereits seit einem Jahr der Geschäftsführung des Hauses angehört.


14. Januar 2000  1/2000

Holger Schlienkamp beim VPRT

Holger Schlienkamp hat die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) übernommen. Der bisherige Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der F.D.P.-Bundestagsfraktion hat die Nachfolge von Hartmut Schultz angetreten, der im August 1999 zum Abonnenten-TV-Sender Premiere World wechselte.


14. Januar 2000  1/2000

Jubiläum beim Bonner "General-Anzeiger"

Die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser GmbH, Verlag des "General-Anzeigers", begeht im Jahr 2000 ihr 275-jähriges Bestehen des Verlages. Das Unternehmen befindet sich seit seiner Gründung als kurfürstliche Hofdruckerei 1725 ununterbrochen im Besitz einer Familie. An der Spitze des Hauses steht heute der Verleger Hermann Neusser. Flaggschiff des Verlages ist - nach etlichen Vorgängern wie "Bönnsches Intelligenzblatt" und "Bonner Zeitung" - der "General-Anzeiger", der 1889 als überparteiliche und nicht-konfessionelle Tageszeitung gegründet wurde und heute mit einer verkauften Auflage von rund 90.000 Exemplaren erscheint. Für die redaktionellen Inhalte sorgen mehr als 100 Redakteurinnen und Redakteure sowie zahlreiche In- und Auslandskorrespondenten. In den vergangenen Jahren hat sich die Bonner Zeitungsdruckerei und Verlagsanstalt H. Neusser "vom reinen Tageszeitungsverlag hin zu einem Medienunternehmen entwickelt" und engagiert sich, auch über Beteiligungen, in verschiedenen Printbereichen sowie in den Sparten Hörfunk, Fernsehen und Internet.


14. Januar 2000  1/2000

250 Jahre "Gießener Anzeiger"

Der "Gießener Anzeiger" konnte am 6. Januar 2000 sein 250-jähriges Bestehen begehen. Erstmals 1750 als "Giesser Wochen-Blatt" erschienen, ist der "Gießener Anzeiger" heute - nach der "Hildesheimer Allgemeinen", dem "Hanauer Anzeiger" und den "Bremer Nachrichten" - die viertälteste bestehende Tageszeitung Deutschlands. Bundeskanzler Gerhard Schröder bescheinigte der Zeitung in einem Beitrag für die Jubiläumsausgabe, sie sei Mittelhessen und seinen Menschen durch engagierte Berichterstattung eng verbunden. Die Tageszeitung sei ein nicht wegzudenkender Mittler des Weltgeschehens mit Nachrichten, Hintergrundberichten und Kommentaren zu wichtigen Ereignissen und Entwicklungen. Ähnlich beschreibt auch der Verleger und Chefredakteur des "Gießener Anzeigers", Dr. Wolfgang Maaß, die Aufgaben und Ziele seiner Zeitung. Sie soll die Leser "sicher über das Meer von Informationen" bringen, ihnen Hintergründe zu weltweiten und lokalen Ereignissen liefern sowie Entscheidungs- und Lebenshilfe anbieten, damit sie ihren Alltag müheloser bewältigen können. Zum 250-jährigen Jubiläum der Zeitung wurden eine 48 Seiten starke Sonderbeilage sowie zusätzlich eine 16 seitige und durchgehend vierfarbig gestaltete Selbstdarstellung veröffentlicht.

Als Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr bittet der "Gießener Anzeiger" am 2. Februar 2000 zu einem Diskussionsforum.

Über die Perspektiven der deutschen Tageszeitungen auf dem Weg zu Medienunternehmen diskutieren:

der hessische Ministerpräsident Roland Koch
der Verleger des "Schwarzwälder Boten"
und
BDZV-Vizepräsident Dr. Richard Rebmann
der Chefredakteur des "Öko-Test"-Magazins Jürgen Stellpflug
der FFH-Programmdirektor Hans-Dieter Hillmoth
der Deutsche-Welle-Intendant Dieter Weirich
sowie
der Medienwissenschaftler Professor Siegfried Quandt.


14. Januar 2000  1/2000

150 Jahre "Landshuter Zeitung"

Die erstmals am 1. April 1849 erschienene "Landshuter Zeitung", die zum "Straubinger Tagblatt" gehört, kann auf ein Jubiläumsjahr mit zahlreichen Festveranstaltungen zurückblicken. Zu den von der Verlegerfamilie Balle initiierten zentralen Ereignissen rund um den 150-jährigen Geburtstag des Blattes zählte eine dreiteilige Vortragsreihe unter dem Leitthema "Freiheit, die ich meine - 150 Jahre Pressefreiheit in Landshut". Dabei referierten der ehemalige bayerische Kultusminister Prof. Hans Mayer, "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort und der Theologe Prof. Eugen Bieser über historische, medienpolitische und religiöse Aspekte der Pressefreiheit vor mehr als 1.000 Zuhörern.. Außerdem gab es von April bis November unter anderem eine Theatervorführung für Kinder und ein Altstadtfest, deren Erlöse an karitative Einrichtungen gingen; eine "spanische Nacht" für Opernliebhaber und eine Medienkunstausstellung. Daneben brachte die "Landshuter Zeitung" gleich zwei Sonderbeilagen heraus, eine zum 150-jährigen Bestehen des Hauses und eine zweite zum 50. Jahrestags des Wiedererscheinens nach dem Zweiten Weltkrieg am 1. November 1949.


14. Januar 2000  1/2000

"SZ"-Korrespondent Küppers ausgezeichnet

Der Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Belgrad, Bernhard Küppers, wird in diesem Jahr mit der Rudolf-Vogel-Medaille der Südosteuropa-Gesellschaft ausgezeichnet. Die Gesellschaft mit Sitz in München teilte mit, dass Küppers für seine "kontinuierliche, sachliche und umfassende Berichterstattung aus dem früheren Jugoslawien geehrt" werde. Die Preisverleihung findet am 26. Februar in Berlin statt.


14. Januar 2000  1/2000

"F.A.Z." zum siebten Mal "Sportredaktion des Jahres"

Die Sportredaktion der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) ist zum siebten Mal als "Sportredaktion des Jahres" ausgezeichnet worden. Der Jury gehören unter anderem Persönlichkeiten wie Thomas Bach, Präsidiumsmitglied des Internationalen Olympischen Komitees; Erich Ribbeck, Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft; und Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sport-Bundes, an. Zur "Sportpersönlichkeit des Jahres" wurde Steffi Graf und zum "Sportfunktionär des Jahres" Franz Beckenbauer gewählt.


14. Januar 2000  1/2000

IFRA prüft Qualität von Zeitungsdruckpapier

Die in Darmstadt ansässige Internationale Vereinigung für Zeitungs- und Medientechnologie, IFRA, bietet als neuen Service die Qualitätsprüfung von Zeitungsdruckpapier an. Ziel des IFRA-Services ist "die anwenderorientierte Durchführung", die es einer Zeitung ermöglichen soll, "denjenigen Anbieter auszuwählen, mit dessen Produkten die beste Druckqualität zu den geringsten Kosten erzielt werden kann". Zeitungen, die diesen neuen Service nutzen möchten, können Druckmuster an die IFRA einsenden, um sie nach folgenden Kriterien auswerten zu lassen:

1. Mechanische Eigenschaften (wie Flächengewicht, Papierdicke, Bruchwiderstand etc.)
2. Bedruckbarkeit (wie Farbbedarf, Abschmieren, Durchscheinen).

Die Testgebühr beträgt 6.000 Mark. Im Anschluss an die Auswertung erhalten die Kunden von der IFRA einen Testbericht mit entsprechenden Empfehlungen. Dazu erklärt IFRA-Berater Frédéric Fabre: "Diese Art von Tests wird für Zeitungsbetriebe normalerweise von Papierlabors durchgeführt, die in der Regel herstellerorientiert arbeiten. Mit dem neuen IFRA-Service möchten wir eine stärker am Anwender ausgerichtete Zeitungspapier-Qualitätsprüfung anbieten."

Kontakt:
Frédéric Fabre
Telefon 06151/ 733-764
Telefax 06151/ 733-800.
Internet: www.ifra.com


14. Januar 2000  1/2000

Förderpreis von Kuratorium ZNS und Hannelore-Kohl-Stiftung

Das Kuratorium ZNS für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems und die Hannelore-Kohl-Stiftung haben den BDZV um Unterstützung gebeten. Dabei erhoffen sich die Initiatoren für die Ausschreibung ihres mit 25.000 Mark dotierten "Förderpreises 2001" Publizität insbesondere in Tages- und Wochenzeitungen mit eigenem Wissenschaftsteil oder in Zeitungen an Universitätsstandorten mit entsprechenden medizinischen Einrichtungen. Der Förderpreis wird "für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung, Entwicklung und Erprobung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren in der neurologischen, neurochirurgischen und neuropsychologischen Rehabilitation vergeben". Er soll eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Rehabilitation Hirnverletzter sein. Bewerbungen um den Förderpreis 2001 des Kuratoriums ZNS und der Hannelore-Kohl-Stiftung müssen bis zum 30. September 2000 eingereicht sein bei:

Kuratorium ZNS
Rochusstr. 24
53123 Bonn
Telefon 0228/ 978450
Telefax 0228/9784555.

Weitere Details zur Ausschreibung ebenfalls unter dieser Adresse.


14. Januar 2000  1/2000

ZV-Seminare: Noch Plätze frei

Bei den Seminaren "Rechtsfragen im Internet-Anzeigengeschäft" am 7. Februar 2000 (Basisseminar) und 8. Februar 2000 (Aufbauseminar) in Göttingen sowie dem Seminar "Aktive telefonische Kundenakquisition im Anzeigenbereich" am 28./29. Februar 2000 in Kassel, die die ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH anbietet, sind noch einige Plätze frei. Die fachliche Leitung des Seminars "Rechtsfragen im Internet-Anzeigengeschäft" hat Kurt Braun, Rechtsanwalt, Olsberg. Für das Seminar "Aktive telefonische Kundenakquisition im Anzeigenbereich" übernimmt Frieder Barth, Beratung und Kommunikationstraining, Hamburg, die fachliche Leitung.

Kontakt:
ZV Verlag
Ulrike Schmiedtke
Telefon 0228/ 81004-20
Telefax 0228/ 81004-34
oder über
Internet: www.zv-online.de.


21. Januar 2000  2/2000

Stefan Rabe Multimedia-Chef im Axel Springer Verlag

Stefan Rabe ist seit dem 1. Januar 2000 Leiter des Bereichs interactive media (Teletext- und Online-Vermarktung) im Axel Springer Verlag. Er hat die Nachfolge von Karina Tietje angetreten, die das Unternehmen auf eigenen Wunsch am 31. Dezember 1999 verlassen hat. Rabe ist direkt Lutz Schirmer, im Vorstand für Elektronische Medien zuständig, unterstellt.


14. Januar 2000  1/2000

Internet-Nutzung in Europa steigt

Der Anteil der Internet-Nutzer an der Gesamtbevölkerung könnte bis zum Jahr 2003 von heute 19 Prozent auf 33 Prozent in Europa wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Forrester Research. Eine Voraussetzung dafür sei ein wachsender Anteil von Haushalten mit Personalcomputern. Der Anteil dieser Haushalte werde von 36 Prozent auf 46 Prozent bis 2003 wachsen. Europäischer Spitzenreiter werde Schweden mit einem Anteil von 72 Prozent, prognostizieren die Marktforscher. Dabei sei der Internet-Zugang der wichtigste Grund für die privaten Haushalte, sich einen Computer zu kaufen. Laut Forrester Research soll die Zahl der Internet-Nutzer in Europa von 34 Millionen auf dann 60 Millionen steigen.


14. Januar 2000  1/2000

Reutlingen: Schüler interviewen Rezzo Schlauch

Für mehr als 700 Schülerinnen und Schüler aus den Kreisen Reutlingen und Tübingen stand sechs Wochen lang die tägliche Lektüre ihrer lokalen Zeitung auf dem Stundenplan. Bereits zum fünften Mal veranstaltete der "Reutlinger General-Anzeiger" das Leseförderungsprojekt "Zeitung macht Schule", bei dem die Jugendlichen auch selbst als Nachwuchs-Reporter aktiv werden sollen. Lieblingsthemen der Jung-Autoren waren, wie die Redaktion mitteilt, Popmusik und Fußball. Die Schüler hätten sich zum Beispiel aber auch mit dem Umgang mit jugendlichen Straftätern oder dem Prinzip des betreuten Wohnens beschäftigt. Insgesamt seien im Lauf des Projekts fast 50 Zeitungsseiten gefüllt worden, "die in die ganz normale Tagesproduktion integriert waren". Zu den "Zeitung macht Schule"-Highlights gehören beim "Reutlinger General-Anzeiger" die von der Projektredaktion organisierten Podiumsdiskussionen mit prominenten Interviewgästen. Diesmal standen unter anderem der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rezzo Schlauch, zwei Fußballspieler vom VfB Stuttgart sowie der Marketing-Manager einer Computerspiele-Firma den Kindern Rede und Antwort.


14. Januar 2000  1/2000

Nachwuchs-Reporter in Dithmarschen

Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler sind derzeit noch im schleswig-holsteinischen Landkreis Dithmarschen als Nachwuchsreporter unterwegs: Zum vierten Mal bereits hat hier die "Dithmarscher Landeszeitung/Brunsbütteler Zeitung" ihr Leseförderungsprojekt "Zeitung macht Schule" ausgeschrieben. Acht Wochen lang besuchen die jungen Leute nun unter anderem Redaktion und Druckhaus, beschäftigen sich mit den verschiedenen journalistischen Darstellungsformen in der Zeitung und recherchieren obendrein auf eigene Faust. Eine Auswahl der dabei entstandenen Artikel soll noch im Januar in einer großen Beilage erscheinen, die von den jugendlichen Projektteilnehmern selbst produziert wird. Als Nebeneffekt der vom medienpädagogischen Institut Promedia in Alsdorf betreuten Maßnahme erhofft sich die "Dithmarscher Landeszeitung/Brunsbütteler Zeitung" den "Aufbau einer engagierten Jugendredaktion".

Kontakt:
Dithmarscher Landeszeitung
Wulf-Isebrand-Platz
25746 Heide
Lokalredaktion
Telefon 0481/ 6886-211
Telefax 0481/ 6886-462.
Internet: www.sh-nordsee.de


14. Januar 2000  1/2000

1999 wurden weltweit 36 Journalisten getötet

1999 sind 36 Journalisten in aller Welt bei ihrer Arbeit oder aufgrund ihrer Überzeugungen getötet worden. Damit habe sich, wie die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) in Paris Ende Dezember mitteilte, die Zahl ermordeter Journalisten gegenüber 1998 fast verdoppelt. Verantwortlich sei nicht zuletzt die steigende Zahl von Regionalkonflikten. Am stärksten verfolgt würden Journalisten in Afrika. Allein in dem westafrikanischen Kleinstaat Sierra Leone seien 1999 zehn Journalisten ermordet und 15 Reporter verhaftet worden. In Tschetschenien seien bisher drei und in Jugoslawien sechs Journalisten getötet worden. In Kolumbien hätten Kriminelle sechs Journalisten ums Leben gebracht. Der "ROG"-Jahresbericht dokumentiert ferner 446 verhaftete Berichterstatter im abgelaufenen Jahr und 653 tätliche Angriffe oder Bedrohungen. Zu den Ländern, die gegen Pressevertreter besonders rigoros vorgehen, zählen Kongo, Angola, Kamerun und Äthiopien, wo derzeit neun Journalisten inhaftiert sind.


14. Januar 2000  1/2000

USA-Arbeitsstipendien für deutsche Journalisten

Der Veranstalter Internationale Journalisten-Programme (IJP) hat zum 13. Mal zehn zweimonatige Reise- und Arbeitsstipendien für jüngere Journalisten in die USA ausgeschrieben; gleichzeitig können sich junge US-amerikanische Journalisten um Arbeitsaufenthalte in Deutschland bewerben. Ziel der (nach dem langjährigen US-Botschafter in Bonn benannten) "Arthur F. Burns Fellowships" ist es, "jüngere, vielversprechende Journalisten mit den politischen Themen der Vereinigten Staaten frühzeitig vertraut" zu machen. So würden "zukünftige Multiplikatoren für Fragen der deutsch-amerikanischen Beziehungen sensibilisiert" und erhielten einen persönlichen Einblick in Mentalität, Kultur und Alltagsleben in den USA. Das Stipendium beginnt am 25. Juli 2000 mit einer einwöchigen Einführungsveranstaltung in Washington gemeinsam mit den amerikanischen Stipendiaten. Darauf folgt eine mindestens zweimonatige Fellowship bei US-Medien. Sehr gute Englisch-Kenntnisse werden vorausgesetzt. Bewerber um die mit einer einmaligen Zahlung von 6.500 Mark verbundene Arthur F. Burns Fellowship, die zwischen 21 und 35 Jahre alt sind und als regelmäßige Mitarbeiter, Volontäre oder Redakteure an deutschen Medien tätig sind, wenden sich bis zum 1. Februar 2000 an:

Arthur F. Burns Fellowship
Postfach 15 65
61455 Königstein/Taunus
Telefon 06174/7707
Fax 06174/4123.


14. Januar 2000  1/2000

Stiftung Journalisten in Europa mit neuem Programm

Die Stiftung Journalistes en Europe/Journalisten in Europa mit Sitz in Paris hat ihr neues Programm für das Jahr 2000/2001 ausgeschrieben. In drei- bis acht-monatigen Kursen können hier junge deutsche Journalisten mit Kollegen aus aller Welt Europa erleben, studieren und in Recherche, Interview und Bericht erarbeiten. Die Stiftung bietet ihnen die Möglichkeit, sich intensiv mit den europäischen Institutionen sowie der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Realität der europäischen Länder auseinanderzusetzen. Die dabei entstandenen Artikel werden in der Zeitschrift "Europ Magazine" veröffentlicht. Bewerbungsschluss für die Stipendien ist der 15. Februar 2000. Angeboten werden auch Spezialkurse zur Vorbereitung bei der Arbeit als Korrespondent bei der EU in Brüssel.

Kontakt:
Fondation Journalistes en Europe
4 Faubourg Montmartre
75009 Paris
Frankreich
Telefon 00331/55772002
Fax 00331/44822002.


14. Januar 2000  1/2000

Kreativwettbewerb der Zeitungen: Bildung ist Zukunft!

Die ZMG und die Münchner Fachzeitschrift "werben & verkaufen" haben erneut Kreativ-Teams in Werbeagenturen, freie Konzeptioner, Texter, Grafiker und kreative Nachwuchstalente eingeladen, sich am Kreativwettbewerb der Zeitungen 2000 zu beteiligen: Diesmal geht es darum, eine Zeitungsanzeige oder -anzeigenserie zum Thema "Bildung ist Zukunft!" zu entwickeln. "Deutschland steht vor drängenden Herausforderungen. Es gilt, in einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft den eigenen Standort zu sichern und ihn sowohl im Hinblick auf die rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt als auch mit Rücksicht auf die Verletzlichkeit von Umwelt und Natur umzubauen. Gefragt sind ein neues Denken, ein Mehr an Verantwortungsbereitschaft, Menschlichkeit und positive Leitbilder", schreiben dazu die Veranstalter. Die Anzeigen sollen herausstellen, dass "Wissen und Bildung die Basis jeder zukunftsorientierten und demokratischen Gesellschaft" sind. Sie sollen die Menschen motivieren, eine Bereitschaft zum lebenslangen Lernen zu entwickeln. Die Arbeiten werden von einer unabhängigen Fach-Jury bewertet. Ausgezeichnet werden Anzeigen, die in herausragender konzeptioneller und kreativer Weise die Zielsetzung erfüllen. Die Anzeigen der Preisträger werden deutschen Tages- und Wochenzeitungen zur unentgeltlichen Schaltung angeboten und damit einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Die Siegerehrung und Präsentation der besten Anzeigen geschieht am 19. Mai 2000 in Berlin. Einsendeschluss ist der 23. März 2000.

Kontakt:
ZMG
Schmidtstraße 53
60326 Frankfurt am Main
Petra Gremmelspacher
Telefon 069/973822-35
Fax: 069/973822-53.
Internet: www.zmg.de


14. Januar 2000  1/2000

Sonderausgaben zum Jahrtausendwechsel

Nicht schlecht gestaunt haben dürften die Leser der "Rems-Zeitung" in Schwäbisch Gmünd, die am 1. Januar 2000 eine sechs Seiten starke vierfarbige Sonderausgabe mit aktuellen Bildern aus der Silvesternacht erhielten. "Es ist unseren Mitarbeitern hoch anzurechnen, dass sie zu diesem Zeitpunkt - statt zu Hause zu feiern - im Betrieb für unsere Leser diese Ausgabe hergestellt haben", schreibt dazu der Verlag mit feinem Stolz. Eine Sonderschicht legten auch Redakteure und Vertriebsleute der "Süddeutschen Zeitung" in München ein. Die Sonderausgabe wurde in einer Million Exemplaren unentgeltlich am 1. Januar den Münchner Abonnenten zugestellt und darüber hinaus an zentralen Verteilstellen, etwa Bahnhöfen, in ganz Deutschland für die Leser ausgelegt. Daneben traten viele Tages- und Wochenzeitungen kurz vor dem oder direkt zum Wechsel ins neue Millennium mit teils opulenten Supplements auf. Dabei gab es an den historischen Zeitläufen orientierte Rückblicke ebenso wie die reine Zukunftsprognose, etwa in der Hamburger Wochenzeitung "Die Woche". Die Zeitungsgruppe Lahn-Dill aus Wetzlar wiederum nutzte die Millenniums-Beilage auch zur Eigenwerbung und präsentierte auf der letzten Seite die Mitarbeiter in Verlag und Redaktion streng alphabetisch mit Funktion und Telefondurchwahl im Bild.


14. Januar 2000  1/2000

"Predigten aus dem Alltag" in Regensburg

Die "Mittelbayerische Zeitung" in Regensburg hat in Zusammenarbeit mit dem Bistum Regensburg zum zweiten Mal die Aktion "Predigten aus dem Alltag" durchgeführt. Bei der Veranstaltungsreihe sprechen "Menschen wie Du und ich" über ihr Verhältnis zum Glauben. Zu den zwölf Frauen der 99-er-Aktion gehörten unter anderem eine Abiturientin, eine Schauspielerin, eine Verlegerin und eine Ordensfrau. Prominenteste Teilnehmerin war Fürstin Gloria von Turn und Taxis, zu deren Predigt mehr als 700 Menschen in die Regensburger Schottenkirche kamen. Die Predigten wurden im Sonntagsmagazin der "Mittelbayerischen Zeitung" veröffentlicht und erscheinen als Buch im hauseigenen "MZ"-Buchverlag.

Kontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Karl Birkenseer
Margaretenstraße 4
93047 Regensburg,
Telefon 0941/207362.
Internet:www.donau.zet.net


14. Januar 2000  1/2000

"F.A.Z." vertreibt "Neue Zürcher"

Seit dem 21. September 1999 hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH den Vertrieb der "Neuen Zürcher Zeitung" in Deutschland übernommen. Hierzu gehören, wie die "F.A.Z." mitteilt, die Abwicklung des Einzelverkaufs, die Transportlogistik und die Zustellung der "NZZ" durch das Botensystem der "F.A.Z.". Umgekehrt werde der Verlag der "NZZ" im Lauf des zweiten Quartals 2000 die Betreuung des Vertriebs der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in der Schweiz übernehmen. Beide Häuser arbeiteten seit kurzem bei der Gewinnung neuer Abonnenten in Deutschland und in der Schweiz eng zusammen.


14. Januar 2000  1/2000

Weihnachts-Tombola in Celle

Als Adventskalender, Weihnachtslicht oder Altenhilfe beispielsweise veranstalten viele Tageszeitungen in der Vorweihnachtszeit Spendenaktionen, mit deren Erlös bedürftige Bürger im Verbreitungsgebiet oder karitative Einrichtungen finanziell unterstützt werden. Einen zusätzlichen Anreiz für ihre Leser, wohltätig zu werden, hat die "Cellesche Zeitung" mit ihrer Weihnachts-Tombola geschaffen: Bereits zum dritten Mal verloste die Zeitung im Rahmen ihrer alljährlichen Weihnachtsaktion auf dem Weihnachts-markt Wienhausen zahlreiche Preise, die die Mitarbeiter "in wochenlanger Vorarbeit im wahrsten Sinne des Worts 'zusammengebettelt'" hatten. Der Hauptreis, ein Auto, wurden vom Verlag und einem ortsansässigen Autohaus gestiftet. Insgesamt kam bei der Tombola für "Mitmenschen in Not" ein Reinerlös von gut 60.000 Mark zusammen.

Kontakt:
Cellesche Zeitung
Ralf Leineweber
Telefon 05141/990-101.


14. Januar 2000  1/2000

Verleger begrüßen Verbot von Gratis-Zeitung

Verschenken von redaktioneller Qualität verstößt gegen geltendes Wettbewerbsrecht

Der BDZV hat die Entscheidung des Landgerichts Berlin begrüßt, der zufolge der norwegische Medienkonzern Schibsted die kostenlose Verteilung der Zeitung "20 Minuten Köln" untersagt wird.

Das Gericht habe mit der einstweiligen Verfügung bestätigt, dass das Verschenken von redaktioneller Qualität gegen geltendes Wettbewerbsrecht verstoße, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Volker Schulze am 6. Januar 2000 in Bonn. Der Verband setze darauf, dass die Entscheidung des Landgerichts in weiteren Instanzen bestätigt werde. Die Geschäftspraxis der Schibsted AG verurteilte der BDZV als "einen Angriff auf den gewachsenen Zeitungsmarkt". Offensichtlich gehe es dem norwegischen Konzern darum, das bewährte Modell "Vertrieb plus Anzeigen" zu zerstören. Ein solches Vorgehen könnte sich zu einer Gefahr für die Pressevielfalt in Deutschland entwickeln; hinter den meisten Zeitungen stünden kleinere und mittlere Verlage, die sich gegen das aggressive Marktverhalten eines Konzerns wie Schibsted nur schwer zur Wehr setzen könnten. Vorhaltungen von Seiten der Gratiszeitung, dass das Gericht mit seiner Entscheidung die Pressefreiheit beeinträchtige, bezeichnete der BDZV daher als "unverständlich und deplatziert".


14. Januar 2000  1/2000

Kölner Gericht untersagt elektronisch hergestellte Pressespiegel

Zeitungen setzen sich gegen Verwertungsgesellschaft Wort durch Zeitungen setzen sich gegen Verwertungsgesellschaft Wort durch

Die Verbreitung elektronisch hergestellter Pressespiegel durch E-Mail verstößt nach einem Entscheid des Kölner Oberlandesgerichts gegen das Urheberrecht.

Damit haben sich die Tageszeitungen "Handelsblatt" (Düsseldorf), "Süddeutsche Zeitung" (München) und "Die Welt" (Berlin) mit ihrer einstweiligen Verfügung in zweiter Instanz gegen die Verwertungsgesellschaft Wort durchgesetzt, die einen Lizenzvertrag mit der britischen Investmentbank Goldman Sachs geschlossen hat. Laut OLG Köln dürfen zwar Unternehmen zum Beispiel einzelne Artikel aus Zeitungen und anderen aktuellen Informationsblättern zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Themen zitieren. Unzulässig ist jedoch die elektronische Verbreitung innerhalb eines firmeneigenen Kommunikationssystems, da jede Distribution "im Wesentlichen der Information der Nutzer anhand eines einzigen Exemplars dient". Zudem ermögliche die Speicherung jedem Nutzer eine weitgehende elektronische Weiterverarbeitung, die den Zielen des Urhebergesetzes widerspreche.


14. Januar 2000  1/2000

Zeitschriften auf Wachstumskurs

Anzeigenseiten legten 1999 um 4,7 Prozent zu

Die Publikumszeitschriften konnten 1999 bei ihren Anzeigenseiten ein Wachstum von 4,7 Prozent verzeichnen. Wie der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) mitteilt, habe die werbungtreibende Wirtschaft im vergangenen Jahr bei den 371 vom VDZ erfassten Zeitschriften insgesamt 245.128 Anzeigenseiten gebucht. Damit sei es "den Zeitschriften trotz eines verschärften Wettbewerbs der Medien um die Werbegelder gelungen, ihre Position als Werbeträger weiter auszubauen".

Nach einer Phase des Booms bei der Fernsehwerbung seien, so der VDZ, zunehmend Sättigungserscheinungen und eine Neuorientierung der werbungtreibenden Wirtschaft auf die gedruckten Medien feststellbar. Positiv hätten sich verstärkte Werbemaßnahmen in liberalisierten Märkten wie Strom und Telekommunikation oder von Internetunternehmen ausgewirkt. Dazu erklärte Karl Dietrich Seikel, Vorsitzender des Vorstands der Publikumszeitschriften im Verband: "Wir sehen deutliche Anzeichen dafür, dass der Stellenwert der Zeitschriftenwerbung im Media-Mix wieder zunimmt. Damit trägt auch die zurückhaltende Preispolitik der Zeitschriften der letzten Jahre Früchte."

Unter den Zeitschriftengattungen buchte die werbungtreibende Wirtschaft 1999 die meisten Anzeigenseiten im Bereich der EDV-Zeitschriften, gefolgt von den aktuellen Zeitschriften und Nachrichtenmagazinen, den Sportzeitschriften sowie der Wirtschaftspresse. Ferner hat sich laut VDZ das Verhältnis von redaktionellen Seiten zu Anzeigenseiten bei den Publikumszeitschriften 1999 "nur maginal" verändert und liegt bei 70 Prozent zu 30 Prozent. Als Reaktion auf die weiter abnehmende Preisdifferenz zwischen Vierfarb- und Schwarz-weiß-Anzeigen seien von der werbungtreibenden Wirtschaft 1999 verstärkt Vierfarb-Anzeigen gebucht worden, die mittlerweile rund zwei Drittel aller Anzeigen- und Beihefter-Seiten ausmachten. Die Jahresübersicht des VDZ über die Anzeigenentwicklung der deutschen Publikumszeitschriften ist unentgeltlich zu beziehen über:

VDZ
Brigitte Kurscheidt
Telefon 0228/3820325.
Internet: www.pz-online.de


14. Januar 2000  1/2000

Zeugnisverweigerungsrecht: Gesetzentwurf geht nicht weit genug!

BDZV vermisst verlässlichen Schutz der Journalisten

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten geht nach Auffassung der Zeitungsverleger nicht weit genug. Zwar sei es erfreulich, dass das Zeugnisverweigerungsrecht nun auch auf selbstrecherchieres Material ausgeweitet werde, und das Bundesjustizministerium damit einer langjährigen Forderung von Verlegern, Journalisten wie auch dem Deutschen Presserat nachkäme, erklärte der BDZV am 19. Januar in Bonn. Allerdings bleibe der Entwurf in den Details beträchtlich hinter den Vorstellungen der Medienvertreter zurück.

Bisher bezog sich das Zeugnisverweigerungsrecht nur auf Informationen, die den Journalisten von Dritten zugespielt worden waren. Die Medien sollten aufgrund der verfassungsrechtlich verbürgten Pressefreiheit nicht dazu gezwungen werden können, die Identität Ihrer Informationen preiszugeben. Künftig sollen Journalisten auch über selbstrecherchierte Informationen vor Gericht das Zeugnis verweigern können. Doch sind Ausnahmen vorgesehen: Aus Sicht des BDZV wird die neue Regelung entwertet, wenn es möglich ist, das Zeugnisverweigerungsrecht einzuschränken, falls ein Journalist selbst verdächtigt wird, an einer Straftat beteiligt gewesen zu sein oder diese decken zu wollen. Dies lasse, kritisierten die Verleger, vielerlei Interpretationen zu. Damit gebe es auch für die Arbeit der Journalisten keinen verlässlichen Schutz.

Vor diesem Hintergrund fordert der BDZV, dass die Beschlagnahme von geschütztem Material nur noch bei der höchsten Stufe des Tatverdachts, nämlich bei "dringendem Tatverdacht", veranlasst werden darf. Desweiteren sollte der Ausschluss des Zeugnisverweigerungsrechts auf bestimmte besonders schwere Straftaten beschränkt bleiben, wenn die Erforschung des Sachverhalts aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre.


21. Januar 2000  2/2000

Keine Eingriffe in Künstlersozialversicherung!

Medienverbände unterbreiten Vorschlag zur Novellierung des Gesetzes Medienverbände unterbreiten Vorschlag zur Novellierung des Gesetzes

Die Medienverbände begrüßen den Vorstoß der Bundesregierung, das Gesetz über die Sozialversicherung der selbstständigen Künstler und Publizisten zu überprüfen. Dazu haben Vertreter des BDZV, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sowie die Organisationen des Privaten Rundfunks (VPRT, APR und TPR) am 19. Januar in Bonn dem Bundesarbeitsminister Vorschläge zur Novellierung unterbreitet.

Die Medienverbände fordern nachdrücklich, die gerade durch das so genannte Haushaltssanierungsgesetz beschlossenen Eingriffe in die Künstlersozialversicherung zurückzunehmen. Seit Bestehen dieser Pflichtversicherung für selbstständige Künstler und Publizisten habe sich der Bund an den Kosten beteiligt. Die Verminderung dieses Anteils um 20 Prozent belaste alle Nutzer und Verwerter von publizistischen und künstlerischen Leistungen in hohem Maß. Es scheine, als wolle der Bund hier einen "Rückzug auf Raten" aus seiner Verantwortung antreten. Dies stehe, betonte ein Sprecher, jedoch im Widerspruch zu den Grundsätzen, die das Bundesverfassungsgericht seinerzeit bei der Einführung des Künstlersozialversicherungsgesetzes aufgestellt habe.

Als "verfassungsrechtlich noch bedenklicher" werteten die Medienverbände die Abkehr von bereichsspezifischen Beitragssätzen: Künftig will die Bundesregierung jährlich pauschal die Höhe der Beiträge für die Verwerter festlegen, ohne nach den Bereichen Wort, Bildende Kunst, Musik und Darstellende Kunst zu differenzieren. Dieser Einheitssatz stehe im Widerspruch zu dem Verfassungsgerichtsurteil von 1987 und würde zu einer unzulässigen Quersubventionierung der Bereiche untereinander führen.

Ferner bekräftigten die Medienverbände ihre schon im Zusammenhang mit dem Gesetz gegen die sogenannte Scheinselbstständigkeit erhobene Forderung, dass der Versicherung über die Künstlersozialkasse der Vorrang zukomme. Die Einordnung eines Journalisten als Selbstständiger dürfe von anderen Sozialversicherungsträgern für einzelne journalistische Tätigkeiten nicht in Frage gestellt werden. Die Konkurrenz mehrerer Sozialversicherungsträger bei der Statusfeststellung sei ein unerträglicher Zustand sowohl für die Medienunternehmen wie auch für deren freie Mitarbeiter.


21. Januar 2000  2/2000

"Spitze Feder" für Klaus Stuttmann

BDZV präsentiert Zeitungskarikaturen bei der "Rückblende '99"

Zeitungskarikaturisten und Bildjournalisten stehen im Mittelpunkt der von der rheinland-pfälzischen Landesvertretung und dem BDZV ausgerichteten Ausstellung "Rückblende '99", die noch bis Ende Januar in Berlin in den Räumen der Bayerischen Landesvertretung (Behrenstraße 21/22) zu sehen ist.

Zum 13. Mal hat der BDZV die Auswahl der Karikaturisten und ihrer Arbeiten für den Blick auf das politische Jahr 1999 übernommen. Der ausgelobte Karikaturistenpreis, die "Spitze Feder", ging an Klaus Stuttmann für eine Karikatur im Berliner "Tagesspiegel", in der die beiden Ex-DDR-Politgrößen Krenz und Schabowski in Häftlingskleidung über eine dicke Gefängnismauer hinausschauen. Dabei Krenz zu Schabowski: "Du weißt doch, wie man Mauern öffnet!" Neben Stuttmann waren als Meister des feinen Strichs mit spitzer Wirkung vertreten: Klaus Böhle, Rainer Hachfeld, Horst Haitzinger, Walter Hanel, Dieter Hanitzsch, Thomas Körner, Burkhard Mohr, Bernd Polenz, Berndt A. Skott und Dieter Zehentmayr.

Der Preis für das beste Pressefoto ging an Michael Urban von der Agentur Reuters. Platz zwei teilten sich Marco Urban und Laurence Chaperon, Dritter wurde Achim Melde. Der rheinland-pfälzische Staatssekretär Karl-Heinz Klär, dessen eigene Landesvertretung noch im Bau ist und dem daher von den bayerischen Kollegen Gastrecht gewährt wurde, übergab die Preise anlässlich der Ausstellungseröffnung am 17. Januar 2000, die mit mehr als 850 Gästen einen Besucherrekord verzeichnen konnte. BDZV-Hauptgeschäftsführer Volker Schulze erklärte bei seiner Begrüßung, dass der Verlegerverband mit der Einladung von Karikaturisten für Bonner und Berliner Zeitungen der alten und der neuen Hauptstadt Referenz erweisen wollte. Tissy Bruns, Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz, hob hervor, dass Berlin die Bildjournalisten zu noch größerer Schnelligkeit als bisher zwinge. Dabei den richtigen Moment zum Abdrücken zu erwischen, sei immer wieder eine großartige Leistung. Dies dokumentierten auch die gezeigten Bilder. Anlässlich der "Rückblende '99" wurde allen Besuchern ein vom "Spiegel" als Sponsor produzierter Ausstellungskatalog überreicht, den der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins, Stefan Aust, in einem launigen Grußwort den Gästen näher brachte. Die preisgekrönten Karikaturen und Fotos sind ab nächster Woche auch auf der Homepage des BDZV (www.bdzv.de) zu sehen.


21. Januar 2000  2/2000

"Frankfurter Rundschau" macht "Zeitung in der Schule"

Die "Frankfurter Rundschau" (FR) und das IZOP-Institut in Aachen organisieren in den kommenden zwölf Monaten zum vierten Mal das ganzjährige, bundesweite Projekt "Zeitung in der Schule" (ZiSch). Ziel aus medienpädagogischer Sicht ist es, kontinuierlich mit einer überregionalen Tageszeitung im Unterricht zu arbeiten. Unter anderem haben die Schüler Gelegenheit, auf einer immer mittwochs erscheinenden Sonderseite eigene Beiträge in der "FR" zu veröffentlichen.

Internet: www.fr-aktuell.de


21. Januar 2000  2/2000

"Junge Seite" im "Nordbayerischen Kurier"

"x-bay" ist der Titel der täglich erscheinenden Jugend-Seite des "Nordbayerischen Kuriers" in Bayreuth. "x-bay" solle nicht nur eine Seite für Jugendliche sein, sondern von den Jugendlichen selbst mitgestaltet werden, so heißt es in einer Verlagsmitteilung.

Weitere Informationen:
Gert-Dieter Meier
Redaktionsleiter
Telefon: 0921/500-162
E-Mail: gdm@kurier.tmt.de.

Internet: www.bayreuth.de


21. Januar 2000  2/2000

Wulf Eigendorf im Ruhestand

Wulf Eigendorf, seit 1986 Chefredakteur der Zeitungsgruppe Lahn-Dill in Wetzlar, tritt jetzt mit 64 Jahren in den Ruhestand. Von 1976 bis 1986 war er in dem mittelhessischen Pressehaus Stellvertreter von Chefredakteur Janos Bardi, der 1988 ausschied. Eigendorfs Nachfolger wird am 1. Mai Dirk Lübke, seit 1. Februar 1999 stellvertretender Chefredakteur und davor Chefredakteur des "Remscheider General-Anzeigers".

Internet: www.lahn-dill.de


21. Januar 2000  2/2000

Elf weitere Online-Zeitungen im OMS Vermarktungspool

Seit dem 1. Januar gehören elf weitere Online-Tageszeitungen dem OMS-Vermarktungspool an. Damit stehen insgesamt 48 Einzelangebote mit 31,7 Millionen PageImpressions und neun Millionen Visits in 20 verschiedenen Rubriken von Homepage über News, bis zu Wetter und Treffpunkt, den nationalen Werbekunden bei OMS zur Verfügung.

Bei den Neuzugängen handelt es sich um die Online-Angebote von:
"Augsburger Allgemeine" (www.augsburger-allgemeine.de)
"Braunschweiger Zeitung"
"Salzgitter Zeitung"
"Wolfsburger Nachrichten" (www.newsclick.de)
"Darmstädter Echo"
"Rüsselsheimer Echo"
"Heimatzeitung Gross-Gerau" (www.echo-online.de)
"Fränkischer Tag" (www.fraenkischer-tag.de)
"Heilbronner Stimme" (www.stimme.de)
"Main-Echo" (www.main-echo.de)
"Mittelbayerische Zeitung" (www.donau.zet.net)
"Nordbayerischer Kurier" (www.bayreuth.de)
"Nürnberger Nachrichten"
"Nürnberger Zeitung" und 25 weitere nordbayerische Verlage (www.nordbayern.de)
"Passauer Neue Presse" (www.pnp.de)
"Schwäbische Post"
und
"Gmünder Tagespost" (www.regioforum.de).

Internet: www.oms-kombi.de


21. Januar 2000  2/2000

ZV-Seminare: Noch Plätze frei

Bei den Seminaren "Honorierungs- und Prämiensysteme" am 17./18.2.2000 in Köln und "Mehr Effizienz in den Geschäftsstellen" am 22./23.2.2000 in Koblenz, die die ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH anbietet, sind noch einige Plätze frei. Die fachliche Leitung des Seminars "Honorierungs- und Prämiensysteme" haben Frank Mustaff, Mustaff Consulting GmbH, Stuttgart, und Kurt Braun, Rechtsanwalt, Olsberg. Für das Seminar "Mehr Effizienz in den Geschäftsstellen" übernimmt Georg Andreas Vetter, Vetter-Training, Boppard, die fachliche Leitung.

Kontakt:
ZV Verlag
Ulrike Schmiedtke
Telefon 0228/ 81004-20
Telefax 0228/ 81004-34
oder über
www.zv-online.de.


04. Juli 2000  

Lokaljournalistenforum zur Zukunft der Zeitung

Transatlantisch debattieren mit Journalisten aus den USA über die künftige Rolle der Lokalzeitung: Zum Beispiel ist in Orlando (Florida) aus dem Zeitungshaus ein Medienhaus geworden, mit Internetdienst, TV- und Rundfunkstationen. Wie verändert das die Qualität der Presse? Welche Rolle spielt das gedruckte Wort? - Das sind einige der Fragen, mit denen sich das Lokaljournalistenforum vom 26. bis 28. Januar 2000 im Tagungszentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin auseinandersetzen wird. Erwartet werden 120 Redakteure, Veranstalter ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Viel Stoff zur Diskussion für Chefredakteure wie Uwe Zimmer ("Abendzeitung München"), Paul-Josef Raue ("Magdeburger Volksstimme") oder Hartwig Hochstein ("Leipziger Volkszeitung"). Auch Online-Redaktionen ("Rheinische Post", "Die Welt") sind beim Forum mit dabei. Gesprächsrunden, die unter anderem mit Axel Gleie, stellvertretender Geschäftsführer der Georg-von-Holtzbrinck-Gruppe, und Gerd Schulte-Hillen, Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, besetzt sind, werden über "Modelle für Morgen" debattieren.

Informationen und Anmeldung:

Gabriele Prues
Referat Printmedien
Telefon: 0228/515555
Fax: 0228/515586
E-Mail: Prues@bpb.de.


21. Januar 2000  2/2000

Kienbaum-Studie: Neuregelung hat erhebliche nachteilige Auswirkungen

BDZV weist Behauptung der IG Medien zum 630-Mark-Gesetz als "verzerrend" zurück

Die Neuregelung des 630-Mark-Gesetzes hatte in der Wirtschaft erhebliche nachteilige Auswirkungen zur Folge. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie, mit der die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) und die Kienbaum Management Consultans GmbH beauftragt hatten, um die Auswirkungen des Gesetzes einerseits auf die Sozialversicherung und andererseits auf die betroffenen Branchen zu untersuchen. Ferner sollte ermittelt werden, ob durch die Neuregelung missbräuchliches Verhalten ausgeschlossen werden könne.

Die Studie ergibt unter anderem, dass es zu einer ausgeprägten Kündigungswelle kam, die allerdings vom dritten Quartal 1999 an allmählich abebbte. In den einzelnen Branchen seien etwa 20 Prozent der geringfügig Beschäftigen abgesprungen. Besonders betroffen seien die Zeitungsverlage, deren flächendeckende Zustellung in Teilbereichen immer noch nicht befriedigend gelöst sei. Dabei hebt die Studie deutlich hervor, dass die Neurekrutierung von Personal hier wie anderswo erheblich erschwert werde. Des Weiteren stellen die Autoren fest, dass mit der Neuregelung für die Unternehmen kurz- wie längerfristig erhebliche Kosten verbunden seien.

Als "böswillig verzerrend" kritisierte der BDZV am 1. Februar 2000 vor diesem Hintergrund die Behauptung der IG Medien, dass die Zeitungsverleger zu den Branchen gehörten, die mit der Neuregelung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse "die geringsten Probleme" hätten. Gerade das Gegenteil sei richtig, betonte der BDZV. Die Probleme der Zeitungszustelldienste würden in der Kienbaum/ISG-Studie - wie auch die der Gebäudereiniger - als "Spitze des Eisbergs" ausdrücklich hervor gehoben.

Die Autoren der Studie stellen ferner fest, dass das komplizierte Meldeverfahren zu Unsicherheiten und Belastungen führe. Der hohe Verwaltungsaufwand sei ein weiterer Nachteil der neuen 630-Mark-Regelung. Auch hätten die meisten Unternehmen die durch die Neuregelung bedingten Mehrkosten nicht auf ihre Abnehmer (Kunden, Abonnenten) abwälzen können.

Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass die Erwartungen des Gesetzgebers hinsichtlich der zusätzlichen Beitragseinnahmen übertroffen wurden. Ferner habe die Zahl der geringfügig Beschäftigten in Folge der Novellierung um 1,2 Millionen Personen abgenommen. Mit Blick auf das Ziel der Neuregelung, wonach der Missbrauch von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen reduziert werden sollte, stellen die Autoren fest, dass die Missbrauchsquote sich mit Einführung des Gesetzes am 1. April 1999 reduziert habe, dem Missbrauch in Privathaushalten derzeit aber kaum beizukommen sei und darüber hinaus auch ein Ausweichen in die Schattenwirtschaft angenommen werde.

Deutliche Kritik am 630-Mark-Gesetz haben Ende Januar der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) und der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf geäußert. Der DIHT bewertete die Regelung laut "Welt am Sonntag" als "arbeitsmarktpolitischen Konstruktionsfehler", der Arbeitnehmer wie Unternehmer auf die Verliererstraße treibe. Das Gesetz bedeute "mehr Kosten, mehr Bürokratie". Die Betriebe seien massenweise dazu übergegangen, mehr Überstunden zu machen oder ihre Leistungen einzuschränken. Viele Billigjobber seien in die Schwarzarbeit abgewandert. Biedenkopf meinte, es sei durch des Gesetz kein einziger Arbeitsplatz neu geschaffen worden. Auch die Mehreinnahmen in der Sozialversicherung seien letztlich Augenwischerei, weil daraus neue Ansprüche entstünden. "Die Bundesregierung sollte das Gesetz zurück nehmen", forderte der sächsische Ministerpräsident im Kölner "Sonntag Express".


02. Februar 2000  3/2000

Zeitungsauflagen mit leichten Verlusten

IVW IV/'99: Überregionale Titel im Plus / Rückgänge im Osten

Im vierten Quartal 1999 verkauften die deutschen Zeitungsverlage 30,57 Millionen Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen pro Erscheinungstag. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal bedeutet dies einen Rückgang von - 1,56 Prozent. Dabei fielen die Verluste in den alten Bundesländern mit - 1,4 Prozent deutlich geringer aus als in den neuen Bundesländern mit - 2,58 Prozent.

Bei den Tageszeitungen insgesamt ergab sich gegenüber dem vierten Quartal 1999 ein Minus von 1,44 Prozent (- 354.722 Exemplare). Die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen mussten einen Rückgang von - 1,13 Prozent (West: - 0,72 Prozent / Ost: - 2,64 Prozent) verkraften. Die Auflage der Kaufzeitungen ging um - 3,28 Prozent (- 189.448 Exemplare) zurück. Dagegen konnten die überregionalen Zeitungen im Vergleich mit dem vierten Quartal 1999 erneut ein Plus (1,84 Prozent / 29.285 Exemplare) verzeichnen. Dabei stand dem Zuwachs um 2,13 Prozent in den alten Bundesländern ein Minus von 4,96 Prozent in den neuen Bundesländern gegenüber. Die Auflage der Sonntagszeitungen fiel um - 1,58 Prozent (- 68.635 Exemplare); die Auflage der Wochenzeitungen verringerte sich um - 2,86 Prozent (- 59.764 Exemplare).

Differenziert nach Vertriebswegen lässt sich feststellen, dass die Zeitungen erneut sowohl bei den Abonnements (- 1,14 Prozent) als auch beim Verkauf am Kiosk (- 3,03 Prozent) verloren haben. Dagegen konnte der sonstige Verkauf wiederum gesteigert werden (7,61 Prozent). In der Kategorie Tageszeitungen verloren die lokalen/regionalen Abonnementzeitungen bei Abonnement und Einzelverkauf, während die überregionalen Zeitungen hinzugewinnen konnten. Neue Abonnenten gewinnen konnten auch die Kaufzeitungen - und zwar in den alten wie in den neuen Ländern; doch ließen sich damit die erheblich höheren Verluste im Einzelverkauf nicht ausgleichen.


02. Februar 2000  3/2000

Sonderbriefmarke 350 Jahre Tageszeitung

Am 1. Juli 2000 jährt sich zum 350. Mal die Gründung der ersten Tageszeitung in Deutschland: Der Drucker Timotheus Ritzsch brachte sie mit dem Titel "Einkommende Zeitungen" in Leipzig heraus. Dies ist ein bedeutsames Jubiläum nicht nur für die Stadt Leipzig und die "Leipziger Volkszeitung", sondern auch für die gesamte deutsche Zeitungsbranche. Die Deutsche Post AG würdigt den Anlass mit der Veröffentlichung einer Sonderbriefmarke, die am 8. Juni ausgegeben wird und zuvor von Bundesfinanzminister Hans Eichel am 30. Mai in Leipzig der Öffentlichkeit präsentiert wird. Der BDZV wird aus diesem Anlass allen über die Landesverbände angeschlossenen Mitgliedsverlagen ein kleines Aktionspaket mit redaktionellen Beiträgen, Zahlen und Daten und Vorschlägen für Veranstaltungen anbieten.

Verlage, die das Jubiläum - beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit den lokalen Philatelisten-Vereinigungen - für den Einsatz von Sonderstempeln nutzen möchten, sollten dies bis Ende März bei dem für sie zuständigen Bezirkspostamt beantragen. Die Sonderstempel können von den Verlagen - unter Berücksichtigung der von der Deutschen Post AG im Januar 1997 erlassenen philatelistischen Stempelnormen - individuell gestaltet werden. Der Einsatz eines solchen Sonderstempels wird nach Auskunft der Deutschen Post AG mit 650 Mark am ersten Tag berechnet; jeder weitere Tag kostet 20 Mark. Möglich ist auch die Einrichtung einer Sonderpostfiliale. Dies kostet je nach Ausstattung 2.500 bis 3.000 Mark pro Tag.

Kontakt:
BDZV
Anja Pasquay,
Telefon 0228/81004-23
Telefax 0228/81004-34
E-Mail: pasquay@bdzv.de


02. Februar 2000  3/2000

Schibsted muss 200.000 Mark Ordnungsgeld zahlen

In der Auseinandersetzung um die Kölner Gratiszeitungen hat das Landgericht Berlin auf Antrag des Axel Springer Verlages dem norwegischen Schibsted-Konzern mit Beschluss vom 25. Januar 2000 ein Ordnungsgeld von 200.000 Mark auferlegt. Wie der Axel Springer Verlag mitteilt, habe Schibsted nach Ansicht des Gerichts "offenkundig und nachhaltig das gerichtliche Verbot" missachtet. Dem norwegischen Verlagsunternehmen war durch Einstweilige Verfügung vom 17. Dezember 1999 unter Androhung der gesetzlichen Ordnungsmittel untersagt worden, unter dem Titel "20 Minuten Köln" und/oder einem anderen Titel ein montags bis freitags erscheinendes Presseerzeugnis mit einem Inhalt wie und in der Aufmachung einer Tageszeitung mit überregionalen und regionalen Nachrichten unentgeltlich zu verbreiten und/oder abgeben zu lassen. Wie der Axel Springer Verlag weiter mitteilt, hatte Schibsted ungeachtet dieses gerichtlichen Verbots die Verbreitung von "20 Minuten Köln" fortgesetzt und erst als Reaktion auf die Bestätigung des Verbots vom 4. Januar 2000 das Erscheinen vorerst eingestellt.

Kontakt:
Axel Springer Verlag
Edda Fels
Telefon 040/ 347-22071
E-Mail: efels@asv.de.


02. Februar 2000  3/2000

Wechsel beim VNZV

Victor Lis, fast 30 Jahre Geschäftsführer des Verbands Nordwestdeutscher Zeitungsverleger (VNZV), ist zum Jahreswechsel in den Ruhestand gegangen. Seine Nachfolge hat Stefan Borrmann angetreten. Anlässlich der offiziellen Verabschiedung am 21. Januar 2000 in den Räumen der VNZV-Geschäftsstelle in Hannover würdigte Karl Baedeker, Vorsitzender des Niedersächsischen Landesverbands, Lis' Verdienste. Er sei stets ein hervorragender Vertreter des gedruckten Wortes gewesen und habe sich mit Leib und Seele in den Dienst der Zeitungen gestellt. Die Grüße der niedersächsischen Landesregierung überbrachte die Ministerin für Kultur und Erziehung, Renate Jürgens-Pieper.

Der aus Schlesien gebürtige Lis war mit seiner Familie 1947 nach Hannover geflüchtet. Nach dem Abitur unternahm er mit dem Fahrrad eine Reise nach und durch Indien, absolvierte später eine Lehre als Industriekaufmann, studierte Jura und volontierte zwischendurch in mehreren Zeitungsredaktionen. Die berufliche Karriere begann er als Assitent der Geschäftsführung der "Hannoverschen Presse", für die er zuletzt bis 1971 als Verlagsleiter tätig war. Es folgten fast drei Jahrzehnte als Geschäftsführer des VNZV. Daneben ist Lis ehrenamtlich in vielen Institutionen und Gremien tätig, etwa als Vorstandsmitglied in der niedersächsischen Landesmedienanstalt. Er ist Mitbegründer des Presseclubs Hannover und seit Jahres Dozent am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Göttingen. Für seine Verdienste ist Lis vom damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Niedersächsischen Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet worden. Sein Nachfolger Stefan Borrmann kam über ein Volontariat beim "Mindener Tagblatt" zum Journalismus. Er studierte Jura und war danach für den Deutschen Presserat und den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger tätig. Zuletzt arbeitete Borrmann als Syndikus des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation, bevor er am 1. Oktober 1999 zum VNZV wechselte.


02. Februar 2000  3/2000

Hermann Bing 95. Geburtstag

Dr. Hermann Bing, Altverleger der "Waldeckischen Landeszeitung" in Korbach, konnte am 20. Januar 2000 seinen 95. Geburtstag begehen. Bing hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig den unter der Besatzungmacht völlig herunter gewirtschafteten Betrieb wieder aufgebaut. Über die Tätigkeit für die "Waldeckische Landeszeitung" hinaus engagierte der Verleger sich aber auch in vielfältiger Weise für die Interessen der Branche und insbesondere für die Bewahrung der Pressevielfalt. Mehr als 20 Jahre lang vertrat Hermann Bing den Verband Hessischer Zeitungsverleger als Delegierter beim BDZV. Ferner gründete er 1967 mit Kollegen die Vereinigung der Heimat- und Standortzeitungen, heute Verband der Lokalpresse e.V.


02. Februar 2000  3/2000

Toni Spiller Anzeigenleiter der "Oberhessischen Presse"

Toni Spiller ist seit dem 1. Januar 2000 neuer Anzeigenleiter der "Oberhessischen Presse" in Marburg. Spiller war zuvor bei der "Ostsee-Zeitung" und der "Magdeburger Volksstimme" tätig. Er hat die Nachfolge von Andreas Holch angetreten, der am 1. Juli 1999 zur Verlagsgruppe Weiden als Gesamt-Anzeigenleiter für die dort erscheinenden Printmedien wechselte.


02. Februar 2000  3/2000

Harald Zeindl Werbeleiter der "Mitteldeutschen Zeitung"

Harald Zeindl ist seit dem 1. Januar 2000 neuer Werbeleiter der "Mitteldeutschen Zeitung" in Halle. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur war zuletzt bei der "Schwäbischen Zeitung" in Leutkirch als Assistent der Vertriebs- und Marketingleitung tätig.


02. Februar 2000  3/2000

dpa-Hauptstadtbüro in Berlin eröffnet

Bundesaußenminister Joschka Fischer hat mit Blick auf die aktuelle CDU-Parteispendenaffäre die Rolle der Medien als "vierte Gewalt" in der Demokratie herausgestellt. Anlässlich der offiziellen Eröffnung des Hauptstadtbüros der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin erklärte Fischer am 20. Januar 2000: "Die deutsche Demokratie wird am politischen Reinigungsprozess nicht Schaden nehmen, sondern sich stärken." dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn versprach, "dass wir faire und sachlich richtige Nachrichten senden". Die dpa werde "keinen aufgeregten Journalismus machen". Die Agentur residiert mitten im Herzen des Regierungsviertels. Rund 100 Journalisten berichten von hier aus, wie dpa mitteilt, "in Wort, Bild und Ton rund um die Uhr für die nationalen und internationalen Dienste".

Internet: www.dpa.de


02. Februar 2000  3/2000

50 Jahre Druckerei Jungfer

Die Rollenoffsetdruckerei E. Jungfer GmbH & Co. KG aus Herzberg am Harz, in der unter anderem die Lokalzeitung "Harz Kurier" gedruckt wird, konnte am 1. Februar 2000 ihr 50-jähriges Bestehen begehen. 1950 hatte der Journalist und Verleger Erwin Jungfer die Herzberger Buchdruckerei G. F. Preiß übernommen und gemeinsam mit seinem Sohn Siegfried zur Offsetdruckerei ausgebaut. Seit 1986 steht Siegfried Jungfer an der Spitze des Unternehmens, das heute mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt.


02. Februar 2000  3/2000

Englischsprachige Ausgabe der "F.A.Z."

Vom April 2000 an wird es eine englischsprachige Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) geben. Wie der Verlag mitteilt, würden dann in einem durchschnittlichen Umfang von sechs bis acht Seiten täglich ausgesuchte Beiträge der "F.A.Z." aus den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport und Feuilleton ins Englische übersetzt. Sie sollen künftig das zweite Buch der in Deutschland und Österreich verbreiteten Ausgabe der "International Herald Tribune" (IHT) bilden, die seit 1967 gemeinsam von der "New York Times" und der "Washington Post" verlegt wird. "Englisch wird zunehmend die Sprache, in der man sich international miteinander verständigt", erklärte dazu der Vorsitzende der F.A.Z. GmbH-Geschäftsführung, Jochen Becker. Er erwarte, dass die "F.A.Z." als deutsche Stimme in Europa jetzt noch mehr Gewicht bekomme. Ferner kündigte Becker an, dass die "English Edition" der Zeitung in einer elektronischen Fassung auch im Internet abrufbar sein werde.


02. Februar 2000  3/2000

ZMG präsentiert ZIS - Zeitungs-Informationssystem

Die ZMG präsentiert im Februar ihr Planungsinstrument Zeitungs-Informationssystem (ZIS) bei einer Tour durch vier Agenturstädte. Kern des Systems ist ein zentraler Datenpool, aus dem die Nutzer fortlaufend die aktuellen Tarifdaten der Zeitungen abrufen können. Das Programm deckt mit der elektronischen Preisliste PLIS-Interaktiv, dem Streuplan-Optimierungsmodul ZIS-Viewer und dem ZMG-Verbreitungsatlas vielfältige Aufgabenstellungen ab. Kunden und Agenturen, die ZIS kennen lernen möchten, können sich in einer halbtägigen Veranstaltung ausführlich informieren: 11. Februar München, 14. Februar Frankfurt, 17. Februar Düsseldorf, 18. Februar Hamburg.

Kontakt:
ZMG
Dr. Sabine Holicki
Telefon 069/97382212
Fax 069/97382251.


02. Februar 2000  3/2000

Anzeigenblattverlage im Internet

Seit dem 1. Februar 2000 sind die Anzeigenblattverlage unter dem Namen "anonza" mit einem gemeinsamen Auftritt im Internet präsent. Unter der Adresse: www.anonza.de sollen auf nationaler Ebene über 200.000 Kleinanzeigen monatlich online angeboten werden.


02. Februar 2000  3/2000

Kongress der Schweizer Presse

Führende Verleger, Verlagsmanager, Medienunternehmer, Publizisten, Journalisten, Politiker, Werber und Exponenten aus Wirtschaft und Kultur erwartet der Verband Schweizer Presse anlässlich seines nationalen Kongresses vom 5. bis zum 7. Oktober 2000 im Grand Hotel Victoria Jungfrau in Interlaken. Anlässlich der Veranstaltung sollen Beispiele aus sieben Ländern präsentiert werden, wobei der gesteckte Rahmen vom lokalen Verleger oder dem Internet-Unternehmer bis zu "Chefredaktoren von Weltblättern, Gründerpersönlichkeiten oder Sprösslingen alteingesessener Dynastien" reicht.

Kontakt:
Verband Schweizer Presse
Baumackerstraße 42
8050 Zürich
Schweiz
Telefon 0041-1-3186464
Fax 0041-1-3186462.
Internet: www.schweizerpresse.ch


02. Februar 2000  3/2000

Trauer um Theodor Walterscheid

Der frühere Verlagsleiter des Schwäbischen Verlags in Leutkirch, Theodor Walterscheid, ist am 3. Februar 2000 nach langer Krankheit in seinem 79. Lebensjahr verstorben. Walterscheid war fast vier Jahrzehnte lang - von 1949 bis zu seinem Ausscheiden 1986 - für den Schwäbischen Verlag und die "Schwäbische Zeitung" zunächst als Chefredakteur und später als Verlagsleiter tätig. Über die Arbeit für das eigene Unternehmen hinaus engagierte er sich auch für die gemeinsamen Interessen der Zeitungsbranche und gehörte dem Verband Südwestdeutscher Zeitungsverleger viele Jahre lang als Mitglied des Vorstands und dann als stellvertretender Vorstandsvorsitzender an, ferner dem Verwaltungsrat des Versorgungswerks der Presse.


16. Februar 2000  4/2000

"Financial Times Deutschland" startet

Die deutsche Ausgabe der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" (FT) erscheint erstmals am 21. Februar 2000. Die Zeitung wird wie ihre Londoner Schwester auf lachsfarbenem Papier vor allem über Wirtschaft und Finanzen berichten. Zunächst sind nur börsentägliche Ausgaben zum Preis von 2,50 Mark je Exemplar geplant. Für die gemeinsam von den Verlagen Gruner + Jahr und der britischen Pearson-Gruppe herausgegebene "Financial Times Deutschland" arbeiten 112 Journalisten. Zunächst werden 50.000 verkaufte Exemplare angestrebt; mittelfristig will Chefredakteur Andrew Gowers auf eine Auflage von 100.000 Exemplaren kommen.


16. Februar 2000  4/2000

Viele Internet-Nutzer übersehen Werbung im Internet

Neue Daten zur Internet-Nutzung in Deutschland liefern die "@facts Basics" von Forsa im Auftrag der Media-Gruppe Digital. Im vierten Quartal 1999 wählten sich danach von den 10,28 Millionen Nutzern 67,8 Prozent von zu Hause aus ein. 38,6 Prozent gelangten vom Arbeitsplatz ins Internet, weitere 14,1 Prozent über eine Bildungseinrichtung und 5,9 Prozent bei Freunden oder im Internet-Cafe. Die durchschnittliche Dauer pro Sitzung betrug 54 Minuten. Ermittelt wurde auch die Beachtung von Werbung im Internet: Danach haben 44,4 Prozent keine Werbung bemerkt, 35,2 Prozent haben sie bemerkt, aber sie nicht angeklickt. 20,4 Prozent haben bei einer ihrer letzten Online-Sitzungen Werbung angeklickt. Ein weiteres Resultat: Männer, Jüngere und besser Gebildete nehmen Werbung eher wahr. Laut Media-Gruppe Digital kaufen täglich 170.000 Deutsche im Internet ein. Die repräsentative Studie befragt jeden Tag telefonisch 500 Personen ab 14 Jahren zu ihrem Inernet-Verhalten.


16. Februar 2000  4/2000

Zeitungsverleger: Kein Verständnis für Berliner Urteil

Schibsted-Blatt darf in Köln wieder erscheinen

Als "ebenso sachfremd wie gefährlich" hat der BDZV am 11. Februar 2000 die Entscheidung des Berliner Kammergerichts bezeichnet, wonach das Gratis-Blatt "20 Minuten Köln" aus dem norwegischen Schibsted-Konzern wieder verteilt werden darf.

"Wenn das Gericht meint, dass die Presselandschaft erst dann gefährdet ist, wenn die ersten selbstständigen Zeitungen ihr Erscheinen einstellen müssen, dann ist es um die Pressefreiheit in Deutschland schlecht bestellt", kritisierte der BDZV. Die Zeitungsverleger setzten jetzt darauf, dass das Urteil im Hauptsacheverfahren korrigiert wird.

Der 5. Zivilsenat des Berliner Kammergerichts hatte am gleichen Tag eine vom Landgericht im Dezember 1999 erlassene einstweilige Verfügung gegen "20 Minuten Köln" aufgehoben. Das Gericht sei nicht zu der Überzeugung gekommen, dass durch das Gratis-Blatt eine konkrete und ernsthafte Gefahr für den Bestand des gesamten Wettbewerbs auf dem Markt der Tageszeitungen bestehe, hieß es zur Begründung. Das Kammergericht wies mit dem Urteil den Antrag des Axel Springer Verlages Hamburg/ Berlin ab, der in dem werbefinanzierten Schibsted-Blatt einen Verstoß gegen das deutsche Wettbewerbsrecht sieht. Der Springer-Verlag teilte daraufhin mit, er werde als Abwehrmaßnahme in Köln wieder eine eigenen kostenlose Tageszeitung verbreiten. Das Unternehmen bekräftigte, dass die kostenlose Abgabe einer vollwertigen Tageszeitung wettbewerbswidrig sei. Springer wolle eine höchstrichterliche Entscheidung erwirken.

Eine Woche zuvor hatte das Kölner Landgericht bereits eine von dem Kölner Verlag DuMont Schauberg angestrebte Verfügung gegen "20 Minuten Köln" abgelehnt ("BDZV intern" berichtete). Auch das Kölner Verlagshaus will weiter rechtlich gegen das Erscheinen des Gratis-Blattes vorgehen. "Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Gratis-Zeitungen international operierender Medienkonzerne einen Vertriebsweg öffnen, der wettbewerbsverzerrend wirkt und damit die gewachsene deutsche Presselandschaft gefährdet", sagte Verlagssprecher Hasso Graf Bülow von Dennewitz.

Presse-Grosso gegen Gratis-Blätter

Auch der Vertriebsweg für Presseerzeugnisse wird durch das Grundgesetz geschützt. Darauf hat die Stiftung Presse-Grosso in Karlsruhe am 7. Februar 2000 angesichts der Auseinandersetzungen um kostenlos verteilte Tageszeitungen zwischen dem Kölner Verlag DuMont Schauberg und dem Axel Springer Verlag einerseits und dem norwegischen Schibsted-Konzern andererseits verwiesen. 92 Grossisten in Deutschland, über die Zeitungen und Zeitschriften ausgeliefert werden, garantierten dem Einzelhändler die Rücknahme unverkaufter Exemplare. Dieses System stelle sicher, dass Tageszeitungen überall im Land aktuell und zum Einheitspreis erhältlich sind. Die Belieferung von rund 25.000 Zeitungsverkaufsstellen in ländlichen Raum, die nur geringer Umsätze machen, sei nur durch einen wirtschaftlich starken Grosso gesichert. Würden Tageszeitungen kostenlos verteilt, führe das dazu, dass die Zahl der verkauften Tageszeitungen abnehme. Das bedrohe "in erheblichem Maße" auch die wirtschaftliche Existenz der Presse-Gossisten.


16. Februar 2000  4/2000

Die Nutzer entscheiden über Medienangebote

Diskussion zu "Medienperspektiven in der Informationsgesellschaft" / Jubiläumsveranstaltung beim "Gießener Anzeiger"

Die Politik wird immer weniger Einfluss auf die Inhalte der Rundfunk- und Fernsehprogramme haben. Letztlich entscheiden die Nutzer, was gesehen und gehört wird. Der Siegeszug des Internets wird sich fortsetzen. Deshalb müssen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage neben dem gedruckten Produkt auch Online-Angebote entwickeln und sich zu Medienhäusern wandeln. Darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig, zu der der "Gießener Anzeiger" am 2. Februar 2000 anlässlich seines 250-jährigen Bestehens in die Aula der Justus-Liebig-Universität geladen hatte.

Um "Medienperspektiven in der Informationsgesellschaft" ging es in dem von dem Verleger des "Gießener Anzeigers" (GA), Wolfgang Maaß, moderierten Streitgespräch mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch; BDZV-Vizepräsident Dr. Richard Rebmann; dem Chefredakteur von "Öko-Test", Jürgen Stellpflug; dem Programmdirektor von Radio FFH, Hans-Dieter Hillmoth; sowie dem Intendanten der Deutschen Welle, Dieter Weirich; dem Medienwissenschaftler Professor Siegfried Quandt und "GA"-Chefredakteur Michael Reinhard.

Die Tageszeitung "als die vernünftigste, gelassenste und ruhigste Methode, einen Überblick über die Welt zu bekommen", werde es weiterhin geben, sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch. Aus dem Internet werde sich der Bürger allerdings die Zusatzinformationen holen, die er gezielt wünsche. Neue Medien bedeuteten einen Gewinn an Demokratie, wenn sich der Bürger direkt informieren könne. Die Zeit des "Bewirtschaftungsrechts" der Medien durch die Politik sei bald vorbei.

Der Intendant der Deutschen Welle, Dieter Weirich, erwartet für die Zukunft des Radios "Digitalisierung, Globalisierung, Deregulierung und Individualisierung". Der Medienwissenschaftler Siegfried Quandt sah es als eine Aufgabe seines Faches, "kulturelle und geschichtliche Hindernisse zu überwinden". Auch müssten die Wissenschaftler "den Verlagen sagen, wie sie sich zu Medienhäusern entwickeln".

"Alle reden drüber - der Gießener Anzeiger macht's", setzte "GA"-Chefredakteur Reinhard selbstbewusst dagegen. Die viertälteste Tageszeitung Deutschlands habe den Weg zum Medienhaus bereits eingeschlagen. Um die Zukunft der gedruckten Medien war auch dem "Öko-Test"-Chefredakteur Stellpflug nicht bange. Man müsse keine Furcht haben, dass in zehn Jahren keine Zeitschriften zum Durchblättern mehr existierten, sagt Stellpflug. Doch sollten sich die Printmedien mit dem Internet beschäftigen. Denn: "Beide Medien befruchten sich gegenseitig."

Internet: www.anzeiger.net


16. Februar 2000  4/2000

"Manager Magazin" kürt "F.A.Z."

Bei einer Befragung durch das "Manager Magazin" über das Ansehen von Unternehmen wurde die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH in der Branche Printmedien von mehr als 2.500 repräsentativ ausgewählten Führungskräften zum angesehensten Unternehmen gewählt. Dies war für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (F.A.Z.) Anlass, das bei der Wirtschaftsberichterstattung konkurrierende "Manager Magazin" in einer ganzseitigen Eigenanzeige lobend hervorzuheben: Unter Hinweis auf die eigene Auszeichnung hieß es da: "Die besten Wirtschaftsnachrichten stehe heute zur Abwechslung mal im Manager Magazin."


16. Februar 2000  4/2000

Karikaturenwettbewerb zur EXPO

Gemeinsam mit dem Goethe-Institut veranstalten die deutschen Stromversorger, vertreten durch die Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft (IZE) in Frankfurt, einen internationalen Karikaturen-Wettbewerb zum Thema "Energie". Anlässlich der EXPO 2000 in Hannover sollen Karikaturisten, Grafiker, Zeichner, Illustratoren mit spitzer Feder zum Nachdenken über "Energie"-Fragen anregen. Der Wettbewerb ist mit zehn Preisen in Höhe von jeweils 8.000 Mark dotiert; zusätzlich werden die Preisträger zu einem dreitägigen Besuch der EXPO nach Hannover eingeladen. Interessenten reichen bis spätestens 15. April 2000 maximal drei ein- oder mehrfarbige Karikaturen in einer Größe von maximal 40 x 30 cm ein.

Kontakt: Goethe-Institut
Zentralverwaltung
Bereich 52
Herrn Dr. Jost
Helene-Weber-Allee 1
80637 München
Telefon 089/15921259
Fax 089/1592152
Internet: www.goethe.de oder
www.weltausstellung-strom.de.

Rund 150 der eingesandten Arbeiten werden später in einem Katalog veröffentlicht; ferner gehen ausgewählte Arbeiten auch mit einer Wanderausstellung auf Reisen.


16. Februar 2000  4/2000

Print und Media Kongress 2000 in Düsseldorf

Um "erfolgreiche Investitionsstrategien und Kommunikationskonzepte" geht es beim siebten Print und Media Kongress, den der Bundesverband Druck am 16. und 17. März 2000 in Düsseldorf veranstaltet. Mediengestalter, -produktioner und -distributoren sowie Vertreter der Druckindustrie aus Verlagen und der Werbewirtschaft sollen sich hier ein Bild über die Innovationen in der Druck- und Medienindustrie machen. Präsentiert werden die Segmente "Markt, Best Practice, Investition, Workflow und Color-Management". Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmern "wertvolle Orientierungshilfen zu geben, mit denen sie den neuen Anforderungen des Marktes begegnen können". Zu den Referenten zählen unter anderem der Zukunftsforscher Matthias Horx; Bernd Kracke, Vize-Präsident Strategy/Cross Media bei der iXL GmbH Hamburg; Frank Deburba, INTERSHOP Communications GmbH oder Stefan Jaeggi, PrePress-Consulting. Die Teilnahme am Kongress kostet für Mitglieder der Verbände der deutschen Druckindustrie 995 Mark (Nichtmitglieder 1.495 Mark).

Kontakt:
Pro Print Forum
Postfach 18 69, 65008 Wiesbaden
Telefon 0611/803191
Telefax 0611/803291
E-Mail: ppf@bvd-online.de.


Im Internet: www.bvd-online.de


16. Februar 2000  4/2000

Online Werbeumsatz hat sich verdoppelt

Umsatz vergleichbar mit Zeitungssupplements

Der Online-Werbeumsatz im deutschen Markt hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und ist auf rund 150 Millionen Mark gestiegen. Online ist damit ein etablierter Werbeträger geworden und hat inzwischen eine Größenordnung erreicht, die der von Zeitungssupplements vergleichbar ist.

Dies haben Erhebungen des BDZV, des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) ergeben. Auch für das Jahr 2000 rechnen die drei Medienverbände damit, dass sich das rasante Wachstum fortsetzt. Ersten Einschätzungen zufolge werden die Werbeumsätze im Internet auf über 300 Millionen Mark steigen.

Der Online-Markt soll weiter vorangetrieben werden. Die drei Medienverbände suchen deshalb nach präzisen Methoden, um quantitative und qualitative Zielgruppendaten der Internet-User zu ermitteln. Die hierfür im Markt angebotenen Panel-Verfahren zeichnen sich derzeit noch durch eine Reihe von Schwächen aus. Sie sind nicht repräsentativ für den ganzen Markt und erfassen lediglich die Online-Nutzung in Privathaushalten. Damit werden mindestens 50 Prozent der Internet-Nutzung in Deutschland nicht berücksichtigt. Auch die Erfassung neuer Zugangswege zum Internet, zum Beispiel via Handy, ist problematisch. Zudem erfordert die Komplexität des Online-Marktes sehr große und teure Panel, um seriöse Aussagen über die Nutzung einzelner Online-Medien zu ermöglichen. Die Medienverbände sind deshalb der Ansicht, dass die Panel-Verfahren weiter entwickelt und verfeintert werden müssen, um das IVW-Verfahren zu ergänzen.


16. Februar 2000  4/2000

Nationale Buchpreisbindung bleibt bestehen

EU: Grenzüberschreitende muss bis Ende Juni abgeschafft werden

Die Regelungen zur grenzüberschreitenden Buchpreisbindung zwischen Deutschland und Österreich verstoßen gegen das europäische Wettbewerbsrecht und müssen bis spätestens Ende Juni 2000 abgeschafft werden.

In Form einzelstaatlicher Regelungen, deren Entwürfe bis Ende März in Brüssel vorliegen müssen, könnten die Verlage mit den Buchhandlungen jedoch eine Preisbindung vereinbaren. Dies hat der für die Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissar Mario Monti dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der österreichischen Händlervereinigung am 9. Februar 2000 in Brüssel mitgeteilt.

Im Vergleich zu der heutigen Marktlage im Buchhandel erwartet Monti mit den neuen Regelungen einen schärferen Preiskampf im Handel. Dazu trügen nicht zuletzt das Internet und die über dieses Medium stattfindenden Buchverkäufe bei. Bücher, die in anderen EU-Ländern herausgegeben und etwa in Deutschland eingeführt würden, unterliegen keiner Preisbindung, sagte Monti. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, gelte dies im Prinzip auch für reimportierte Bücher deutscher Verlagshäuser, zumindest so lange, wie Händlern nicht eindeutig nachgewiesen werden könne, dass sie auf diesem Weg das nationale Preisbindungssystem unterlaufen wollten.


16. Februar 2000  4/2000

Hubert Burda vollendet 60. Lebensjahr

Hubert Burda, Münchner Verleger und Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), hat am 9. Februar 2000 sein 60. Lebensjahr vollendet. Burda trat 1966 als jüngster Sohn des Offenburger Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda in das Unternehmen ein und wurde 20 Jahre später nach eine Realteilung mit den älteren Brüdern Franz und Frieder Eigentümer des Burda-Verlages. Zwischen 1986 und 1998 stieg der Konzernumsatz, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, auf 1,7 Milliarden Mark. Besonders erfolgreich wurde die Neugründung des Nachrichtenmagazins "Focus" gemeinsam mit Chefredakteur Helmut Markwort. Über 20 Titel bringt der Verlag mit seinen rund 5.000 Beschäftigten in Deutschland heraus; weltweit sind es mehr als 100 Objekte, die Burda allein oder in Kooperation verbreitet. Hinzu kamen Engagements in den Neuen Medien: 1987 kaufte Hubert Burda sich in den privaten Fernsehsender RTL plus ein; er beteiligte sich an der Antenne Bayern Programmanbieter GmbH und an privaten Rundfunksendern in Baden-Württemberg.


16. Februar 2000  4/2000

Hilfe bei der Rechtschreibung

Seit dem 1. August 1998 gelten die neuen Rechtschreibregeln in Behörden und Schulen. Ein Jahr später, am 1. August 1999, haben auch die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen - und mit Ihnen die Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen - nachgezogen. Ausnahme: Die Hamburger Wochenzeitung "Die Woche" - sie erscheint bereits seit dem Jahreswechsel 1996 in neuer Rechtschreibung. Ohnehin gelten alte und neue Schreibweise bis zum 1. Juli 2005 gleichberechtigt nebeneinander; danach sind die veränderten Rechtschreibregeln verbindlich für alle. Allerdings wurde auf Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17. September 1999 ein "Beirat der Kommission für die deutsche Rechtschreibung" eingesetzt, der im zweijährigen Turnus zu den Berichten der Kommission über die Umsetzung der neuen Rechtschreibung Stellung nehmen soll. In diesem Beirat ist auch der BDZV vertreten (Kontakt pasquay@bdzv.de).

Viele Tageszeitungen haben im Vorfeld ihrer Umstellung auf die neue Rechtschreibung die Leser ausführlich informiert und häufig sogar mit Beilagen auf verändert geschriebene Worte und Regeln aufmerksam gemacht. Fass und Fuß enden seither unterschiedlich, st darf getrennt werden, ohne dass es dem Setzer Leid tun müsste, und so weiter. Allerdings haben die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen für die eigene Arbeit auch noch einige Sonderregelungen eingeführt: So werden zum Beispiel die herkömmliche Schreibweise bei Begriffen im wissenschaftlichen Umfeld beibehalten (etwa Mammographie, Theraphie) und feststehende Begriffe auch weiterhin groß geschrieben (Schwarzes Brett). Der Journalist steht seither also nicht nur vor dem Problem, dass er die neue Rechtschreibung anwenden muss, er sollte obendrein in bestimmten Fällen auch die Agenturschreibweise verinnerlicht haben.

Unterstützung und Hilfe gibt es dabei auf verschiedenen Ebenen. So hat beispielsweise die Deutsche Presse-Agentur ihre Neuregelungen ins Internet (www.dpa.de) mit Stand vom 21. Juni 1999 eingestellt. Von A wie in gestern Abend bis Z wie in jeder Zweite kann hier eine umfangreiche Wortliste nachgeschlagen werden. Als gute Umsetzung der neuen Regelungen akzeptiert werden auch die beiden Rechtschreib-Werke aus dem Duden-Verlag und dem Bertelsmann-Verlag. Die Firma Weltbild bietet ein mit 49,90 Mark besonders günstiges "Duden-Office"-Paket aus drei Bänden an, zu dem neben dem eigentlichen Rechtschreib-Lexikon auch noch ein Fremdwörterbuch und ein Oxford-Wörterbuch Englisch (alle Broschur) zählen. Kontakt: www.weltbild.de.

Daneben gibt es aber auch bereits sehr kompfortable elektronische Hilfsmittel. Wer beispielsweiese mit Microsoft Word arbeitet und nur den eigenen Computer aufrüsten möchte, ist mit dem "Orthograf-Rechtschreibkonverter", den Bertelsmann/ Koch Media auf CD-Rom vertreibt (Bertelsmann, Die deutsche Rechtschreibung, Professional (98 Mark) gewiss gut bedient. Das Programm lässt sich mit eigenen Benutzerwörterbüchern für den idividuellen Gebrauch ausstatten, ist Microsoft Word 2000-kompatibel und enthält in der "Professional"-Version ein Benutzerlexikon "Presseagenturen". Systemvoraussetzungen: PC Pentium, Windows 95 oder 98, 8MB, 15 Megabyte freier Festplattenspeicher, 4-fach CD-Rom-Laufwerk, SVGA-Grafikkarte mit 65.000 Farben, Mouse. Eine Netzwerk-Installation ist allerdings nicht möglich.

Als "State of the art " für Client-Server-Lösungen gilt für alle diese Fälle der "Primus Korrektur-Manager" aus dem Haus Softex, der sowohl bei MS Windows, Apple Macintosh, Unix und DOS eingesetzt werden kann. Anwender können hier nicht nur die von den deutschsprachigen Presseagenturen bevorzugte Schreibweise zuschalten oder sich für eine eher konservative oder eher progressive Auslegung der neuen Rechtschreibung entscheiden; das Programm verfügt zum Beispiel auch über eine so genannte "intelligente Fehlerkorrektur", bei der etwa immer wieder vorkommende Schreibfehler vom "Wörterbuch-Administrator" mit einem Korrekturvorschlag versehen werden. Dabei wurden 20.000 "klassische Fehler" (etwa "Lybien" statt korrekt "Libyen") bereits berücksichtigt. Besonders interessant: Es gibt eine "Stilkontrolle", die vor unerwünschten Formulierungen oder Wörtern warnt und beispielsweise aus dem Arabischen oder Russischen transskribierte Eigennamen nur in der Schreibweise zulässt, auf die sich die Mitarbeiter geeinigt haben. Der "Primus Korrektur-Manager" kostet als Einzelplatz-Lizenz 853 Mark; für den Einsatz an mehreren Arbeitsplätzen gelten Staffelpreise.


16. Februar 2000  4/2000

Bürger zufrieden mit den Medien

Zu Beginn des Jahres 2000 fühlten sich 87 Prozent der Bevölkerung durch Deutschlands Fernsehsender, Radiostationen und Zeitungen "gut informiert". Vor fünf Jahren waren es 81 Prozent. Weitere Ergebnisse der von der Tageszeitung "Die Welt" in der Rubrik "Zahl des Tages" veröffentlichten Befragung: Zehn Prozent halten das mediale Informationsangebot für unzureichend (1995: 16 Prozent); gleichzeitig findet der Vorwurf der Miesmacherei weniger Bestätigung: 37 Prozent fanden, dass die deutschen Medien sich als "Miesmacher" betätigen (41 Prozent); 57 Prozent halten diese Sichtweise für nicht gerechtfertigt (53 Prozent).


16. Februar 2000  4/2000

Springer-Studie zum Mediamix von Print und TV

Die Wirkung von TV-Spots kann um ein Vielfaches größer sein, wenn die Kampagne von Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften begleitet wird. Aber: Der Effekt tritt nur ein, wenn beide Teilkampagnen aufeinander abgestimmt sind und die Vorzüge beider Medien so ausspielen, dass sie sich ergänzen. Das ist das Fazit einer neuen Studie zur Wirkungsforschung, die die Zeitungsgruppe "Bild" im Axel Springer Verlag veröffentlicht hat. Die Autoren appellieren an Kreativ- und Mediaagenturen, gemischte TV-Print-Kampagnen gezielter einzusetzen. Die "Bild"-Studie setzt auf der in mehreren Studien gewonnenen Erkenntnis auf, dass mehrkanalige Werbekampagnen besser wirken - der sogenannte "Multiplying-Effekt". Ermittelt werden sollte insbesondere, "welche Wirkung sich genau ergibt, wie und wann sich Lerneffekte beim Betrachter verstärken". Das Ergebnis: Ein "Multiplying-Effekt" tritt dann ein, wenn TV-Spot zwar die selbe Werbebotschaft vermitteln und gemeinsame Gestaltungselemente als "Visional-Link" enthalten, andererseits aber so unterschiedlich sind, dass sie die Wirkungsweisen der Medien berücksichtigen. Laut Studie reiche es beispielsweise nicht, ein Standfoto aus einem TV-Spot als Anzeige zu schalten. Vielmehr solle die "Arbeitsteilung" etwa so aussehen, dass ein TV-Spot Aufmerksamkeit und die Anzeige Glaubwürdigkeit erziele oder dass das Fernsehen eine Botschaft zuspitze, während die Anzeige weitere Produktaussagen hinzufüge.

Die Studie kann per E-Mail bezogen werden:
nklein@asv.de.


16. Februar 2000  4/2000

Europas beste Zeitungsdesigns in Aachen ausgezeichnet

Vor mehr als 200 Chefredakteuren und Führungskräften von Verlagen aus 14 europäischen Ländern wurden am 4. Februar 2000 im Krönungssaal des Aachener Rathauses die ersten "European Newspaper Design Awards" für vorbildliches Zeitungsdesign übergeben. Preisträger in der Kategorie "Überregionale Zeitung" war "Die Welt" aus Deutschland ("BDZV intern" berichtete). Die Jury lobte besonders das hohe Niveau beim Umgang mit Bildern, beim Seitenlayout, bei Infografiken, bei typografischen Details. "Europe's Best Designed Newspaper 1999" in der Kategorie Regionalzeitung ist das "Dagblad de Limburger" aus den Niederlanden; unter den Lokalzeitungen wurde die Norwegische "Firda" gekürt. Insgesamt hatten sich 161 Zeitungen aus 21 Ländern an dem erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Veranstalter sind die drei Journalisten-Zeitschriften "De Journalist" (Amsterdam), "Der Österreichische Journalist" (Salzburg) und "Medium Magazin" (Frankfurt). Ein Sonderpreis der Jury ging an die Zeitung "Diario de Noticias" (Portugal) für ihre außergewöhnlich gestalteten Wochenend-Beilagen. Daneben wurden für herausragende Leistungen in verschiedenen Einzelkategorien 104 "Awards of Excellence" vergeben, davon gingen allein 26 an deutsche Tages- und Wochenzeitungen. Der Wettbewerb wurde von dem Düsseldorfer Zeitungsdesigner Norbert Küpper organisiert und soll künftig jährlich ausgeschrieben werden. Die besten Beispiele europäischen Zeitungsdesigns werden derzeit im internationalen Zeitungsmuseum in Aachen ausgestellt und sollen später als Wanderausstellung in verschiedenen europäischen Städten gezeigt werden.


16. Februar 2000  4/2000

"Bronzene Klappe" für Spot der "Rheinischen Post"

Mit dem Titel "Bester Tageszeitungsspot 99" hat der Kommunikationsverband die Kinowerbung der "Rheinischen Post" in Düsseldorf ausgezeichnet. Der von der Düsseldorfer Agentur Rempen & Partner produzierte Film zeigt auf amüsante Weise die Tücken beim Zustellen der Zeitung. Die internationale Jury prämierte Idee und Umsetzung mit einer "Bronzenen Klappe". Wie die "Rheinische Post" berichtet, hatte es zum Wettbewerb 590 Einsendungen gegeben. Vor einem Jahr hatte die Zeitung mit einem anderen Werbespot bereits die "Goldene Klappe" gewonnen.


16. Februar 2000  4/2000

Großartige Kooperation von Schule und Zeitungen

Schülerwettbewerb: Mehr als 50.000 Teilnehmer

Mehr als 50.000 Kinder nehmen teil am bundesweiten Schülerwettbewerb "Meine Welt 2020 - Reportagen aus der Zukunft", den 80 Zeitungen aus dem gesamten Bundesgebiet mit einer Auflage von rund acht Millionen Exemplaren ausgeschrieben haben.

In den nächsten Wochen werden sie ihre Vorstellungen von der Zukunft in Wort und Bild fassen. Ziel der Aktion: Die Zeitungen wollen Phantasie und Kreativität der Jugendlichen wecken und ihnen mit ihren Hoffnungen, Wünschen und Träumen und auch ihren Ängsten ein Forum bieten. Die Bundessieger und die lokalen/regionalen Preisträger werden am 13. September 2000 in Hannover geehrt.

Der Schülerwettbewerb der Zeitungen in Deutschland wird künftig im zweijährigen Turnus in den Kategorien Text-, Foto- und Multimedia ausgeschrieben und soll sich zu einer festen Institution im Zusammenwirken von Zeitungen und Schulen entwickeln. "Der Wettbewerb ist die beste Grundlage, diese Zusammenarbeit auszubauen über die Leseförderungsaktivitäten hinaus, mit denen viele Verlage schon seit Jahren zum Schulunterricht beitragen", erklärte dazu Claus Larass, Mitglied im BDZV-Präsidium und Vorstand Zeitungen der Axel Springer Verlag AG, am 21. Februar 2000 in Berlin. "Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass uns auch die für die Schulen zuständigen Minister der Länder bei dieser Aktion unterstützen." Der BDZV hat eine ganzseitige Anzeige produziert, in der die 16 für die Schulen zuständigen Minister der Länder den Wettbewerb als "eine tolle Aktion für Schülerinnen und Schüler" begrüßen. Eine Kopie der Anzeige liegt dieser Ausgabe von "BDZV intern" bei.Viele Zeitungen haben sie bereits abgedruckt. Interessierte Verlage, die dies noch tun möchten, wenden sich an:

Agentur Task
Eva Eisenzopf
Tel.: 02224/923316.

Es sei bestürzend, sagte Larass weiter, dass rund vier Millionen Bundesbürger, darunter viele Jugendliche, einen zusammenhängenden Text weder lesen, geschweige denn verstehen könnten. Gemeinsam mit Elternhaus und Schule wollten die Zeitungen dieser Entwicklung entgegenwirken. "Die wichtigste Verführung der Kinder zum Lesen geschieht durch die Sozialisation in der Familie. Die Zeitungen können diesen Prozess an den Schulen und mit den Schulen unterstützen."

Dies unterstrichen auch der Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH, Professor Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker, der der Wettbewerbsjury auf Bundesebene angehört, sowie EXPO-Geschäftsführer Dr. Reinhard Volk. Was könne spannender sein als die Zunkunft, meinte dazu von Weizsäcker. Er erwarte bei den Beiträgen die ganze nur denkbare Bandbreite kreativer Ideen und halte den Wettbewerb für eine guten Weg, Kinder zum Lesen, Recherchieren und Schreiben zu animieren. EXPO-Manager Volk nutzte die Gelegenheit, das Schulprogramm der Weltausstellung zu präsentieren.

"Wir brauchen kritische junge Leute, die sich Gedanken um die Zukunft machen!", betonte Wettbewerbspartner IZE (Informationszentrale der Elektrizitätswirtschaft) anlässlich der Pressekonferenz. Die Barmer Ersatzkasse stellte mit Blick auf potenzielle Wettbewerbsthemen Überlegungen an, ob gesundheitsbelastende Stressfaktoren in der Zukunft zunehmen oder ob die Menschen im Jahr 2020 gesünder und stressfreier als heute leben werden. Und der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) fragte, wie wohl das Ökosystem Wald in Zukunft genutzt werden muss, damit wir uns das Papier für die tägliche Zeitung noch leisten können.

Der Schülerwettbewerb "Meine Welt 2020 - Reportagen aus der Zukunft" wird von den Verlagen zunächst auf lokaler und regionaler Ebene ausgeschrieben. Aus den lokalen/regionalen Siegern werden die nationalen Preisträger durch eine Bundesjury ermittelt. Die Mitglieder dieser Jury sind neben Ernst-Ulrich von Weizsäcker: Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung; Peter-Matthias Gaede, Chefredakteur des Magazins "GEO"; Barbara Klemm, Fotografin bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sowie Herbert Riehl-Heyse, leitender Redakteur der "Süddeutschen Zeitung". Für die nationalen Preisträger hat der BDZV Preise in Höhe von je 2.000 Mark ausgesetzt. Daneben gibt es einen Sonderpreis von Bundesministerin Edelgard Bulmahn für den Bereich "Kommunikation und Information" in Höhe von 3.000 Mark.

Der Schülerwettbewerb der Zeitungen in Deutschland wird vom BDZV mit den Zeitungen vor Ort veranstaltet. Die Aktion wird unterstützt von der Barmer Ersatzkasse als Partner für Gesundheitsthemen, den deutschen Stromversorgern, vertreten durch die IZE, sowie dem VDP.

Informationen zum Schülerwettbewerb können im Internet abgerufen werden unter:
www.bdzv.de/veranstaltungen/archiv/2000/
wettbewerb/index.htm
. (Ansprechpartner sind der BDZV, Anja Pasquay, Tel.: 0228/8100423, Fax: 0228/8100434
E-Mail: pasquay@bdzv.de
bzw.
Promedia
Tel.: 02404/940714


25. Februar 2000  5/2000

Solidaraktion für ehemalige Zwangsarbeiter

Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft

Der BDZV unterstützt die Initiative zu einer Solidaraktion, mit der die deutschen Wirtschaft die materiellen Ansprüche von NS-Opfern zu befriedigen versucht. BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann hat in diesen Tagen den Aufruf des Gemeinschaftsausschusses der deutschen Gewerblichen Wirtschaft mit unterzeichnet.

Er hat aber zugleich betont, dass eine Einbeziehung der Tageszeitungsverlage in die Initiative sehr differenziert zu bewerten sei: Seit der Machtübenahme im Jahr 1933 wurden sehr viele Verleger, insbesondere die Repräsentanten der der parlamentarischen Demokratie verpflichteten Zeitungen - darunter auch sehr viele jüdische Bürger - verfolgt, in Konzentrationslager eingewiesen, einige brutal ermordet. Die Unternehmen dieser Verleger seien in das nationalsozialistische Presseimperium einbracht worden, das bei Kriegsende über 80 Prozent der noch existierenden Zeitugen kontrollierte. Die Familienmitglieder jener Betroffenen, denen selber soviel Unrecht zugefügt worden sei, im Nachhinein noch einmal zur Entschädigung heranzuziehen, sei nicht angemessen. Dasselbe gelte für die Zeitungsverleger, die nach 1945 von den Besatzungsmächten mit der Herausgabe einer Zeitung beauftragt worden seien. Es handle sich dabei in erster Linie um jene Personen, die im Dritten Reich aktiven Widerstand geleistet hätten.


25. Februar 2000  5/2000

Presserat rügt "Vogue" für Kinder-Fotos

Professor Robert Schweizer neuer Sprecher des Selbstkontrollorgans

Der Deutsche Presserat hat die Zeitschrift "Vogue" für die Veröffentlichung von Fotos gerügt, die Kinder "in sexistischer und herabwürdigender Form" darstellen. Es mache keinen Sinn, gesamtgesellschaftlich gegen Kinderpornografie vorzugehen, wenn man nicht bereits den Anfängen wehre, erklärte dazu der Vorsitzende des Beschwerdeausschusses, Manfred Protze.

Das Frauenmagazin "Vogue" hatte im Dezember 1999 für Aufsehen gesorgt, als unter der Überschrift "Märchenspiel" fünf- bis siebenjährige Mädchen teils unbekleidet, stark geschminkt und in sexuell betonten Posen gezeigt wurden. Damit habe die Zeitschrift gegen den Jugendschutz verstoßen. Außerdem sei der Grundsatz missachtet worden, Menschen nicht zum "Objekt" und "zu einem bloßen Mittel" zu machen, teilte das Selbstkontrollorgan der Presse anlässlich seiner turnusmäßigen Sitzung am 16. Februar 2000 in Bonn mit. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hatte das "Vogue"-Heft nach dem Erscheinen auf den Index gesetzt.
Eine nicht-öffentliche Rüge wurde gegen die Berliner Boulevardzeitung "B.Z." ausgesprochen. Sie habe den Fall eines jungen Mannes, dem von einem Hund die Nase abgebissen worden war, in "unangemessener sensationeller Form dargestellt". Das Opfer, dessen Identität nach Feststellung des Presserats auf Grund der Berichterstattung leicht nachzuvollziehen war, wurde daraufhin von der Zeitung als "Berlins Dümmster" bezeichnet. Mit dieser "Stigmatisierung der besonderen Art" habe das Blatt gegen den Schutz der Intimsphäre verstoßen und Behauptungen ehrverletzender Natur erhoben.

Eine öffentliche Rüge erteilte der Beschwerdeausschuss der TV-Programmbeilage "rtv". Darin sei massiv in redaktioneller Aufmachung für Produkte der "Deutschen Lebensmittelwerke" geworben und der redaktionelle Bereich mit Werbung vermischt worden.

Anlässlich seiner Sitzung am 16. Februar 2000 hat der Deutsche Presserat Professor Dr. Robert Schweizer zu seinem neuen Sprecher gewählt. Er tritt turnusmäßig die Nachfolge von Ursula Ernst-Flaskamp (DJV) an. Schweizer ist Mitglied des Vorstands der Burda Holding und gehört als Vertreter des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger dem Deutschen Presserat seit 1992 an. Zur stellvertretenden Sprecherin wählte der Presserat Christiane Gibiec (IG Medien), freie Journalistin aus Wuppertal. Zum neuen Vorsitzenden des Trägervereins des Selbstkontrollorgans wurde Hermann Neusser (BDZV), Verleger und Herausgeber des Bonner "General-Anzeigers" gewählt.

Internet: www.presserat.de


25. Februar 2000  5/2000

Bayern strikt gegen Werbeverbot für Bier

Deutscher Brauerbund kritisiert Bundesgesundheitsministerium

Bayern lehnt ein Werbeverbot für Bier strikt ab. Entsprechende Überlegungen von Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer seien "völlig inakzeptabel und weltfremd", erklärte die bayerische Staatsregierung anlässlich ihrer Kabinettssitzung am 15. Februar 2000 in München.

Die bayerischen Brauereien, die in einem scharfen nationalen und internationalen Wettbewerb stünden, gehörten "untrennbar zur Kultur und Tradition Bayerns", sagte der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Er erinnerte an das aus Bayern stammende Reinheitsgebot für in Deutschland gebrautes Bier: Als Produktinformation müsse es den Brauereien weiterhin möglich sein, auf das Reinheitsgebot als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt hinzuweisen. Zuvor hatte auch der Deutsche Brauerbund die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, die Werbung für alkoholische Getränke weitestgehend einschränken zu wollen, nachdrücklich kritisiert. Dies käme einer "Entmündigung des Verbrauchers" gleich. Ein unsachgemäßer Umgang mit Alkohol sei keine Folge der Werbung sondern in erster Linie sozialer Protest gegen Arbeitslosigkeit, Ausdruck eines Mangels an Selbstkontrolle und Resignation aufgrund sozialer Entwicklungsstörungen, stellte der Deutsche Brauerbund fest. Nach Ansicht des Verbandes lassen sich "Eigenverantwortung und Lebenskompetenz nicht durch Verbote erzwingen". Eine Verteufelung jeglicher Form des Alkoholgenusses könne deshalb nicht zielführend sei. Es bedürfe nicht des erhobenen Zeigefingers, sondern vielmehr "glaubhafter alltagstauglicher Botschaften".


25. Februar 2000  5/2000

"15 Uhr Aktuell" eingestellt

Das Gratis-Blatt "15 Uhr Aktuell" hat am 22. Februar 2000 in Berlin Insolvenzantrag gestellt. Wie die Deutschen Presse-Agentur berichtet, will jetzt einer der beiden Verleger der 15 Uhr Aktuell GmbH, Robert Sidor, auf die Suche nach Investoren gehen, um das Blatt "neu an den Start zu bringen". Das Konzept des am Nachmittag erscheinenden Blattes, das in Berlin, Hamburg und München kostenlos verteilt wurde, habe sich laut Sidor bewährt. Die Gewinnschwelle hätte in etwa fünf Monaten erreicht werden können. Die norwegische Schibsted AG, die das kostenlose Morgenblatt "20 Minuten Köln" herausgibt, wäre zur Beteiligung an einer Übergangsfinanzierung unter der Voraussetzung bereit gewesen, dass die HypoVereinsbank-Tochter HVBG mitzieht. Diese habe aber abgelehnt. Ein Banksprecher in München erklärte, das Konzept von "15 Uhr Aktuell" sei nicht tragfähig gewesen. Vor allem die Werbeinnahmen hätten sich nicht so entwickelt wie geplant.


25. Februar 2000  5/2000

Veränderungen bei der "Schwäbischen Zeitung"

Die "Schwäbische Zeitung" in Leutkirch möchte "die Regionalebene stärken" und wird in den nächsten Wochen und Monaten sechs ihrer 25 Lokalredaktionen zu Regionalredaktionen erweitern. Die Standorte sind Friedrichshafen, Aalen, Tuttlingen, Sigmaringen, Ulm und Biberach. Die neuen Regionalredaktionen sollen täglich eine Seite mit aktuellen Nachrichten, Reportagen und Kommentaren produzieren. Darüber hinaus wird es im täglichen Wechsel Info- und Serviceseiten beispielsweise mit regionalem Terminkalender geben. "Wir wollen die einzelnen Regionen ganz bewusst nicht über einen Kamm scheren, sondern die Inhalte individuell mit den jeweils zuständigen Regional- und Lokalredaktionen festlegen", erklärt dazu der stellvertretende Chefredakteur der "Schwäbischen Zeitung", Ewald Gerding. Die lokale und regionale Berichterstattung sei eine der wichtigsten Stärken der Zeitung. Befragungen hätten gezeigt, dass die Leser "großen Wert auf kompetente und umfassende Informationen über das Geschehen in ihrer näheren Umgebung" legten.


25. Februar 2000  5/2000

Doppeljubiläum in Hof

Die Firma Mintzel-Druck in Hof kann in diesem Jahr auf ihr 375-jähriges Bestehen zurückblicken. Die zum Unternehmen gehörende Zeitung "Hofer Anzeiger" gibt es bereits seit 200 Jahren. Obendrein ist das Unternehmen seit der Gründung 1625 in Familienbesitz. Grund genug für Verleger und Geschäftsführer Stephan Hoermann, das Doppeljubiläum am 13. Mai 2000 mit einem Festakt im Hofer Theater unter dem Titel "Schwarze Kunst = Kultur" zu begehen. Darüber hinaus wird der Termin auch mit einer Sonderbeilage gewürdigt. Die Wurzeln von Mintzel-Druck reichen zurück bis in die alte Buchhandels- und Pressestadt Leipzig, in der am 2. Mai 1625 der aus der Oberpfalz stammende Faktor Johann Albrecht Mintzel einen Druckereibetrieb pachtete. 1642 zog Mintzel mit seiner Familie nach Hof und baute dort einen florierenden Druckereibetrieb auf. Einer seiner Nachfahren, Johann Heinrich Mintzel, wagte zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit dem "Neuen Höfer Intelligenz-Blatt" den Schritt ins Verlagsgewerbe. 1867 wurde aus dem Intelligenz-Blatt die bis heute bestehende Zeitung "Hofer Anzeiger".


25. Februar 2000  5/2000

Pfeifer Vorstandsvorsitzender der Hessischen Kulturstiftung

Hans-Wolfgang Pfeifer, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH und Ehrenvorsitzender des Verbands Hessischer Zeitungsverleger (VHZV), ist zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Hessischen Kulturstiftung berufen worden. Die Kulturstiftung erwirbt und sichert besonders wertvolle Kulturgüter für Museen, Archive und Bibliotheken in Hessen. Wie der VHZV dazu mitteilt, trifft der Vorstandsvorsitzende seine Entscheidungen in Absprache mit einem Stiftungsrat unter dem Vorsitz des hessischen Ministerpräsidenten. Diesem Stiftungsrat gehören unter anderem auch der Verleger der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" in Kassel, Rainer Dierichs, und Eduard Beaucamp, Kunstkritiker der "F.A.Z." an.


25. Februar 2000  5/2000

Neue Mitarbeiterin im Bereich Verlagswirtschaft

Seit dem zweiten Halbjahr 1999 arbeitet Silke Oehlmann als Referentin im Bereich Verlagswirtschaft beim BDZV. Sie ist die Nachfolgerin von Andreas Stoppe, der zum 1. August 1999 zur "Neuen Osnabrücker Zeitung" wechselte. Oehlmann durchlief vor ihrem Studium der Rechtswissenschaft an der Ruhr Universität in Bochum obendrein die Ausbildung zur Verlagskauffrau bei der Ruhr Nachrichten Verlagsgesellschaft in Dortmund.


25. Februar 2000  5/2000

Petra Pinzler ausgezeichnet

Die USA-Korrespondentin der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit", Petra Pinzler, ist mit dem Karl-Klasen-Journalistenpreis ausgezeichnet worden. Die nach dem ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank benannte Würdigung ist mit 20.000 Mark dotiert und wird im zweijährigen Turnus für herausragende Berichterstattung über deutsch-amerikanische Beziehungen vergeben. Die 1992 im Andenken an Karl Klasen entstandene Stiftung begründete die Verleihung an Pinzler damit, dass die Journalistin in besonders einprägsamer Weise Alltag und soziale Realität der Amerikaner im Bezug zu Deutschland schildere.


25. Februar 2000  5/2000

Dieter Grospitz Chefredakteur des "Kölner Morgen"

Dieter Grospitz, zuletzt Leiter der Regionalausgaben des "Kölner Stadt-Anzeigers", ist Chefredakteur des "Kölner Morgen". Er steht einem Team von 15 Journalisten vor, das die Gratiszeitung aus der Verlag Medien-Innovations GmbH & Co. KG - eine 100-prozentige Tochter des Kölner Medienhauses M. DuMont Schauberg - täglich produziert. Die Objektleitung des "Kölner Morgen" und damit die Verantwortung für Verlag und Anzeigen hat Robert Marius Danch, zuvor als Objektleiter für das TV-Supplement "prisma" Ost zuständig.


25. Februar 2000  5/2000

Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschafts-Journalismus

Der mit 10.000 Mark dotierte Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschafts-Journalismus ist erneut ausgeschrieben worden. Mit der Auszeichnung werden seit 1995 jährlich herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Wissenschafts-Journalismus gewürdigt. Wichtigstes Kriterium ist die "allgemeinverständliche Vermittlung von wissenschaftlichen Sachverhalten, insbesondere aus den Bereichen Naturwissenschaften, Technologie und Medizin". Die Auszeichnung kann für Einzelbeiträge oder für eine kontinuierliche, herausragende Arbeit im Bereich Zeitung/Zeitschrift und im Bereich Elektronische Medien erfolgen.

Bewerber wenden sich mit maximal drei Arbeitsproben aus den vergangenen drei Jahren, von denen mindestens eine im Zeitraum vom 1. März 1999 bis zum 29. Februar 2000 veröffentlicht wurde, an:

Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck
Veranstaltungsforum
Wallstr. 23/24
10179 Berlin
Telefon 030/ 278718-14/15
Telefax 030/ 278718-18
E-Mail: gvhpreis@vf.holtzbrinck.com.

Der Preis wird im Herbst 2000 in Berlin übergeben.


25. Februar 2000  5/2000

ZMG-Studie "KONTUREN Media"

Die ZMG-Studie "KONTUREN Media" liegt jetzt in gedruckter Form vor. Sie beruht auf der Intermediastudie der ZMG für die qualitative Mediaplanung, die im Rahmen einer Roadshow in den deutschen Agenturstädten Ende letzten Jahres vorgestellt wurde. Der Hauptteil der repräsentativen bundesweiten Untersuchung mit 3.008 Befragten ist einem umfassenden qualitativen Intermediavergleich gewidmet, der in der aktuellen Publikation präsentiert wird. Die Konturen der Massenmedien werden anhand ihrer Images (Bewertung der Qualität, Kompetenz, Glaubwürdigkeit, Aktualität, Sympathie und Bedeutung) und ihrer Funktionen (Bewertung der Information, Orientierung, Unterhaltung, Stimmung, Feedback und Verfügbarkeit) sichtbar gemacht. Die Ergebnisse der Beurteilung werden in einem für alle Medien einheitlichen Schema abgebildet. Je nachdem, wie stark Leser, Hörer oder Zuschauer einem Medium bestimmte Imagekomponenten oder Funktionen zuschreiben, ergibt sich ein unterschiedlicher Verlauf - die "Kontur" des Mediums. Sie lässt Rückschlüsse auf seine Qualitäten beziehungsweise auf seine "Persönlichkeit" zu. Die ZMG-Studie "KONTUREN Media" kann unter der Fax-Nr. 069/973822-51 bei der ZMG angefordert werden. Für Kunden und Agenturen ist sie unentgeltlich, für Verlage gelten Staffelpreise.

Kontakt:
Dr. Joachim Donnerstag
ZMG
Schmidtstraße 53
60326 Frankfurt am Main
Telefon 069/973822-26
E-Mail: donnerstag@zmg.de
Im Internet: www.zmg.de
und
www.zeitungen-online.de.


25. Februar 2000  5/2000

Qualitätsinitiative Zeitungsdruck

Die Standardisierung der Farbdruckqualität ist für die Zeitungsverlage von großer Wichtigkeit. Mit der Norm ISO-12647-3 wurde weltweit die Voraussetzung für einen einheitlichen Farbdruck geschaffen. Nun müssen die Vorgaben in den einzelnen Häusern implementiert und die Abläufe entsprechend angepasst werden; das gilt für den gesamten Prozess von der Reproduktion bis zum Druck. Bisher haben sich gut 20 Verlage zur konsequenten Einhaltung des Standards gemäß ISO-12647-3 verpflichtet. Eine von ZMG und IFRA ins Leben gerufene Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Umsetzung der Norm. "Trotz deutlicher Verbesserungen im Farbdruck in den letzten Jahren ist die 4c-Qualität auch heute noch ein Thema für Anzeigenkunden", stellt dazu Dr. Hans-Dieter Gärtner, Geschäftsführer der ZMG, fest. Nach Aussagen von Manfred Werfel, Director of Research and Consult bei der IFRA, führt die Druckstandardisierung zu erheblichen Einsparungen bei Kundenreklamationen, wie etwa Erfahrungen in Schweden zeigten: In einem Fall sei die Quote von 6,5 auf 1,2 Prozent zurück gegangen, in einem anderen sei sie sogar auf null gesunken. Zu diesem Thema erscheint demnächst auch ein Standardisierungshandbuch im Fachbereich Zeitung beim Bundesverband Druck: Im Frühjahr 2000 veröffentlicht der Dachverband der deutschen Druckindustrie zur Farbstandardisierung nach ISO-12647-3 ein Handbuch mit einer Vielzahl von Informationen und Hinweisen für die tägliche Praxis. Mit seinen Arbeitsanleitungen und Erläuterungen kann die Standardisierung des farbigen Zeitungsdrucks schrittweise in alle Produktionsstufen eingeführt werden.


25. Februar 2000  5/2000

Weltverbände kritisieren Medienanklage in Südafrika

Der Weltverband der Zeitungen (WAN) und das Weltforum der Chefredakteure (WEF) haben am 21. Februar 2000 die Entscheidung der südafrikanischen Menschenrechtskommission kritisiert, wonach mindestens sechs Chefredakteure und eine unbekannte Zahl von Journalisten zu Anhörungen wegen Rassismusvorwürfe in den Medien vorgeladen werden. Wie der WAN mitteilt, wurden die Herausgeber/Chefredakteure der "Sunday Times", "Mail and Guardian", "Die Burger", "The Cape Times", "The Cape Argus", "You"-Magazine sowie Vertreter weiterer 24 anderer Nachrichten-Organisationen für Anfang März als Zeugen vor die Kommission beordert bei Androhung von Geldstrafen oder sechs Monaten Haft. In einem Schreiben an den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki betonten WAN-Präsident Bengt Braun und WEF-Präsidentin Ruth De Aquino, dass sich mit Blick auf die Initiative der Menschenrechts-Kommission ihre "schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet" hätten. Es handle sich dabei um ein "absolut ungeeignetes Instrument, um solche Angelegenheiten zu verhandeln". Die Untersuchung sei "eine echte Bedrohung der Meinungsfreiheit und der verlegerischen Unabhängigkeit". Vor diesem Hintergrund forderten Braun und De Aquino den südafrikanischen Präsidenten auf, den Auftrag der Kommission zu überdenken und die Vorladungen an die Chefredakteure und Verleger zurück zu ziehen, "bevor weiterer Schaden an Südafrikas Image in der internationalen Gemeinschaft entsteht".


25. Februar 2000  5/2000

Internationaler Junge Leser-Zeitungspreis ausgeschrieben

Der Weltverband der Zeitungen (WAN) hat erneut seinen internationalen Junge Leser-Zeitungspreis ausgeschrieben. Gewürdigt werden damit herausragende Verlagsinitiativen, die junge Leser zum Zeitunglesen animieren. Der Preis, eine Reise zur WAN Editor & Marketeer Conference im November 2000 in Paris, wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. Die Jury besteht aus Mitgliedern des WAN Newspaper in Education Committee (Zeitung im Unterricht). Besonders berücksichtigt werden Kriterien wie die Bedeutung des jeweiligen Programms für den Unterricht, die Lesefähigkeit, den Gemeinsinn und auch für die Zeitung selbst. Größte Beachtung werden die Juroren den Ideen schenken, die sich leicht auf andere Länder übertragen lassen. Interessenten bewerben sich bis spätestens 1. August 2000 mit einem Leseförderungsprojekt, das zwischen Juli 1999 und Juli 2000 durchgeführt wurde.

Kontakt:
WAN
Amélie Kalinine
NIE Projects Coordinator
25 rue d'Astorg
75008 Paris
Frankreich
E-Mail: akalinine@wan.asso.fr.


25. Februar 2000  5/2000

2,9 Prozent mehr bei Anzeigen

Zuwachs im Westen / Verluste in Ostdeutschland

Die Umfänge bezahlter Anzeigen in lokalen und regionalen Abonnementzeitungen haben 1999 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zugenommen. Auch die Zahl der Beilagen stieg leicht um 1,2 Prozent. Die Heftumfänge sind 1999 im Vergleich mit 1998 um vier Prozent gewachsen; dabei stieg der Textumfang (mit 4,7 Prozent) deutlich stärker als der Anzeigenumfang (mit 2,7 Prozent). Doch längst nicht alle Auflagenklassen und Regionen profitierten von der positiven Entwicklung.

Außer in den traditionellen Urlaubsmonaten Mai und August lagen die Anzeigenumfänge in lokalen und regionalen Abonnementzeitungen durchweg höher als im jeweiligen Vorjahresmonat. Vor allem die Monate Februar bis April und der Dezember zeigten 1999 ein deutlich höheres Niveau als 1998. Allerdings verlief diese Entwicklung in den alten und in den neuen Bundesländern unterschiedlich: Während im Westen die Anzeigenumfänge der lokalen und regionalen Abonnementzeitungen 1999 um 3,5 Prozent zunahmen, waren im Osten Verluste zu verzeichnen (- zwei Prozent). Vergleichsweise hoch fielen die Zugewinne im Nielsen-Gebiet IV (Bayern) (+ 7,5 Prozent) aus; gravierend fiel das Minus im Nielsen-Gebiet VII (Thüringen/Sachsen) mit - 7,2 Prozent aus.

Von der positiven Entwicklung der Anzeigenumfänge profitierten 1999 besonders zwei Auflagenklassen, nämlich die Zeitungen mit einer Auflage bis 25.000 Exemplare (+ 4,3 Prozent) und die Zeitungen über 200.000 Exemplare Auflage (+ 8,2 Prozent). Betrachtet nach Anzeigensparten waren Stellenanzeigen (+ 22,2 Prozent), überregionale Anzeigen (+ 7,4 Prozent) und die sonstigen Anzeigen (+ 8,4 Prozent) 1999 die Motoren der positiven Entwicklung. Dies dürfte nicht zuletzt der Privatisierung der Telefonie- und Energiemärkte sowie den Börsengängen verschiedener Unternehmen zu danken sein und wird sich, wie Experten meinen, kurz- bis mittelfristig auch weiter fortsetzen.

Verluste habe es dagegen in den Sparten lokale Anzeigen (- 3,8 Prozent), Immobilien (- 3,8 Prozent) und Veranstaltungen (- 2,6 Prozent). Dienstleister und Markenartikler hätten bereits 1998, die Tageszeitung als attraktiven Werbeträger wieder entdeckt. Dies habe sich auch 1999 fortgesetzt. "Verantwortlich für diese erfreuliche Entwicklung sind wahrscheinlich weiterhin die sich deutlich abzeichnenden Sättigungstendenzen auf dem TV-Werbemarkt." Eine ausführliche Dokumentation der Anzeigenstatistik 1999 ist zu beziehen über:

ZMG
Dr. Hans-Jürgen Hippler
Telefon 069/ 973822-24.
Internet: www.zmg.de.


15. März 2000  6/2000

IG Medien sucht die Konfrontation

BV Druck kritisiert Gewerkschaftsforderung

Der Bundesverband Druck hat die Forderung der IG Medien kritisiert, die die Löhne in der Druckindustrie "um sage und schreibe 5,5 Prozent" erhöht sehen will. Wörtlich heißt es in der Reaktion des Verbandes: "Die IG Medien sucht in der Tarifrunde 2000 wieder einmal die Konfrontation - als hätte es nie ein Bündnis für Arbeit gegeben."

Gleichzeitig stellte der BV Druck auch fest, dass man diesen Konfrontationskurs habe voraussehen können: Denn schon Ende Januar habe die IG Medien erklärt, dass eine moderate Lohnpolitik keine Arbeitsplätze schaffe. Die Gewerkschaft habe dies als einen "propagandistischen Trick" bezeichnet, der den Arbeitnehmerorganisationen "als eine moralische Schlinge um den Hals gelegt werden" solle. Dazu der BV Druck: "Wer mit dieser Wortwahl das wichtigste Thema unserer Zeit angeht, nämlich den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, der disqualifiziert sich selbst."

Nicht nachvollziehbar sei, wie der Arbeitgeberverband weiter ausführte, die Zusatzforderungen der IG Medien. Eine Begrenzung der Überstunden beispielsweise würde den Betrieben die Chance nehmen, kurzfristig Aufträge anzunehmen, und damit zu einem Wettbewerbsnachteil mit konkurrierenden Medien führen. In den Zeiten von Internet und E-Commerce seien solche Forderungen "völlig unverständlich". Der BV Druck kündigte an, in der ersten Verhandlungsrunde am 21. März 2000 in München gegenüber der IG Medien deutlich zu machen, "dass sie mit ihrer Politik weitere Arbeitsplätze vernichtet und den Flächentarifvertrag in Frage stellt".
Im Internet: www.bv-online.de.


15. März 2000  6/2000

Papierindustrie im Aufwind

Nachfrage nach Papier, Karton und Pappe hält an

Die deutsche Papierindustrie sieht Anlass zu Optimismus: Die seit Sommer 1999 "anhaltend gute Nachfrage nach Papier, Karton und Pappe" habe sich kontinuierlich fortgesetzt und den Unternehmen "nachhaltig positive Ergebnisse beschert", bilanzierte der Präsident des Verbands Deutscher Papierfabriken (VDP), Georg Holzhey, anlässlich der Jahrespressekonferenz der Organisation am 14. März 2000 in Düsseldorf.

Der Branchenumsatz habe 1999 mit 20,6 Milliarden Mark das Ergebnis des Vorjahres übertroffen. Mit einer Produktion von 16,7 Millionen Tonnen sei für Deutschland ein Rekordwert erreicht worden, führte der Präsident weiter aus. Für das laufende Jahr geht Holzhey von einer "weiterhin stabilen Marktlage" aus. Steigende Rohstoffpreise belasteten jedoch zunehmend die Erträge der Unternehmen und zwängen die Branche zu weiteren Preisanpassungen. Gleichwohl sei die Papierindustrie am Standort Deutschland "durch rege Investitionstätigkeit" gut für den internationalen Wettbewerb gerüstet. Die Konsolidierungsphase sei abgeschlossen. Neue Kapazitäten könnten sich gut am Markt platzieren.

Im Hinblick auf die deutsche Verpackungsverordnung und die Bemühungen um eine europäische Vereinbarung für die Kreislaufschließung bei Papier, Karton und Pappe sprach sich der VDP ausdrücklich für freiwillige Verpflichtungen der Industrie aus. Die Papierindustrie in Deutschland habe unter Beweis stellen können, dass mit Selbstverpflichtungen bessere Resultate zu erzielen seien als dies mit gesetzlichen Regelungen möglich sei. Ferner verwies der VDP-Präsident auf die nach wie vor zu geringe Zahl von Auszubildenden und Studienanfängern für Berufe in der Papierindustrie. Dies könne in wenigen Jahren zu Personalengpässen führen.

Internet: www.vdp-online.de.


15. März 2000  6/2000

Dialog über Europa - Bürger diskutieren

Romano Prodi: Zeitungen kommt eine Schlüsselrolle zu

Der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, hat am 8. März 2000 ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt "Dialog über Europa" gestartet. Ziel ist es, eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Europäischen Union einzuleiten, an der sich die Bürger, insbesondere Jugendliche, beteiligen sollen.

Nach den Vorstellungen der Europäischen Kommission sollten hier die Zeitungen eine Schlüsselrolle übernehmen: "Wir zählen insbesondere auf die Mithilfe der Zeitungen, weil sie - gedruckt oder online - in der Lage sein werden, einen Dialog mit der Bevölkerung auf regionaler, nationaler und auch grenzüberschreitender Ebene dauerhaft zu vermitteln", versicherte in diesem Zusammenhang der Projektleiter der EU-Kommission, Niels Thogersen, gegenüber dem Europäischen Verband der Zeitungsverleger ENPA in Brüssel. Gedacht sei beispielsweise an Berichte, Leserbriefe, Schulveranstaltungen und Wettbewerbe.

Mit ihrem Appell an die Verleger habe die Europäische Kommission die Kompetenz der Zeitungen für den Erhalt und den Ausbau der Demokratie in Europa unterstrichen, erklärte dazu ENPA-Geschäftsführer Dietmar Wolff. Der europäische Dachverband vereint rund 3.000 Tages-, Wochen- und Sonntagstitel, die in einer Auflage von mehr als 90 Millionen Exemplaren verbreitet werden und erscheinungstäglich von durchschnittlich 240 Millionen Menschen gelesen werden. Details über das Projekt der EU-Kommission "Dialog über Europa" sind abzufragen bei den Vertretungen der Europäischen Kommission in den Mitgliedstaaten sowie bei Projektleiter Niels Thogersen, Fax 0032-2-2999207, E-Mail niels-jorgen.thogersen@cec.eu.int. Gleichzeitig bietet die ENPA den Zeitungen an, sich und ihre Aktionen im Rahmen des Dialogs auf einer Anzeigenseite des ENPA-Monatsberichts vorzustellen.

Kontakt:
ENPA-Geschäftsstelle
Telefon 0032-2-5510190.


15. März 2000  6/2000

Aus mbt Online KG wird ZET.NET AG

Internet-Services für Medienunternehmen

Mit der Gründung der ZET.NET AG haben 30 Zeitungsverlage als Anteilseigner ihr Engagement im Internet deutlich ausgeweitet. Die ZET.NET AG übernimmt die bisherigen Geschäftstätigkeiten der mbt Online KG. Die neue Aktiengesellschaft tritt als Dienstleister für Medienunternehmen in den Bereichen Service Providing und Content auf. Die mbt Online KG wird in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen der ZET.NET AG und der Zeitungsbranche fortexistieren.

Unter der Leitung des Vorsitzenden des Gründungsaufsichtsrates, dem Verleger der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg, Peter Esser, wurde Mathias Hubrich zum Vorstand bestellt. Weitere Mitglieder des Gründungsaufsichtsrats sind Verleger Klaus Eymann und Rechtsanwalt Dietmar Ahrndsen. Hubrich leitete bereits als Geschäftsführer die mbt Online KG. Der Stamm an 25 Mitarbeitern wird ebenfalls in die ZET.NET AG übernommen und soll im Laufe des Jahres verdoppelt werden. Die Beschränkung der Geschäftstätigkeit der mbt Online KG auf Tageszeitungen entfällt, vielmehr stehen die Dienste der ZET.NET AG auch Dritten zur Verfügung. Zwischen der ZET.NET AG und der mbt Online KG wird ein Kooperationsvertrag geschlossen. Dieser stellt sicher, dass die Zeitungsverlage weiterhin sowohl auf dieselben Dienstleistungen wie bisher als auch auf Neuentwicklungen Zugriff haben. Mit folgenden Produkten geht die ZET.NET AG in den Markt:

Content: Aktuelle Nachrichten, Wetterkarten, Portale, Suchmaschinen, Webkatalog sowie eine Vielzahl an Special Interest-Supplements und serviceorientiertem Content zur Integration und Ergänzung von Online-Auftritten. Module lassen sich individuell an die Kunden-CI anpassen und stehen bereits für WAP zur Verfügung.

Service Providing: Eigener Internet-Backbone. Full Service Providing vom deutschlandweit gültigen Einwahl-Account bis zur Standleitung. "ISP out of the box" für jedes Unternehmen, das unter eigenem Namen Zugänge, Mailboxen etc. anbieten möchte, ohne selbst in Technik und Know-how investieren zu müssen.

Unified Message Center: Zentrale Kommunikationsplattform für ein- und ausgehende Nachrichten verschiedenster Art: E-Mail, Fax, Voice, SMS. Voll teamfähig, über WAP abrufbar.


15. März 2000  6/2000

"Lex Lafontaine" endgültig aufgehoben

Einstimmiger Beschluss im saarländischen Landtag

Der Saarländische Landtag hat am 1. März 2000 die vom früheren Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine 1994 durchgesetzte Verschärfung des Pressegesetzes rückgängig gemacht.

Die Abgeordneten von CDU und SPD votierten einstimmig für eine Korrektur, durch die das Gegendarstellungsrecht wieder eingeschränkt wird. Der BDZV und der Deutsche Journalisten-Verband begrüßten die Entscheidung. Künftig wird es nun auch im Saarland den Redaktionen wieder möglich sein, Gegendarstellungen in einem sogenannten "Redaktionsschwanz" zu widersprechen.


15. März 2000  6/2000

3. Mai - Internationaler Tag der Pressefreiheit

Der Weltverband der Zeitungen (WAN) organisiert auch in diesem Jahr wieder eine Kampagne zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai, um darauf aufmerksam zu machen, dass das Recht auf Meinung- und Pressefreiheit weltweit keine Selbstverständlichkeit ist. Auch der BDZV wird sich erneut an dieser Kampagne beteiligen. Dazu erscheint ein Redaktionspaket mit Artikeln, Statistiken und Anzeigen, durch die auf die Ermordung und Inhaftierung von Journalisten, auf Pressezensur und auf Zeitungsverbote in zahlreichen Ländern aufmerksam gemacht werden soll. Mehr als 17.000 Publikationen in aller Welt werden per Post und via Internet mit diesem Material erreicht. Die über die Landesverbände des BDZV angeschlossenen Mitgliedsverlage erhalten das Redaktionspaket automatisch. Zusätzliche Informationen sind auch auf der Homepage des BDZV abzurufen; Artikel aus früheren Jahren finden sich im Archiv. WAN-Generaldirektor Timothy Balding ist überzeugt, dass mit den Jahr für Jahr in wachsender Anzahl versandten Unterlagen "das Bewusstsein für die Bedeutung der Pressefreiheit als elementares Menschenrecht deutlich vergrößert werden" konnte.


15. März 2000  6/2000

Branoner: 630-Mark-Gesetz kostete 25.000 Jobs

Wolfgang Branoner, Wirtschaftssenator in Berlin (CDU), hat eine negative Bilanz des vor einem Jahr verabschiedeten 630-Mark-Gesetzes gezogen. In Berlin habe das Gesetz "rund 25.000 Billig-Jobs gekostet", sagte der dem Radiosender 100,6. So seien bei Einzelhandel, Handwerk und Gastgewerbe 16.000 von ursprünglich 72.000 geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen vernichtet worden. Entgegen der Erwartungen der Bundesregierung sei ein Großteil der Stellen noch nicht einmal ansatzweise in feste Arbeitsplätze umgewandelt worden.


15. März 2000  6/2000

Theodor-Wolff-Preis: Einsender-Rekord

Auf die Juroren beim Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis kommt in diesem Jahr noch ein Stück mehr Arbeit als gewohnt zu: Nach dem Einsendeschluss am 15. Februar 2000 konnte das Kuratorium für den Theodor-Wolff-Preis nämlich einen absoluten Teilnehmer-Rekord melden. In diesem Jahr bewerben sich 398 Autoren mit 633 Beiträgen um die begehrte Auszeichnung. Der Jury gehören an:

Gernot Facius ("Die Welt", Berlin)
Dr. Helmut Herles ("General-Anzeiger", Bonn/Berlin); Herbert Kolbe ("Emder Zeitung")
Ralf Lehmann ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung", Essen)
Herbert Riehl-Heyse ("Süddeutsche Zeitung", München)
Dr. Klaus Rost ("Märkische Allgemeine", Potsdam)
Jost Springensguth ("Westfälische Nachrichten"/Zeno, Münster) und
Dr. Monika Zimmermann ("Münchner Merkur").

Die Preise werden am 27. September 2000 anlässlich einer Festveranstaltung in Düsseldorf übergeben.

Internet: www.bdzv.de/twp/index.htm.


15. März 2000  6/2000

150 Jahre "Aller-Zeitung"

Am 2. März 2000 konnte die "Aller-Zeitung" ihr 150jähriges Bestehen begehen. Gegründet als "Gifhorner Zeitung und Anzeigen", erhielt das Blatt bereits 1851 seinen heutigen Namen und erschien zunächst zweimal, von 1885 dann dreimal die Woche. 1890 übernahm Adolf Enke den Verlag, der nach Enkes Tod zunächst von seiner Schwester, dann von seinem Sohn Hugo weitergeführt wird. Ab 1956 steht mit Hugos Sohn Hermann Enke und dessen Schwager Fritz Göing die dritte Generation an der Spitze der "Aller-Zeitung". 1987 wird der Enke-Verlag von der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover übernommen.


15. März 2000  6/2000

Verlagsgruppe Passau ist jetzt Konzernholding

Die Verlagsgruppe Passau mit Zeitungs- und Druckereiunternehmen in Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, Italien und der Slowakei wird ab sofort von einer gleichnamigen Holding (Verlagsgruppe Passau GmbH) geführt. Damit solle die Konsolidierung der Gruppe gesichert und die weitere Expansion - vor allem im Internet-Bereich - gewährleistet werden, erklärte Franz-Xaver Hirtreiter in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Holding-Kontroll-Gremiums. Vorsitzender ist der Gesellschafter Axel Diekmann. Hirtreiter hatte, wie das Unternehmen mitteilt, als Geschäftsführer und später als "Konzern-Stratege den Aufstieg der bis 1989 rein regional operierenden Passauer Neuen Presse zum international agierenden Medienkonzern mit über einer Milliarde Mark Jahresumsatz und mehr als 6.000 Mitarbeitern maßgeblich voran getrieben". Zum Sprecher der Geschäftsführer der Verlagsgupppe Passau GmbH wurde Quirin Wimmer bestimmt, der künftig zudem den Konzernbereich West (Deutschland, Österreich, Italien und die Unternehmensgruppe Euro-Druckservice AG) verantwortet. Weitere Geschäftsführungsmitglieder sind Roland Rager (Finanzen und Controlling) und Mathieu Cosson (Konzernbereich Ost mit Polen, Tschechien, Slowakei). Cosson soll zudem den konzernweiten Internet-Ausbau vorantreiben.


15. März 2000  6/2000

Veränderungen bei der Verlagsgruppe Rhein Main

Detlef Hartmann wird die Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Rhein Main in Mainz - zu der unter anderem die "Allgemeine Zeitung" Mainz, "Wiesbadener Kurier", "Wiesbadener Tagblatt", "Wormser Zeitung" gehören - komplettieren. Der promovierte Ingenieur übernimmt den neu geschaffenen Geschäftsleitungsbereich Technik und ist für das Druckzentrum und die Bereiche Produktionskoordination und Informationssysteme verantwortlich. Hartmann ist, wie die Verlagsgruppe Rhein Main weiter mitteilt, derzeit noch für die Axel Springer AG am Standort Ahrensburg tätig.


15. März 2000  6/2000

Trauer um Wilhelm Ostermeier

Wilhelm Ostermeier, langjähriger Geschäftsführer des Verlags Schweiger & Pick, in dem die "Cellische Zeitung" erscheint, ist am 15. Februar 2000 verstorben.


15. März 2000  6/2000
   





   
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