Zeitungen ermuntern Bürger zu Zivilcourage
Mainz, 16. Oktober 2000
BDZV-Präsident Heinen warnt vor neuer Debatte um Werbeverbote / 400 Verleger, Journalisten und Politiker beim Zeitungskongress in Mainz
Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, hat heute beim Zeitungskongress in Mainz dazu aufgerufen, die Bundesbürger zur Zivilcourage zu ermuntern. Angesichts der Bedrohung durch einen neuen Extremismus müssten die Zeitungen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. "Sie tun das nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger, sondern mit den spezifischen Möglichkeiten des Mediums - durch sachliche Information ohne Emotionalisierung und ohne jede Einseitigkeit", sagte Heinen. Er erinnerte daran, dass die Zeitungen in Deutschland sich bereits vor einigen Jahren in einer Gemeinschaftsaktion gegen jede Art von Fremdenhass engagiert hätten.
Zeitungskongress 2000: Was wir morgen lesen wollen
Berlin, 13. Oktober 2000
Justizministerin Däubler-Gmelin: "Was muss dem Staat eine freie Presse wert sein?"
"Was muss dem Staat eine freie Presse wert sein?" Um diese Frage drehen sich die Ausführungen von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, die am 16. Oktober 2000 die Gastrede beim Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Mainz halten wird. Zuvor eröffnet BDZV-Präsident Helmut Heinen den Kongress und spricht zum Thema "Zukunft Zeitung".
Erwartet werden mehr als 400 Teilnehmer aus Verlagen, Politik, Wirtschaft und Kultur. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht das Thema Lesen als Voraussetzung für die Zukunft der Zeitung wie des gedruckten Wortes überhaupt. Besonderes Bonbon am ersten Kongresstag ist die "Zeitungsrevue" in der Rheingoldhalle unter dem Motto: "Die Zeitung - mehr als ein Sekundenzeiger der Weltgeschichte". Den Streifzug durch vier Jahrhunderte Leben mit der Zeitung bestreiten unter anderem der saarländische Ministerpräsident Peter Müller, die Schlesische Philharmonie aus Katowice und der Schauspieler Walter Renneisen. Beim festlichen Abendessen im ehemaligen Zisterzienserkloster Eberbach wird der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, als Dinnerspeaker erwartet.
Der 17. Oktober beginnt mit einer Einführung des "Tagesspiegel"-Herausgebers und Kritikers Hellmuth Karasek. Er wird "von Lesern und Schreibern" berichten. Weiterer Höhepunkt und Abschluss ist die von ZDF-Anchorman Wolf von Lojewski moderierte Podiumsdiskussion über "Lesewelten - Medienwelten". Es nehmen teil: Elisabeth Noelle-Neumann, Institut für Demoskopie Allensbach; Monika Zimmermann, Chefredakteurin der "Mitteldeutschen Zeitung" in Halle; BDZV-Präsident Helmut Heinen; Hellmuth Karasek sowie Jens Lönneker, Jugendforscher und Leiter des Rheingold Instituts für qualitative Markt- und Medienanalysen in Köln.
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